Arianne 24 Eine kleine Janine

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Eine kleine Janine

Sie war eine Janine, eine noch sehr junge dazu, aber sie wusste schon, was sie war, eine Janine. Ein Wesen mit einer kosmischen Bestimmung, nur was sollte sie damit verbinden? Sie hatte lange Haare, die ihren Körper umhüllten. Die Haare waren wichtig für sie, das wusste sie, aber warum? Nun, sie liebte ihre Haare, schon deswegen würden sie sie nie abschneiden lassen wollen.

Die Haare, es war schwierig in diesen Zeiten, damit zu überleben. Zeiten, in der Kurzhaarigkeit fast schon ein Muss war.

Sie setzte sich durch, mit ihren langen Haaren. Auf eine sonderbare Weise war sie akzeptiert, obwohl sonst jedes kleine Härchen um seine Existenzberechtigung kämpfen musste.

Es war so schön, mit den Haaren zu spielen. Sie wisperten leise zu ihr. Das unterschied sie schon von normalen Haaren, von denen man selten etwas zu hören bekam.

<< Janine, Janine, wir lieben dich. Steig ein in den Fluss der Zeit. Lass dich von ihm tragen >>
 
Der Fluss der Zeit? Wo war denn da der Einstieg? In der vertrauten Welt gab es so etwas nicht. Sie wusste aber, dass eine Janine in den Strömen der Zeit schwimmen konnte. Woher wusste sie es eigentlich? Es war ein Wissen, dass in ihr steckte. Es war einfach da.

Seit heute gab es einen Haarerlass. Haare länger als 5 cm waren verboten. Um die paar Zentimeter hatte wohl jemand schwer ringen müssen. Wer konnte sich nur so etwa ausdenken?
Dieser kurzhaarige Militär-Diktator. Es gab jetzt so viel Militär auf den Straßen.

Sie versteckte ihre Haare unter der Kleidung, setzte eine Kurzhaarperücke auf. So ging sie dann auf die Straße, wollte etwas zu essen einkaufen.

"Hey du"

Ein Militär näherte sich ihr.

"Stehenbleiben! Haarkontrolle!"

Was sollte sie tun? Sie blieb erst einmal stehen.

"Ausziehen!"

So, das war es also.

Nein! Aber was konnte sie tun? Nun ja, sie war eine Janine.

Plötzlich wusste der Soldat gar nicht mehr, was er eigentlich wollte. Er wünschte ihr einen guten Tag und ging von dannen.

Leider geschah das nicht ganz unbeobachtet.

Eine Gruppe von Bewaffneten näherte sich ihr.

"Das wollen wir doch einmal genauer sehen. Warum hat er dich nicht kontrolliert?"

Janine: "Ihr könnt mich nicht kontrollieren, wenn ich es nicht will"

"Ach wirklich?"

Einer der Kerle wollte nach ihr greifen, aber sie schwebte plötzlich einen Meter über ihm.

"Eine Hexe! Macht sie platt!"

Ach ja, Hexen kannte man also schon.

Die anderen richteten ihre Schießinstrumente auf sie. Aber die begannen plötzlich zu tropfen, verbrannten ihnen fast die Hände.
Sie ließen die Waffen fallen.

"Au, verd....!"

Janine: "Ich bin eine richtig böse Hexe. Wenn ihr euch mit mir anlegen wollt?"

Nein, sie hatten genug. Aber von nun an war sie die bekannteste Hexe auf dem Planeten. Würde man Jagd auf sie machen?

Ja wahrscheinlich. Sie musste jetzt ständig aufpassen, dass nichts unerwartetes mit ihr geschah.

So schnell kann es geschehen, dass man sich offenbaren muss.

Sie beschloss den Planeten zu verlassem, schwebte Richtung Weltraum.

Dort fand sie ein Geistwesen, das den Planeten umspannte. Es wollte sie einfach absorbieren!

Die Haare wisperten ihr zu. << Janine, es kann dir nichts anhaben, wenn du in die Zeit eintauchst. >>

Das wollte sie ja gerne, aber wie? So wehrte sie sich erst einmal mit dem Gedanken "Weiche, Satan, weiche!"
Gedanken einer Janine, sie konnten einiges bewirken.

Das Geistwesen wich zurück. Das überraschte sie schon ein wenig. Soviel Macht hatte sie sich gar nicht zugetraut.

Dann griff es sie an. Telekinetisch. Es raubte ihr den Atem, drohte sie zu zerquetschen.

In ihr bewegte sich etwas, wollte nach draußen. Sie ließ es frei.

Ein mentaler Schrei war die Antwort. Der telekinetische Würgegriff hörte schlagartig auf.

Also, so ein Geistwesen konnte ihr offenbar nichts anhaben.

Sie hatte kein Interesse, sich damit noch weiter auseinanderzusetzten, wollte davonschweben.

<<Janine, ich grüße dich >>

Ja, wer bitte grüßt mich denn da?

<< Der Planet >>

Der Planet, ein lebendes Wesen, das grüßen konnte?

"Danke, lieber Planet, sei auch du gegrüßt von mir"

Sie spürte plötzlich die Emotionalität des Planeten. Er war traurig über das, was auf seiner Oberfläche geschah.

Was sollte sie tun? Sie spürte, dass sie die Dinge verändern konnte, aber sie wusste nicht, welche Konsequenzen das haben würde.

Planet: << Janine, lerne deine Bestimmung kennen. Dann weißt du, wo du etwas bewirken kannst und was du bewirken kannst. Ich bin so glücklich, dass du aus meiner Welt hervorgegangen bist. Es sind nur wenige von Milliarden und Abermilliarden Planeten, denen so etwas vergönnt ist >>

Ja, das war vielleicht wichtiger, als einfach in die Dinge einzugreifen. Obwohl, sie hatte doch einen emotionalen Bezug zu dieser Welt. Ob sie nicht einfach als weiße Hexe zurückkehren sollte?

Planet: "Nein, Janine, so schön der Gedanke ist. Bitte suche deine Bestimmung."

Ein wenig traurig verließ sie den Planeten.

Sie war noch so jung und wusste so wenig von dem, was außerhalb ihrer vertrauten Umgebung geschah. Sie hatte eine kosmische Bestimmung und Sehnsucht nach einem Wesen, dass ihr dabei helfen würde, sie zu verstehen.

So schwebte sie einsam und ganz traurig durch den Weltenraum. Was eigentlich sollte sie hier finden?

"Hallo Janine"

Sie schrak zusammen. Ein telepathischer Kontakt in der Dunkelheit, die sie umgab.

Janine: "Ja, hallo, danke, aber ich sehe dich nicht"

Plötzlich war da ein Licht, Licht, das sie umschmeichelte, sie streichelte. Es bildeten sich Konturen, ein menschliches Wesen? Eine Frau. Ja, eine wunderschöne Frau mit langen Haaren.

"Siehst du mich jetzt? Ich bin Jasmin. Ich werde dir helfen"

Sie fühlte sich mit einem mal so geborgen und glücklich, dass sie weinen musste.

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