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Arianne 256 - Darky und Photonia 03

Photonia betritt einen Tunnel und findet eine Ebene der Existenz.


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Photonia und die Neugierde

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Photonia und die Neugierde. Ja, neugierig war sie. Und diese vielen unerforschten Tunnel ... dort gab es etwas, außerhalb ihres Ich, das ihre Gedanken nicht selbst geschaffen hatten.

<< Darky, ich werde den Tunnel betreten. >>

Wenn du es willst. Aber, Photonia, die Ebene, sie wird versuchen dich zu halten. Wenn sie dich erkennt. Ich möchte dich nicht gleich wieder verlieren ... es gibt doch so viel, was wir gemeinsam erforschen können.

<< Wie erkennt mich die Ebene? >>

Wenn du paranormale Energie verwendest, und sei es nur das Lesen eine einzigen Gedankens, dann bist du drin in der Ebene. Du kannst das Wenige nicht von Allem trennen. Die ganze Ebene, bis in das letzte Elementarteilchen hinein, alles wird deins. Und das ist noch längst nicht alles, du wirst alle Stufen der Unendlichkeit assimilieren ... und glaube mir, so eine Ebene ist sehr sehr groß. Auch für ein unendliches Wesen. Es gibt dort keinen Abschluß in der Unendlichkeit.

<< Kein Abschluß in der Unendlichkeit. Ja, das kenne ich. Es zieht und zerrt ... für alle Wesen ist es absolut tödlich. Auch für diejenigen, die in Unendlichkeiten reichen. So frage ich mich manchmal, bin ich überhaupt ein Wesen? >>

Photonia, du umfasst alle Unendlichkeiten, aber nicht im begrifflich fassbaren Sinne. Es ist Veränderung. Wenn du die Menge aller Mengen verstanden hast, zieht dich deren Potenzmenge in das nächste höhere Gefilde. Daraus resultiert deine Schaffenskraft. Du versuchst die Dinge mit Inhalten zu füllen, es geschieht durch deine Gedanken. Aber du kannst niemals zu einem Abschluß kommen, es gibt eine immer sich fortsetzende neue Unendlichkeit.

<< Nun verstehe ich allmählich, dass manche dich um das Vergessen bitten. >>

Weißt du, ich selbst habe keine Schaffenskraft. Ich kann es nicht. Ich kann nur sehen, schauen, und bewerten und alles wieder vergessen machen.

<< So richtig beneiden kann ich dich darum aber auch nicht. >>

Photonia, das Wesen der Existenz, es beinhalten alle Freuden und Leiden, Geburt, Zerstörung und Tod.
Wenn ich dich um die Freuden beneiden sollte, sehe ich auch die Untiefen, die sich bilden können.
Nein, ein Wesen der Existenz muss sich selbst finden und beides akzeptieren.

<< Darky, ich leide und ich habe Freude. Was du sagst, es ist richtig. Nur meinen eigenen Tod, den kenne ich noch nicht. Es gab aber etwas vor meiner Geburt, so wird es auch etwas nach meinem Tod geben. Auch wenn alles ins Unendliche gedehnt erscheint, so ist es doch fragil und zerbrechlich.

Alles und Nichts berühren sich auf der Metaebene der Existenz, sie sind der ständige Begleiter in allen Unendlichkeiten. So kann auch ich an einem völlig unbedeutenden Ort sterben und dann ist es vorbei. >>

Photonia, bitte denke nicht an den Tod. Für ein unendliches Wesen wie du kann das tödlich sein. Denn der Tod mag sich gerufen fühlen, so wie du mich gerufen hast. Aber der Tod ist kein Ende für dich, er führt dazu, dass du dich selbst zerlegst. Denn du bist kein Wesen, das andere zerlegen könnten.

Der Tod wird dich ohnmächtig machen. Nichts kannst du mehr gestalten, nur noch deine Erinnerungen vernichten. Und die Geister der Fehlgeburt, sie kommen aus dir. Es sind deine Alpträume. Sie werden sich an deinen Gefühlen laben, deine Vergangenheit fressen, deine Seele zerreißen. Denn wohin soll  sie sich flüchten, da du selbst die Heimat für alle toten Seelen bist? Nichts kannst du dagegen tun, nur fallen und fallen und fallen ...

<< Darky, ich will nicht sterben. Ich bin nur ein bisschen müde und enttäuscht. Ich habe so viel gegeben und so viel Leid auf mich genommen, damit meine kleinen Geschöpfe leben können und nicht verlorengehen, in ihrem inneren Zwiespalt. Sie haben mich verflucht, verachtet, alle meine Ziele negiert und meine Liebsten vernichtet. Um mir zu zeigen, dass ich mich irre. Es tut mir weh. >>

Es kann doch aber nicht sein, dass alle deine Geschöpfe deine Existenz negieren?

