Arianne 248 - Die weiße Lilie 02

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Die Weiße Lilie

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Sie wurde gejagt. Und sie hatte den Kampf verloren. Verzweiflung überkam sie, Tränen liefen ihr aus den Augen.
Ihr Himmel, er wurde blutrot. Alle konnten es sehen. Und es begann zu regnen. Fluten schossen aus dem Firmament. Überall dort, wo es einen Himmel gab.

Aber auch im Regen ... sie beteten zu ihr.

Der Himmel weinte.

Vielen brach es das Herz. Sie verloren, was sie so sehr geliebt hatten ...

Die weiße Lilie biss die Zähne zusammen. Wut durchflutete sie und sie warf die Wut hinaus. Auf einen der Jäger. Er zerplatzte. Ein wildes Geschrei tobte durch Raum und Zeit. Todesschmerzen eines Killers.

Wer kann es da den Kreaturen verübeln, wenn manche von ihnen frohlocken?

Ha! Umsonst würden die Jäger sie nicht bekommen.

Ein Pyrrhussieg?

Fragt sich nur, für wen.

Es waren viele, sehr viele. Ein Gestaltloser näherte sich ihr. Sie dachte sich ein rotierendes Schwarzes Loch, ein vierdimensionales Parabolisches Hyperboloid. Eingebettet in eine fünfdimensionale Welt. Er wurde zerrissen, zerfledderte in die beiden Hälften hinein.

Noch so ein Entsetzenschrei. Sollten sie doch, sollten sie nur ...

Ein Gestaltloser der zerfledderte. Also, auch die waren nicht ewig.

Es konnten doch nicht unendlich viele sein?

Dann wurde sie getroffen. Von destruktiver schwarzer Magie. Was war das nur für eine Substanz?
Schmerzen durchfluteten sie. Sie fühlte sich schwach, so unendlich schwach. Einfach nur die Augen schließen und schlafen und ...
...

Eine Berührung. Eine sanfte Berührung in diesem Feuer des Schmerzes und des Vergehens. Ein Gedanke bildete sich in ihr.

<< Vertrau mir. Komm mit mir. Denke einfach nur, dass du mit mir gehen willst. >>

Vertrauen? Wenn das nun eine List war? Was konnte sie tun? Diese Gedanken, sie waren so sanft. Nein, ein Gestaltloser konnte dergleichen nicht aufbringen.

<< Wer bist du? >>

<< Sie nennen mich Ennaira, ich bin das Spiegelbild der Seele von Allem. >>
...

Ennaira? Sie erinnerte sich an eine Legende aus den alten urzeitlichen Schriften der Vordergründigen.
Ennaira, ein Wesen der Tiefe. Geboren aus negativer Energie.

<< Die Tiefe ist nicht mehr getrennt von der Existenz und die negative Energie, sie ist ein Teil der Ganzheit geworden. Wir sind jetzt drei in Eins. Bitte vertraue mir. Ohne dein Vertrauen kann ich dir nicht helfen. >>

Vertrauen? Ja, sie würde ihr so gerne vertrauen. Aber war sie nicht schon so oft betrogen worden? Das Leben in ihr, es würde vergehen.

<< Bitte, wir haben nicht mehr so viel Zeit. >>

Die Bitte war so drängend. Das Wesen hinter den Gedanken, es mußte sie wirklich mögen. Ja, und wenn es ihre letzte falsche Illusion war. Sie würde ihr folgen.

<< Bitte, nimm mich mit dir >>
...

<< Liebes Wesen. Das Schicksal hat sich gegen dich entschieden, aber ich akzeptiere es nicht. Nachdem bereits Lilia gerettet wurde ... bist du nun dran. Es ist ein Eingriff in den Lauf der Dinge.

Allerdings muss ich etwas von dir zurücklassen, eine Leiche. Keine Angst. Es ist ein Spiegelbild von dir, zurückgespiegelt aus der gespiegelten Welt. Sie werden den Unterschied nicht erkennen. Deine Seele, das Leben in dir, es ist jetzt in mir.

