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Arianne 243 - Lilia 02

Arianne im Dialog mit einem Ritter der Weißen Lilie.


Lilia 02

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Eine gewaltige Streitmacht materialiserte. Weiße Ritter auf  Pferden. Es mußten tausende sein.
...

Die farbige Frau stand immer noch da. Nichts von alledem schien sie beunruhigen zu können.
Unruhig galoppierten die Reiter umher, sie schienen etwas zu suchen. Dann sahen sie M28.

<< Dort, seht ihr ihn? Es ist einer der Verbotenen. Er scheint verletzt zu sein. Die Spuren ... dort hat ein Kampf stattgefunden. Sage uns, wo ist SIE!!! Wenn IHR etwas passiert ist ... wir werden dich ... >>

M28: << Was wollt ihr mit mir tun? >>

Arianne: << Lasst ihn. Wenn ihr SIE wiederhaben wollt, verhaltet euch still, hört auf ihre Stimme. >>

Es wurde totenstill.

Dann, ein sanftes Flüstern war zu hören. War es Telepathie, oder ein gesprochenes Wort?

<< Hier, schaut, hier könnt ihr mich finden. >>

Die Ritter mußten etwas erkennen. Bis auf einen galoppierten sie alle in eine bestimmte Richtung ... und verschwanden aus dem sichtbaren Bereich.
Einer blieb zurück. Er näherte sich Arianne.
...

Ritter: << Deine Gedanken. Sie sind so suggestiv. Als wenn wir selbst ein Teil davon sind. >>

Arianne: << Das ist gar nicht so verkehrt. Um mich geht es hier aber nicht. Behütet Sie, beschützt Sie, und lasst Sie nicht mehr allein. Ihre Feinde dürfen ihr nichts tun, sie ist so ungeheuer wertvoll für das Leben. >>

Ritter: << Die Rationalisten, sie wollen alles vernichten, was ihren Vorstellungen widerspricht. Wir können ihre Magie nicht ausschalten. Das Universum selbst duldet sie ja und gibt ihnen diese Macht. Aber wir können sie aufhalten ... bis ... bis wir einen Weg gefunden haben, bis die Entwicklung so weit ist, dass wir sie zurückweisen können. >>

Arianne: << Ich weiß. Eure Göttin, ich will nicht, dass sie stirbt. Und glaubt mir, mein Wille wird sie erhalten. >>

Ritter: << Bist du vielleicht das, was wir so sehr vermissen? >>

Arianne: << Nein, es geht um SIE. Wenn SIE stirbt, dann sterben auch alle Pflanzen dieses Universums, denn sie ist ihr Licht, die Lebenskraft in ihnen. Kannst du dir vorstellen, was das bedeutet? >>

Ritter: << Lilia ... sie ist die Göttin der Pflanzen. Aber wir wußten nicht, dass alles Leben davon abhängen könnte ... >>

Arianne: << Am Ende gäbe es nur noch Superzivilisationen, die keine natürlichen Ressourcen mehr brauchen. Nichts mehr würde nachwachsen können, behütet durch die Natur. Die Quelle des Lebens würde versiegen und damit auch die Magie des Universums. Dann würde es auch diejenigen treffen, die meinen, sie wären unabhängig davon. Die Konsequenz wäre ein totes Universum, weit vor seiner Zeit. Nicht, dass dies das Ende von allem wäre, aber es wäre schade um all diese schönen Lebensformen, die sich niemals entfalten konnten. >>

Ritter: << Wir lieben unsere Lilia und wir würden für sie sterben, damit sie leben kann. Ohne sie, nein, daran möchte ich nicht denken, weil meine Gedanken einfach versiegen würden. Allein der Gedanke, sie würde vergehen, ist wie eine Berührung mit dem Hauch des Todes. >>

Arianne: << Ich sehe, du hast es begriffen. Nun geh zu ihr, sie wartet schon lange auf dich. Ich zeige sie dir. >>

Der Hintergrund leuchtete auf, er bildete eine Filmleinwand und der Film zeigte einen Hügel, tausende von weißen Rittern, die dort lagerten und ganz oben, eine Göttin, die sie anlächelte.

Ritter: << Ich sehe SIE, sie ist so glücklich ... aber, das ist ein Film, wie soll ich in einen Film hineingehen? >>

Arianne: << So wie die anderen Ritter. Siehst du, sie freut sich. Sie freut sich, dich zu sehen. Nun geh schon, frage nicht nach mich. Es ist nicht wichtig für dein Verständnis der Welt. Deine Göttin ist dort vorne, sie braucht dich. Ich werde mich um die Verzweifelten kümmern, die Magier, die Gestaltlosen. Wir werden einen Weg finden, IHR Leben zu erhalten und auch den Rationalisten eine Existenz ermöglichen, die sie akzeptieren können. Nein, es muss nicht nur einen Weg geben. >>

Ritter: << Du willst Dinge erhalten, die niemals nebeneinander vorhanden sein können? Denke, welche Verbrechen sie bereits auf sich geladen haben. Für uns sind sie die Verbotenen, die kein Recht mehr in Anspruch nehmen dürfen. Wir wollen sie vernichten, und sei es, dass wir mit ihnen gehen müssen. Und wir werden einen Weg finden. >>

Arianne: << Es ist eine Frage des Bewusstseins. Nur die Grenzen des Ichs zwingen scheinbar dazu, andere auszuschalten, weil das eigene Universum zu klein erscheint. Aber das stimmt nicht. Es gibt keine Grenze, die nicht überschritten werden könnte. Glaube mir, ich weiß es. >>

Ritter: << Du sprichst über Unendlichkeit, als wäre sie gegeben. >>

Arianne: << Sie ist und ich bin. Nun bitte, geh endlich zu ihr. Auch das Endliche bedarf der Aufmerksamkeit des Ichs. Denn worauf sonst sollte sich eine Unendlichkeit begründen können? >>
...

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