Arianne 236 - Die Tränen der Arianne

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Die Tränen der Arianne

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Eine junge Frau, in einem der Tempel für die zahllosen Gottheiten eines Universums, irgendwo in der Tiefe eines Multiversum. Ein Multiversum, von dem man eigentlich nur wußte, dass man seine Größe nicht kannte.
...

Sie hatte sich dort hineingeflüchtet, vor ihren Peinigern, was immer die ihr antun wollten. Ein wenig angegriffen sah sie aus. Blaue Flecken im Gesicht, kleine Rinnsale von Blut. Ihren Körper hatte sie verhüllt. Ob es dort auch Wunden gab?

Sie hatte dunkle Flecken auf der Kleidung, und sie konnte sich kaum auf den Beinen halten.

Nun kauerte sie vor der großen Statue im Frontbereich des Tempels. Ob sie kniete oder einfach nur zusammengebrochen war, so genau konnte man das gar nicht mehr unterscheiden.

Die große Statue, das mußte die Göttin sein. Eine verhüllte Wesenheit weiblichen Geschlechts. Das konnte man am Gesicht erkennen. Sie war nicht nackt, wie man das oft bei den Gottesstatuen sehen konnte.

Nacktheit, weil eine Göttin es nicht nötig hatte, Kleidung zu tragen? 

Sie verharrte in stillem Gebet, vergaß ihr eigenes Selbst. Ein wenig schwebte ihre Seele wohl auch schon darüber.
Dann, plötzlich war da eine Erscheinung. Wenn man genau hinschaute, eine Frau, verhüllt durch ein weißes Gewand, sie stand direkt vor ihr. Eine richtig lebende Frau, keine tote Statue, wo kam die nur her?

Man muss nicht immer nach dem Ursprung der Dinge fragen. Nimm doch einfach an, was ist.

Was für Gedanken. Dass sie so denken konnte! Oft quälten sich ihre Gedanken durch all die Mühsal, die sie den Tag über meistern mußte. Doch niemals hatte sie die Liebe zu ihrem Leben aufgegeben und zu ihrer Göttin, der sie ihr Leben verdankte.

Dabei hätte sie die Göttin Tag für Tag verfluchen müssen.
...

Warum?

Was ist ein Gott wert, wenn er niemals hilft?

Wir reden hier von einer Göttin.

Ahja. Sind die so viel anders?
...

Die Erscheinung reichte ihr die Hand, richtete sie auf.

Das ging einfach so. Alle Schmerzen waren weg. Dann küßte sie die fremde Frau direkt auf den Mund.
Und sie spürte die Tränen dabei, die der Göttin aus den Augen liefen.

Lärm im Hintergrund des Tempels. Da waren sie schon, sie wahren Herrscher dieses Planeten.

"Diese da, ergreift sie. Reißt ihr die Haut von den Knochen!"

Die Frau in den Gewändern, sie wurde von ihnen gar nicht gesehen.

Eine Geschichte, oder vielleicht sind es auch viele Geschichten ... die Vernichtung von denkenden Wesen durch ihresgleichen, das Erschlagen, Verbrennen, Zerfleischen von Männern, Frauen und Kindern. Auch von denen, die sich in den brennenden Tempel einer Göttin geflüchtet hatten.

Nicht, dass dies schon alles wäre. Planetare Kriege, Zerstörung von Welten.
Und wozu das alles?
...

<< Wie ging die Geschichte aus? >>

Ein Gedanke an den Archivar, von seiner Liebsten.

<< Jasmin, weißt du, es sind die Tränen der Arianne, die die Fortsetzung gestaltet haben. >>

J: << Die Tränen der Arianne? >>

A: << Ja, wenn sie weinen muss, dann verändert sie ein Schicksal nicht, obwohl sie es so gerne tun würde.>>

J: << Aber, alles was ist, es sind doch ihre Gedanken. Wenn sie es ändern will ... warum tut sie es nicht? >>

A: << Sie sieht und erlebt alles in ihrer Gesamtheit. Ohne ihr Eingreifen, in 20 Millionen Jahren hätten sich die Barbaren positiv weiterentwickelt, in Liebe Harmonie und Glück. Und all diese Geschichten von Blut, Vernichtung und Tod, sie wären dann vorbei. Aber sie lebt mit allen Wesen in diesen Zeiten, leidet mit ihnen, erlebt ihr Glück, das Elend und den Tod, und dieses eine Wesen, sie hatte es so sehr in ihr Herz geschlossen. Vergiss nicht, sie hat ein eigenes Selbst mit Gefühlen und mit einem Willen, der auch mit ihrem Ich streiten kann. Wie bei allen bewussten Wesen. Sie muss oft weinen und wenn ihre Tränen eine Entwicklungslinie treffen ...

J: << Was geschieht dann? >>

A: << Sieh, was durch die Ströme der Zeit überliefert wurde. Von einen auf den anderen Tag waren die denkenden, sich selbst bewusst gewordenen Wesen dieses Planeten einfach verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. Und es verschwand auch die gesamte Entwicklungslinie, einschließlich der  parallelen Welten. >>

J: << Haben die Tränen der Arianne das bewirkt? >>

A: << Arianne hat aufgehört, sie zu denken. >>

Und so wissen wir gar nicht genau, um wen Arianne geweint hat. Waren es die Wesen, die so viel leiden mußten? Oder vielleicht auch jene, deren Glück sich niemals entfalten konnte, einfach deswegen, weil Arianne sie nicht mehr denken mochte?
...

Ariannes Tränen
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