Arianne 240 - Outside 03

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Dreamline Entity Baby 03 - Outside 03

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Enna 03

"Klopf  klopf"

Janus: "Wer kann das sein?"

Enna: "Ein Bild!"

Ein Hologramm bildet sich. Es zeigte Alex, den Kommandanten und Manarius, seinen ersten Piloten und Vizekommandanten. Draußen auf dem Flur vor der Kabine.

Janus: "Der Kommandant selbst gibt sich die Ehre? Und kommt dann auch noch persönlich??"

Enna: "Kommen Sie bitte herein."

Die Tür offnete sich und beide traten ein.

Alex: "Hallo. Wir haben ein Problem und bitten um Ihre Hilfe, soweit es Ihnen möglich ist, uns zu helfen."

Enna: "Ich ahne etwas. Wir sind gestrandet, in der Ewigkeit?"

Alex: "Woher wissen Sie das? Wir haben es nicht kommuniziert."

Enna: "Ahnungen ... sie sind einfach da. Es ist nicht so real, dass ich genau Bescheid wüßte."

Manarius: "Wir befinden uns im Nichts. Das Vakuum ist absolut leer, nicht ein einziges Energieteilchen ist nachweisbar, so weit es nicht von uns stammt. Und wir verlieren ständig Energie. Das bedeutet unseren baldigen Tod."

Enna: "Wie soll ich Ihnen helfen?"

Alex: "Sie sind die Träumerin, soweit ich mich informieren konnte."

Enna: "Ich erlebe Wirklichkeiten und Träume. Wirklichkeiten, in denen ich träume und Träume, in denen ich Wirklichkeit empfinde. Doch ich weiß noch nicht einmal genau, ob das hier meine eigene Wirklichkeit ist."

Alex: "Könnte das bedeuten, wir sind hier in einem Ihrer Träume?"

Enna: "Das könnte sein."

Manarius: "Aber ... für uns sind Sie real! Was sind dann wir dann? Elemente eines Traumes?"

Enna: "Was ist Realität? Das, was wir zu erkennen glauben? Etwas ist anders. In meinen Träumen, ich konnte immer nur beobachten, niemals eingreifen. Hier interagiere ich mit anderen Wesen, d.h. auch, ich beeinflusse diese Umgebung. Es könnte bedeuten, dass ich meine eigene Wirklichkeit gefunden habe."

Janus: "Oder du hast dich weiterentwickelt. Nichts bleibt ewig so wie es ist."

Alex: "Ob Traum oder nicht. Wir sind in einer leeren Umgebung und wissen nicht, wie wir jemals wieder so etwas wie Existenz finden können. Wenn dies alles unendlich ausgedehnt ist?"

Manarius: "Wenn es nicht unendlich ist, dann gibt es eine Grenze. Aber woher kommt diese Grenze? Können Sie uns bei der Beantwortung dieser Frage helfen?"

Enna: "Sie wollen, dass ich träume. Wohin mich das führen wird? Ich werde es versuchen. Bleiben sie einfach hier und beobachten sie mich. Oder, noch besser, laden sie Erratia, die Telepathin, ein. Vielleicht kann ich ihr mitteilen, was ich sehe, und sie erzählt es ihnen dann."

Alex: "Sie wissen, dass wir eine Telepathin an Bord haben?"

Enna: "Ich spüre sie, wenn sie mit ihren Gaben so um sich greift. Es ist wie ein Licht, das mich streift."

Alex: "Dann sind Sie doch mehr als nur eine Träumerin."

Enna: "Ich bin was ich bin. Und ich bin nicht allein, nur, im Moment, ich habe keinen Kontakt mehr zu ihr. Ich spüre sie nicht."

Manarius: "Von wem reden Sie?"

Enna: "Arianne."

Alex: "Arianne?"

Enna: "Ich kenne sie aus meinen Träumen. Sie ist mehr als wir alle uns vorstellen können. Aber ... ich kann sie nicht beschwören. Sie ist einfach da, wenn sie es will. Sie bewahrt mich davor, wahnsinnig zu werden, weil mein Gehirn all diese Eindrücke gar nicht verarbeiten könnte. Sie selbst ansprechen, das kann ich nicht. Und in jeder Wirklichkeit, die ich als solche zu erkennen glaubte, nie habe ich sie dort gesehen."

Alex: "Das klingt doch sehr nach Esotherik. Ein wenig enttäuschen Sie mich. Auf dieser Ebene erwarte ich keine Hilfe. Vielleicht, vielleicht sollten wir es doch versuchen, uns in der Unendlichkeit fortzubewegen. Der Zugang zu den Nullgeodäten ist uns ja nicht verwehrt."