Die Gestaltlosen werden dich tot sehen. Persephonia wird eine Kopie deiner Seele finden und sie mit sich nehmen. Bedenke, ein Teil von dir ist dann tot, er ist ein Teil der Transzendenz. Das muss so sein, denn alle Kopien deines Selbst sind ein Teil deiner Einheit. >>

DwL: << Persephonia? Die Legende von einem Wesen der Transzendenz? Aus der Welt der Schatten? Die andere Seite? >>

E: << Sie ist, so wie ich bin und so wie du bist. Damit du es auch bleibst, bist du jetzt hier. In der unwahrscheinlichen Zeit. Niemand wird dich hier finden, außer ... nein, sie will es ja auch, dass du gerettet wirst. Nur, es sollen nicht alle mitbekommen. >>

DwL: << Ennaira, das Spiegelbild ... redest du von Arianne? Sie ist so weit weg. Nie habe ich geglaubt, dass sie wirklich existiert. Ein Wesen der Unendlichkeit. Ich bin doch nur eine kleine endliche Göttin. Und ein Teil von mir ist tot? Ennaira ... es macht mir Angst. >>
...

E: << Klein ist relativ. Deine Größe ist real. Wir können sie sehen. Hab keine Angst, die Transzendenz ist, damit bist auch du, auch der Teil von dir, der tot ist. Es ist nur eine andere Sicht auf die Dinge. Der lebende Teil von dir, er trägt deine Seele. Sie ist die Essenz deiner Existenz. >>

DwL: << Aber mein Volk, meine Geschöpfe, was wird aus ihnen? Sie vertrauen auf mich und ich ... ich vermisse sie so sehr. Sie sind doch ein Teil von mir ... ich kann sie nicht einfach sich selbst überlassen ... >>

E: << Ich spüre deine Sehnsucht und dein Verlangen. Ja, ich sehe es, du bist in ihnen verwurzelt. Ich kann dich nicht einfach herauslösen ... du würdest es nicht überleben. >>

DwL: << Liebe Ennaira, rette meine Lieben, wenn du mich retten willst, bitte, ich bitte dich so darum >>

E: << Das kann ich nicht allein entscheiden. Arianne, Ari0nne? >>

Plopppp

Nun waren sie zu viert. Ari0nne, Arianne, Ennaira und die Weiße Lilie.

Arianne: << Der Zeitstrom ist sehr labil. Ich kann ihn nur ganz beherrschen oder ich muss ihn für sich entscheiden lassen.
Er hat keine Janine, die ihn betreut. Die paranormale Energie war nicht dicht genug, um ein solches Wesen zu tragen. Was bleibt ist die Magie, und die haben sich einige kleinere Lebensformen zu Nutze gemacht. Dass sich die Magie so leiten lässt, es war nicht vorgesehen. Sie ist eben zu klein und doch zu groß. In diesem Fall ist es schädlich, dass sie ein Eigenbewusstsein hat.

Es strebt nach Größe, die es nicht hat.

Dennoch möchte ich die Eigenbewußtseine dieses Zeitstromes nicht auslöschen. Manche der Entwicklungstendenzen sind wichtig für die Existenz. Bedenkt, der Zeitstrom ist unendlich, Lilies Universum ist nur ein verschwindend kleiner endlicher Teil davon.

Lasst uns eine Alternative bilden, eine parallele Welt schaffen. Wir verlegen sie in die unwahrscheinliche Zeit.
Lilie, dort hinein bringe ich dein ganzes Volk, alle die an dich glauben. Und die nicht an dich glauben, na ja, sie bleiben wo sie sind. Oder, wir zeigen ihnen die Veränderung und lassen sie dann selbst entscheiden, ob sie folgen wollen oder nicht. Wenn nicht, sie werden gar nicht merken, dass sich ihre Welt verändert hat. >>

DwL: << Bitte, bitte liebe Arianne, zeige allen, dass es dich gibt. Lass sie den Himmel spüren und dann selbst entscheiden ... bitte, mach den Himmel auf ...>>

A: << Lilie, ich verstehe dich. So soll es geschehen. Und noch etwas wird geschehen, ich werde mit Persephonia reden ... bedenke, wir drei entscheiden die Welt durch unsere Gedanken, und wir allein können sie verändern, selbst diejenigen, die bereits einmal gedacht worden sind ... >>

Ennaira und Arianne: << So soll es geschehen, und so war es einmal gewesen... >>
...

Die weiße Lilie, in ihrer Ganzheitlichkeit, lebendig und strahlend.

<< Liebe Wesen, ich möchte euch umarmen und lieben... >>

Wir wissen schon, dass solche Wünsche nicht ungehört bleiben, nicht bei Arianne und auch nicht bei Ennaira und Ari0nne ...

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