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Arianne 249 - Lilia 03 - Barby

Sie ist ein Gedanke der Lilia und sie verändert die Welt.


Barby

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Eine kleine Puppe, eher ein Püppchen. Gerade mal 30 cm hoch. Welche Bedeutung kann darin schon versteckt sein?
Nun, es kommt darauf an.

Worauf?

Auf den Blickwinkel, unter denen die Puppe betrachtet wird.

Und wenn die Puppe selbst zum Betrachter wird ...

<?>

Eine Weihnachtsfeier im Krieg. 10 Erwachsene, 5 Pärchen und 12 kleine Kinder.
Es war nur ein besonderer Ausdruck von Grausamkeit. Alle Beteiligten sollten anschließend erschossen werden.

Warum dann die Feier?

Warum nicht? Es war ja Weihnachten. Außerdem wußten die Betroffenen nichts davon. Sollten sie erst einmal feiern.

Und danach ... ?

Der Krieg duldete keine Überlebenden auf der anderen Seite.
...

Ein kleines Mädchen, Janina war ihr Name.

"Mama, das kleine Püppchen, kann ich es haben?"

Ein fragender Blick von Mama in Richtung des Kommandanten ... sie konnte keine Ablehnung erkennen.

"Ja, nimm es dir."

Janine rannte auf den Weihnachtsbaum zu und nahm die kleine Puppe in den Arm, streichelte sie, hatte sie ganz lieb.
Die großen Augen der Puppe schauten sie an, so ganz direkt, als ob Leben darin wäre ...
...

Kommandant Greulich: "Genug jetzt. Verabschiedet euch voneinander."

Verabschieden? Werden wir denn getrennt?

Nein, es war der letzte Akt von Gnade, die man den Betroffenen zugestehen wollte.

Die Kinder begannen zu weinen. Nur, wen sollten die Tränen jetzt noch rühren? Reine Verschwendung. Was geschehen mußte, es würde geschehen.

Ist das nicht auch nur eine Sichtweise?

Natürlich, aber sie dominiert das Geschehen.

Wir werden sehen. Dominanz ist relativ, wenn sich die Sichtweise verändern kann.

<?>

Das Killerkommando erschien. 5 Soldaten mit Maschinengewehren.

Dann geschah etwas Merkwürdiges. Die kleine Puppe, sie bewegte sich.
Janina hatte mit einem mal einen Gedanken, einen Gedanken, den sie selbst gar nicht gedacht hatte.

Woher kann sie das denn wissen?

Sie wußte es.

<< Laß mich bitte hinunter, auf den Boden >>

Janina, sie war ganz aufgelöst in ihren Tränen. Sie wußte, was nun geschehen würde. Ganz behutsam stellte sie die Puppe auf den Boden.
Und die bewegte sich, ging direkt auf die Soldaten zu.
Das weitere verlor sich dann im Bereich der Fantasie.
Am Ende gab es keine Soldaten mehr, die Macht ausüben konnten.
...

Die Soldaten wagten nicht, sich zu rühren. Hier geschah Seltsames. Seltsames passte nicht in die Befehlssätze der Kasernen. Wo stand in den Handbüchern, was jetzt zu tun war?

<< Ihr sollt gar nichts tun, gar nichts, geht einfach irgendwohin. Und beeilt euch ein wenig damit. >>

Die Gedanken waren sehr eindringlich, und drohend. Sehr eilig ... auuu ... da war etwas gebrochen.

<< Schleppt ihn mit euch. Verschwindet endlich. >>
...

"Hallo ihr. Die sind wir jetzt los. Sie werden nicht zurückkommen. Hinter dem Erdbruch, seht ihr den tiefen Graben dort hinten? Sie sind alle auf der anderen Seite. Nichts kann den Graben überwinden."
...

"Barby, bist du eine Zauberpuppe?"

<< Zaubern? Ja, zaubern, so muss es auf euch wirken. Dabei ist es nur der Unwille in mir, der Gedanken geformt hat. >>

"Deine Gedanken erzeugen das? Aber ... dann ..."