Enna: "Es ist ... mein Glaube. Und er ist individuell, keine Religion, die andere teilen sollten. Wenn ich Angst habe und verzweifelt bin, der Gedanke an sie, er hilft mir. Warum also sollte ich nicht an sie glauben? Sie ist positiv, ich liebe sie, so wie ich das Positive in mir liebe, Meinen Körper, mein Leben, die Lebensenergie, die mich glücklich macht. Es gibt für mich keine Trennung zwischen ihr und meinem eigenen Leben. Wenn ich mich liebe, dann auch sie, und wenn ich sie liebe, dann auch mich. Nun, da ich in dieser Wirklichkeit interagiere, ist sie vielleicht gerade nicht da oder sie will nicht eingreifen und ich bin es, der die Initiative ergreifen muss. Es sind dann nicht mehr meine Worte, sondern meine Taten, die zählen. Also, bitte, lassen sie mich einschlafen und beobachten sie mich. Erratia steht schon draußen vor der Tür. Bitte, komm herein."
...

Enna lag nun auf ihrer Couch und schlief. Neben ihr, auf einem Stuhl, Erratia. Sie hielt ihre rechte Hand. Davor, auf der Sitzecke, Janus, Alex und Manarius.

Es war gespenstisch still in dem Raum, nur die Atemzüge konnte man hören.
...

Ein Traum in grau. Dann sah sie die Straßen in die Ewigkeit. Merkwürdig, wie sie in einem konturlosen Grau eine Straße erkennen konnte. Ach ja, das war nur eine Interpretation. Sie nahm Dinge wahr, die sie nicht sehen konnte und ihr Gehirn machte ein Bild daraus. Ein Gedanke bildete sich. Nullgeodäten. Aha, hier in ihrem Traum konnte sie sie sehen. Es waren viele, unendlich viele. Ein Kontinuum, wie nur konnte sie die einzelnen Straßen auseinanderhalten?  Straßen? Waren das nicht eher eindimensionale Strings? Verrückt, irgendwie verrückt. Aber nein, sie war nicht verrückt. Sollte sie eine davon benutzen? Aber ... wenn sie nicht wieder zurückfand? Es war so verwirrend, diese ganze Vielfalt. Wie etwas, dass dazu einlud in die Ferne zu reisen, ohne die Möglichkeit einer Rückkkehr?

In ihrem Traum konnte sie teleportieren. Ein Gedanke, und schon war sie dort, wo sie hinwollte. So hatte sie die Vergangenheit ihres Heimatplaneten erforscht. Aber hier? Die Wege führten irgendwohin. In fremde Welten? Dass die Straßen alle in die Unendlichkeit reichten und dabei vollkommen leer blieben, das machte irgendwie keine Sinn.

Sie sah sich zwischen den Linien. Auch wieder verrückt, wie konnte sie in einem Kontinuum von Linien zwischen den Linien sein? Arianne! Hilfeeee!!!

Arianne meldete sich nicht. Es war ja auch nur so ein spontaner Gedanke gewesen ... und ... vielleicht war sie gar nicht gefährdet.

Sie konnte in die Linien hineinsehen, sie waren transparent wie Glas. Und sie waren nicht leer. Träge bewegten sich dort ellipsoide Gebilde.
Ellipsoide Gebilde mit räumlicher Ausdehnung in einem eindimensionalen String. Sie durfte nicht allzusehr darüber nachdenken.

Plopp. Sie sprang in eines der Gebilde hinein ... Und eine fremde Welt offenbarte sich ihr ...
...

Sie war anders, vollkommen anders als alles, was sie kannte. Sie sah unzählige fraktale Gebilde unterschiedlicher Größe.
Sie bewegten sich gegeneinander, durchdrangen sich, veränderten ihre Form und Gestalt schneller, als sie es in ihren Gedanken festhalten konnte. Eigentlich waren es alptraumhafte Gebilde, aber sie hatte keine Angst, nichts davon war düster, alles war voller leuchtender Farben.

Ein Traum von Licht, ohne Schatten der Dunkelheit. Und sie spürte Berührungen, Berührungen ihrer Seele. Dort war Leben, Leben, dass sie in ihrem Traum berühren konnte!

Die Farben! Die Farben waren etwas, das blieb. Rot blieb rot und wurde nicht zu grün.

Sie konzentrierte sich auf die Farben und ... sie nahmen Gestalt an. Ihre eigene Fantasie schuf die Formen, die sie dann sehen konnte. Momentan dachte sie sich gerade ein Einhorn.

