Arianne 232 - Nebula

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Nebula

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In der Vergangenheit der toten Ebene

Zunächst sah sie nur ein merkwürdiges Leuchten, das gar nicht aus ihrem Zeitstrom stammen konnte.

Aber wie konnte sie es dann wahrnehmen?

Es war rein spirituell. Dort war etwas, das über die Grenzen ihrer Welt hinausreichte.

Die Grenzen ihrer Welt? Ihr Kontinuum war doch unendlich in allen Dimensionen. Wie konnte es da etwas geben, das von außerhalb kam? Ein Außerhalb, das es gar nicht gab! Sie war doch die Wesenheit, die alles erschaffen hatte, aus ihren Gedanken heraus. Einschließlich sich selbst.

Sie hatte sich selbst erschaffen?

Ein etwas merkwürdiger Gedanke. Aber er war ihr so vertraut und sie hatte ihn vorbehaltlos akzeptiert. Es gab keine Götter neben ihr, sie war allein in der Dunkelheit.

So dachte sie.
...

Das Leuchten verstärkte sich und bildete Strukturen. Ein Feuer! Ja, es war ein einziges riesiges Feuer. Ein mentales Feuer. Sie sah die Wirbel und ... eine brennende Raum-Zeit! Die Materie, sie war bereits längst in reine Energie übergegangen. Und die Photonen. Sie verbrannten! Wie konnten Photonen verbrennen?

Dort gab es keine Sterne mehr, keine Galaxien, Universen, Zeitströme, keine Kontinua ...

Gab es denn noch andere Kontinua?

Nein, jetzt nicht mehr. Nur ein brennnendes Etwas.

Und dieses Feuer, was vermittelte es ihr?

Sterbende Wesen. Sie spürte ihre Todesqualen und dann ... das Ende. Der Übergang ... aber, selbst die Transzendenz, die anderen Seite, sie brannte lichterloh. Wo sollten die Toten nun noch hingehen?

Sie erkannte die Wahrheit. Das Feuer, es zeugte vom Ende einer Existenz. Alles wurde dabei in Stücke gerissen, in immer kleinere und kleinere Stücke ... bis es keine Unterschiede mehr gab.

Und dann? Zerstrahlt, in eine Unendlichkeit des Nichts.

Die Zeit ging dabei verloren. Erinnerungen an das einmal geschehene. Nichts blieb mehr übrig.
Schlimmer noch. Die Zeit krümmte sich in ihren Anfang hinein und zerstörte ihn dabei. Das Ende einer Schöpfung, einer Existenz, deren Anfang sich auflöste in ein Nichts.

Nebula spürte den Tod des Wesen, das die Existenz verkörperte. Er streifte sie und versuchte sie mitzureißen ... aber das Leben in ihr, es wehrte sich.

War es denn nicht vollständig abhängig von der Existenz? Die nun verlorenging?

Nein. Es war in ihr und es wollte dort bleiben. Es koppelte sich ab von dem Wesen, das es einst erschaffen hatte.
...

Nebula dachte nach. Diese Zerstörung, sie würde vor ihrem Kontinuum nicht halt machen. Nur, woher wusste sie das alles? Es waren Informationen, die in sie hineinfluteten. Sie begriff Dinge, die sie niemals für möglich gehalten hätte. Sie sah ihr Kontinuum als Teil einer Existenz, einer Ebene, die starb.

Eigentlich sollte sie von Panik erfüllt sein, von Schmerzwehen geschüttelt, die ihre Seele hinausreißen würden, aus ihrer körperlichen Existenz. Aber sie war innerlich ganz ruhig, staunte nur. Sie dachte an ihre Fähigkeiten, sich unsichtbar zu machen, für die äußere Welt. Daher kam auch ihr Name, Nebula. Ob das helfen würde? Aber ... ihr Kontinuum, ihr Körper. Wie konnte sie es beschützen vor dem alles vernichtenden Feuer? Die vielen kleine Wesen darin, die ihr vertrauten und die sie so sehr liebte.

Und sie erkannte mit einem mal, es war diese Liebe, die ihr überhaupt noch eine bewusste Existenz ermöglichte.

Dann sah sie die Gespenster. Sie diffundierten in ihren Bereich, wollten über die Planeten herfallen und die Seelen der kleinen Wesen rauben.
Gespenster, das was von den ehemaligen kosmischen Wesen übriggeblieben war. Reste von paranormaler Energie hielt diese Zombies zusammen.

Aber das Fressen der Seelen, es half ihnen doch gar nicht, sie konnten die Seelen nicht festhalten.

Nur den Tod würden sie über das Kontinuum bringen.

Nur? 

Aber, wenn selbst das Reich des Todes vernichtet wurde?

Nebula rollte sich ein. So schnell, dass die fremden Geister ihr nicht folgen konnten. Das ganze unendliche Kontinuum, sie nahm es in sich auf und wurde dabei unendlich klein, nebulös. Das Kontinuum schrumpfte zu einem einzelnen Punkt.

Man versuche einmal einen einzelnen Punkt in einem Kontinuum zu finden.

Das Feuer fand keine Angriffsfläche mehr?

Nein, darum ging es hierbei gar nicht. Das Feuer entstand in den unendlichen Wesen, die mit der Existenz vergingen. Es bildete sich von innen, der mentale Aufschrei ihres Todes. Und Nebula, sie wollte nicht vergehen. Sie liebte das Leben doch so sehr ... und die Liebe darin ...

Nebula erkannte, dass sie nicht ganz alleine dieses Überleben bewirkte, aber es geschah, ein Wunder der höheren Art.

Sie wurde zu einer kleinen roten Kugel. Zu einer Kugel der Liebe.
...

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