<< ... bin ich Gott? Nein. Ich bin Barby. Und doch ein bisschen mehr als eine eurer Spielzeugpuppen. Ich mag euch... und darum habe ich die anderen fortgeschickt. Sie wollten euch töten. Dann ... wäre ich allein gewesen, ganz allein auf diesem Schlachtfeld mit all seinen Toten. Mit denen kann ich nicht reden, der Geist, die Seele, Lebensenergie, alles ist fort. Und warum nur? Sie waren alle so schön ... nein ... warum mußte dies geschehen? >>

"Der Krieg, die Hölle, wir haben sie nicht gewollt."

<< Ich weiß. Darum helfe ich euch. Aber helfe ich euch wirklich ... denn nun werdet ihr um die Toten trauern ... und der Schmerz, er sitzt so tief >>

Tränen. Überall kullerten Tränen aus den Augen. Und Barby? Hat schon einmal jemand eine Puppe weinen sehen?
...

<< Kommt, lasst uns diesen Ort verlassen, nein, nicht nur den Ort, den ganzen Planeten. Das Universum ist so groß ... ich werde einen anderen Ort für euch finden. >>
...

Im Orbit des Planeten. Eine Scheibe mit einer transparanten Kuppel. Im Innern der Kuppel, Barby und die geretteten Menschen.
Nachdem der größte Schmerz etwas nachgelassen hatte, siegte wieder die Neugier über die Verzweiflung. Die Menschen wollten mehr wissen, über das, was geschehen war.

Heinz, ein Philosoph und Pfarrer, er war nun so weit, dass er Fragen stellen konnte.

Heinz: "Barby, was bist du? Dass unser Gott eine Puppe ist ... eigentlich hatten wir ganz andere Vorstellungen..."

<< Ihr denkt an Weihnachten? Ja, diese Geschichte. Es gibt einen Weg zurück, der euren Vorstellungen sehr nahe kommt. Ich könnte euch dort hinbringen. Aber wollt ihr das wirklich? Ich denke nicht. Euer Glaube ... er ist hilfreich, auf die eine oder andere Weise. Und er sollte bleiben, was er ist. Wenn ihr eine Wirklichkeit dahinter bewusst erleben könnt ... Nein, ihr wollt es nicht. Und es gibt nicht nur einen Weg zurück, zu einer Zeit, die zum hier und jetzt führt. >>

Elfa: "Gibt es denn mehrere Wege aus der Vergangenheit zum Hier und Jetzt?"

<< Oh ja, die Vergangenheit, sie konstruiert sich aus der Gegenwart, aus dem, wie es geschieht, so wie sich die Zukunft aus der Kausalität des Geschehenen heraus bildet.  Bilden sollte ... na ja ... >>

Heinz: "Die Vergangenheit ist nicht festgelegt?"

<< Nein, es gibt keinen definierten Anfang. Die Wege in der Zeit sind unendlich. So konstruieren sich Vergangenheit und Zukunft aus einer Begebenheit der Existenz.  Aber das geht sehr weit ... weit über die Entwicklungsgeschichte eines Universums hinaus ... >>

Otto: "Aha."

Heinz: "Und die Existenz? Entsteht sie spontan?"

<< Für euch nicht. Sie ist euch gegeben und als endliche Wesen habt ihr immer einen Anfang und ein Ende. Auch wenn ihr ein darüberhinaus zu erkennen glaubt. >>

Seban: "Als Puppe wirkst du ganz schön gelehrt. Aber, wir können auch nur glauben, was du uns erzählst."

<< Ich darf euch nicht zu viel vermitteln. Wenn es mehr ist, als ihr verarbeiten könnten, es wird dann alles grau in grau und euer Selbst, es kann darin verloren gehen. Ihr flüchtet euch in den Tod, wenn das Leben zu schwierig wird. >>

Ulla: "Der Tod, wir haben ihn so oft erfahren müssen. Er ist so voller Leid und Schmerz. Und er ist so unendlich tief und grausam."

<< Der Atem der Unendlichkeit, er berührt euch in vielen Dingen. Wenn es Liebe ist, oder Schmerz. Oder beides in einem. Hass und Grausamkeit, es bestimmt eurer Dasein so oft, viel zu oft. >>
...

Joanna: "Barby, was hast nun mit uns vor?"