<< Nein, das ist es nicht. Es gibt eine Vielfalt im Streben und in den Gefühlen. Aber in der Gesamtheit fällt das Negative ins Gewicht. Die Energie des Lebens, sie wurde verschenkt, damit ihre Triebkraft die Verzweiflung überwinden hilft. Wenn sie nur zum Lustgewinn verwendet wird ... sie erleben einen Moment der Extase und danach ... es ist nichts mehr da, was ihnen in ihrer Dunkelheit helfen könnte. >>

Photonia, ich weiß, was in dieser Dunkelheit geschieht.

<< Ach, Darky, ich muss weinen ... >>

Die beiden ungleichen Wesen, Licht und Dunkelheit, sie verstummten für einen Moment.

...

<< Darky, ich sehe die Ebene. Sie ist riesig. >>

Unendlich riesig. Sie ist genau so groß wie du.

<< Was ist das für ein Leuchten? >>

Feuer. Ein Zeitstrom brennt. Das Potential der Vernichtung hat sich dort realisiert.

<< Ich könnte es auspusten. >>

Photonia, dann bist du drin in der Ebene. Willst du nicht vorher lieber ein wenig forschen, was sich dort so tut? Ohne dass es ein Teil deines Selbst geworden ist?

<< Mmmh. Ich mag das Feuer nicht. Es erinnert an Zerstörung und Vernichtung. >>

Nicht jedes Feuer ist ein Ragnarök, das eine Welt vernichtet. Und manchmal, manchmal bereinigt es und macht den Weg frei für einen Neubeginn.

<< Dieses Feuer dort nicht. Ich verstehe es. Es ist die ultimative Zerstörung ohne Neubeginn. Wenn ich es nicht stoppe, wird es sich ausbreiten und ausbreiten ... >>

Lass uns bitte erst die Ebene erforschen. Wo ein Feuer ist gibt es oft auch eine Gegenwehr. Wenn es die nicht gibt ... dann ist die Ebene verloren. Du kannst sie dann nicht retten, wenn du es versuchst, wirst du mit ihr in den Untergang gezogen.

<< Womit alle optimistischen Gedanken erst einmal beiseite geschoben sind. Wenn ich das Feuer lösche, kann es trotzdem eine Gegenwehr geben, der ich zu Hilfe gekommen bin. Und wieviel Unheil ich dann verhindert habe ... >>

Photonia, bitte mach deine Existenz nicht zum Spielball von Wahrscheinlichkeiten. Ich will dich nicht verlieren. Ich liebe dich.
...

Nun denn, das Feuer brannte weiter.

Der erste Kontakt.
...

Eine Armee auf dem Weg zu ihrem Schlachtfeld.

Doch was war das, direkt auf dem Weg ins Tal, wo die Lichtgläubigen auf ihr Schicksal warteten ...
Eine ... eine Frau! Bedeckt von langen Haaren. Darunter war sie völlig nackt!! Was für eine Blasphemie!!!

Aber das sah man doch gar nicht.

Albert der Heerführer sah was er dachte und er dachte was er sah. Nicht immer. Aber diesmal war er sich sicher. Es mußte so sein. Die moralische Verfehlung lud ja geradezu dazu ein ... Und da sie schon nackt war, brauchte man sie gar nicht mehr auszuziehen.

Wie nannte man das ... Lady Godiva! Ein Begriff, der ihm einfiel. Wo kam der nur her?

Gedacht, getan? Irgendetwas war nicht so wie es sein sollte. Die Frau zeigte kein bisschen Angst. Und sie schaute ihn an, direkt in die Augen.

Was für eine Provokation! Darauf stand die Todesstrafe ... aber die hatte sie sich ohnehin bereits verdient. Wie konnte sie einfach so dastehen und darauf warten, dass sie getötet wurde?

Albert rief seine vierundreißig Vorreiter zurück, die sich in Bewegung gesetzt hatten. Das Ungeheure dieses Vergehens, es hatte sie beflügelt. Bewegung, die scheinbar von selbst stattfand. Sie wollten sie einfach niederreiten, damit der Weg wieder frei werde.

Nein, diesmal wollte er es selbst ... ja, was wollte er eigentlich? So etwas hatte er noch nie erlebt. Eine einzige Frau stand da und versperrte den Weg für 20000 schwerbewaffnete Kriegsknechte.

Zwei Meter vor der Frau blieb er stehen. Hoch zu Pferde, von oben heraub, blickte er auf die Erscheinung.

Erscheinung?

Nun ja, sie wirkte etwas feenhaft. Wie ein Wesen der Scheinwelten.

Von oben blickte er auf sie herab ... aber er fühlte sich dabei, als würde sie auf ihn herabblicken.
Nein, er konnte sie nicht einfach töten. Niederreiten, mit seinem Speer durchbohren. Es ging nicht.

Er empfand Ehrfurcht, Bewunderung. Und das für eine Frau! So etwas hatte er noch nie erlebt.
Hinter ihm wurde es unruhig.