Das Einhorn schaute sie an. Sie sah die großen Augen und sie schauten so gütig. Das Einhorn lächelte sie an und verschwand dann wieder.

Sie gab nicht auf. Ein wenig Erfolg hatte sie ja schon gehabt.

Die fraktalen Gebilde wurde zu festen Blöcken, zu Häusern mit Türen und Fenster. Sie konnte dort hinein sehen und sah Märchenfiguren dort drin. Zwerge mit roten Kapuzen, ein Rumpelstilzchen, eine Rapunzel ... was für Haare! Sie leuchteten aus sich selbst heraus und schienen endlos zu sein. Und sie bewegten sich, als wenn sie ein Eigenleben hätten.

Die Haare winkten ihr zu!

Ein Schneewittchen, der Räuber Hotzenklotz, ein Weihnachtsmann, das Christkind ... Das Christkind?
Ein gehörnter Teufel wollte sich einmischen ... und wurde von einem Kasper vertrieben.

Eine Laura winkte ihr zu. Laura, woher ... ?

Eine Lara spazierte vorbei und sie sah ein Raumschiff, viele Raumschiffe. Es waren Kriegsschiffe, sie sah die Kanonen. Nein, nein, nein, bitte keinen intergalaktischen Krieg.

Die Raumschiffe verschwanden wieder.

Dann sah sie einen Faust und einen Mephistoteles ... und erlebte die ganze Geschichte. Am Ende war sie voller Tränen, aber, es war doch gut ausgegangen.

Nicht für alle.

Die Traurigkeit in ihr. Die Geschichte einer unglücklichen Liebe tauchte auf, Romeo und Julia, viele Geschichten. Nein, bitte nicht, lasst mich nicht durch die Traurigkeit zerschmelzen.

Dunkle Gestalten wollten sich einmischen. Sie nahm Gefühle war, Haß und Wut, Vernichtungswillen.
Nein, nein, nein, ich will das nicht. Ich bin doch Geist, ich will wachsen, ich will nicht darin zerschellen.

Die Düsternis löste sich auf.

Wo kamen nur die ganzen Bilder her ... ???

Ihre Fantasie! Alle ihre Gefühle wurden zu Bildern. Sie begriff, dadurch gewann die Umgebung ein Bild von ihr, wer sie war und was sie war und vor allem auch, was sie wollte und was sie nicht wollte.

Dann sah sie die vielen schönen Wesen. Sie waren einfach schön, in ihrer Art, in ihrem Wesen. Ja, sie hatte sich für das Schöne entschieden und die Welt um sie herum offenbahrte es ihr.

Alle diese Wesen, sie schauten sie an. Und sie spürte die Berührung. Sie wurde von ihnen geliebt.
...

<< Hallo, du bist ein so wunderschönes Wesen. Danke, dass du uns besuchst >>

Wer nur hatte ihr diese Gedanken gegeben?

Dort, hinter den Bergen, bei den sieben Zwergen. Eine Schwiegermutter schaute sie an. Und sie war gar nicht böse.

<< Ja, ich bin es >>

Enna sandte einen Gedanken: << Verstehst du mich? Kannst du mit mir ... telepathieren? >>

<< Telepathieren *grins*, was für ein Wort. Ja, ich verstehe dich. Du musst von sehr weit gekommen sein, etwas wie dich gibt es hier nicht. Nicht in allem, was uns umfasst. >>

Enna: << Wie groß ist denn euer Raum, in ... Lichtjahren gemessen >>

<< Lichtjahre? Was ist ein Raum, ein Jahr, was ist Licht? Ich muss ein wenig in deinen Erinnerungen suchen ... ja, ich verstehe, was du meinst. Es sind 2 Trilliarden Lichtjahre Raum und 1 Trilliarde Zeiteinheiten ... gemessen in ... hmmm ... Jahren >>

Enna: << So groß???. Das sind 10 hoch 21 Größeneinheiten ... >>

<< Es ist doch nur eine Zahl. Und von dir gibt es dort keine Spuren. Bitte, sage uns, von wo kommst du her? >>

Enna: << Gibt es eine Grenze für eure Welt? >>

<< Nicht wirklich. Das Ende führt wieder zum Anfang zurück. >>

Enna: << Das ist eine Grenze. Der Kreis, oder eine Kugel, oder Hyperkugel, ich weiß nicht wieviel Dimensionen eure Welt hat. Ich komme von jenseits der Grenze. >> 
...

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