<< Ich will euch einen Neuanfang ermöglichen. Nein, nicht nur euch Wenigen. Es gibt mehr als nur eine Barby, die dort unten eingegriffen hat. Von den 20000000 Puppen sind noch 2000 übriggeblieben. Jede wird ihre eigene Kuppel schaffen und dort Menschen retten. >>

Heinz: "So wenige von 20 Millionen?"

<< Eure Spezies hat gewütet, dort unten. Zorn und Haß. Der Teufel hätte es nicht besser tun können. Dabei war nichts von ihm zu sehen. Ihr seid es selbst gewesen. >>

Annabella: "Barby, wie kann es geschehen, dass du ..."

< Warum ich bin, wie ich bin? Es war nicht immer so. Ein Gedanke von Lilia, und ich war da. Die 2000 Puppen mit paranormalen Fähigkeiten, sie sind nur Inkarnationen meines Selbst. Seht, so bin ich wirklich. >>

Plooppp.

Barby war nun so groß wie die erwachsenen Menschen um sich herum. Und sie wirkte immer noch puppenhaft. Nein, diese Ausstrahlung wollte sie nicht ablegen.

<< Seht, das bin ich. >>

Heinz: "Barby, du bist so schön. Bitte, kannst du uns sagen, wer Lilia ist?"

<< Eine Göttin, die selbst in Schwierigkeiten geraten ist. >>

Annabella: "Eine Göttin?"

<< Ja, es gibt sie. Ihre Gedanken erzeugen Existenz und Leben. Es gibt Gegenkräfte, die dies verhindern wollen. Der reine Geist der Vernunft, Rationalisten. Sie wollen die Götter vernichten. >>

Heinz: "Aber ... was bleibt dann?"

<< Das, was ihr schon kennt. Konkurrenz, Krieg, es darf nur einen geben ... Die ganze Evolution wird reduziert auf das Miteinander und Gegeneinander von Gesetzen. >>

Ulla: "Aber ... wer hat die Gesetze geschaffen?"

<< Die Evidenz. Sie denken, dass ihre Existenzen selbstverständlich sind. Sie müssen nicht hinterfragt werden. Und die Gesetze der Natur, die dahinterstehen, werden als Teil der eigenen Gesamtheit betrachtet, die es zu erforschen gilt. Eingriffe, die etwas daran verändern könnten, werden abgelehnt. >>

Heinz: "Dann wären wir jetzt alle tot."

<< Ja. Das Für und Gegeneinander ohne ein wenig hilfreiche Unterstützung ... es führt in der Summe zu einem Nichts. Es ist wie mit der Entwicklung eurer Kinder. Wenn ihr ihnen keine Liebe gebt, können sie sich nicht entwickeln. >>

Ulla: "Aber ... warum trifft es so viele? Gibt es für all die Getöteten denn keinen Gott?"

<< Die Frage der Gerechtigkeit. Sie entsteht aus euch heraus, weil ihr Ungerechtigkeit erlebt. Die Unterstützung, die ihr erfahrt, es ist die Lebenskraft in euch. Sie zeigt euch, wie ihr eure Träume verwirklichen könnt. Nur, wenn alles um euch herum zerbricht, macht das auch keinen Sinn mehr. Und da die Götter nicht eingegriffen haben, habe ich es getan. >>

Heinz: "Barby, was bist du? Im Vergleich mit den Göttern des Kosmos?"

<< Ich bin ein Gedanke der Lilia. Und ich entwickele mich weiter. Was noch kommen wird, ich weiß es nicht. Sie hat mir so viel mitgegeben, dass ich selbst wie eine Göttin handeln kann. Ob ich die Rationalisten fürchten muss, ich weiß es nicht. Vielleicht hat mir Lilia mehr mitgegeben, als sie selbst sein kann.

Aber ich suche die direkte Auseinandersetzung nicht. Ich möchte ihr Erbe nicht riskieren, wenn sie sterben sollte ... >>

Mit einem mal mußte Barby weinen, so ganz tief und voller Tränen. Nun war sie es, die von den Menschen getröstet wurde ...
...
Lilia und Barby
Lilia und Barby

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