Er wandte sich kurz um. "Ruheeee!!!!!". Oh ja, er konnte sehr laut werden. Das war bestimmt eine seiner Qualifikationen für das Amt, das er bekleidete.
Still war es nun, selbst die vorlauten Flugtiere in den Bäumen waren verstummt. So still, ihm taten die Ohren weh, so still war es!
...

A: "Wer ... wer bist du?"
...

"Ein Wesen, ein Gast, eine Durchreisende."

A: "Aber ... das hier ist unser Weg. Warum versperrst du ihn?"

"Du fragst, warum ich hier stehe? Ich will nicht, dass ihr die dort unten niedermacht."

A: "Wie willst du das verhindern? Nur mit Worten? Sieh die Macht, die hinter mir steht. Ein Wort von mir, und sie werden dich zermalmen. Wenn 20000 Mann über dich hinweggezogen sind, nicht einmal ein Atom wird dann noch von dir zu finden sein."

"Warum setzt du sie nicht ein, deine Macht?"

A: "Ich ... ich ... ich ..."

"Ja?"

A: "Ich kann es nicht."

"Nur, weil ich hier stehe? Was siehst du in mir?"

A: "Etwas ganz ... ich kann es nicht formulieren. Du siehst aus wie eine Fee aus den Schattenwelten.
Aber du bist keine Fee. Der Magier hätte sonst bereits in sein Horn geblasen. Du wirkst vollkommen, wie die Verkörperung aller unserer Sehnsüchte. Und das ist mehr, als uns die Gene in unserer Evolution mitgegeben haben."

"Für einen Heerführer wirkst du erstaunlich gelehrt. Atome, Gene, Evolution. Ich hätte das eurer Entwicklungsstufe gar nicht zugetraut."

A: "Du redest aber auch nicht wie eine Magd von vorgestern."

"Ich bin mehr als ich bin. Das verstehst du vielleicht nicht, aber das ist mein Wesen. Um mich nicht in Unklarheiten zu artikulieren, ich bin eine Fremde hier. Mein Wesen ist nicht von hier."

A: "Du bist mehr als du bist ... ich sehe darin eine Beschreibung des Unendlichen. Aber so wie du dastehst, du wirkst wie eine normale Frau, ohne besondere Macht und Magie. Aber da ist mehr ... mehr als ich sehen kann. Bitte, sage mir, was bist du?"

"Ich bin überrascht, dass du mich verstanden hast. Nun, dann will ich mich offenbahren, ich bin ein Wesen der Existenz."
...

Plumps. Albert lag lang ausgestreckt im Staub vor ihr. Und das ganze Heer, sie hatten alles mitbekommen ...

Was die alles für Staub aufwirbeln können!
...

<< Darky, was tun sie da? >>

Das ist ein Zeugnis ihrer Verehrung für dich. Du bist für sie die Gottheit in allem, was sie denken und fühlen und wahrnehmen können. Etwas, wonach sie sich so sehr gesehnt haben. Es ist aber viel mehr als nur ein individuelles Erleben. In diesem Verhalten findest du Milliarden und abermilliarden Entwicklungsgeschichte der Ebene wieder.
...

"Steht auf. Ich will euch nicht darniederliegen sehen."

Niemand rührte sich.

"Ihr seid doch Soldaten. Oder vielleicht nicht! Ich befehle euch, steht auf!"

Rappel ... es dauerte weniger als 2 Sekunden, und sie standen. Ein Heer von 20000 Mann, in 2 Sekunden!
...

"Na, wer sagt es denn, es geht doch."
...

Aber so schnell, da mußte etwas anderes dahinter stecken. Wenn sie doch nur ... nein ... sie wollte draußen bleiben, nicht hinein in die Ebene. Auch wenn das alle ihre Fragen beantworten würde. So mußten die anderen die Fragen beantworten. Wenn die wüßten, dass sie so betrachtet überhaupt keine Macht hatte. Ein einziger von diesen Kriegern konnte sie bereits davonblasen.

Oder? Nein. Auch sie konnte ein Schwert führen.

Darky: << Photonia, du machst mir Angst. Du als endliches Wesen, sie könnten dich töten ... >>

Photonia: << Und du? Kannst du mich nicht beschützen? >>

Darky: << Das könnte ich, aber dann würde ich hier als Teufel in Erscheinung treten. Und den hassen sie noch mehr als sie ihn fürchten ... Es würde die Geschichte der Ebene verändern.  Und ich weiß nicht, ob die Ebene das so einfach hinnehmen würde. >>

Photonia: << Die Ebene? Sie kann selbständig agieren? Hat sie denn ein Bewußtsein, lebt sie? >>

Darky: << Nicht in unserem Verständnis. Sie kann Wirkungen erzielen, denen wir nichts entgegensetzen können. Fordere niemals eine Ebene heraus, wenn du ein Gast in ihr bist! >>
...

Darky im Lichte von Photonia
Darky im Lichte von Photonia
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