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Arianne 274 - Flora

Terrania befreit Flora aus ihrem Käfig.

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Terrania triff Flora

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Terrania schaute sich um. Der Raum, oder was immer sie dort sah, er war nicht eben. Zerklüftet, voller Höhen, Tiefen und Weiten, deren Ende sie nur erahnen konnte.

Alles schien sich zu bewegen und es veränderte sich.
Sie schaute genauer hin und dann sah sie es. Es waren fraktale Strukturen.

Verkleinerungen immer des ewig Gleichen? Nein, jede Wiederholung barg etwas Neues in sich.

Bevor sie einen Teil davon begreifen konnte hatte er sich bereits wieder aufgelöst und etwas Neues wurde geboren.

Es waren Bewegungen, schneller als sie denken konnte.
All das schien unbegrenzt zu sein.

Unendlichkeit ohne Monotonie!

Nein, so weit konnte sie nicht schauen. Sie war doch ein endliches Wesen.
Oder ... vielleicht? Die Unendlichkeit, sie drohte sie zu zerreißen.

Verzweifelt suchte sie nach einem Halt.

Dann sah sie diese riesigen Löcher, sie machten ihr Angst.
Die Tiefe darin, sie schien nach ihr zu rufen.

Ein strukturelles Chaos, das seine eigene Auflösung in sich barg?

Dann sah sie die Spur, sie schien ins Unendliche zu reichen.
Nun, einen Horizont konnte sie nicht sehen.

Aber die parallelen Linien, sie schneiden sich ja im Unendlichen.

Welche parallelen Linien?

Die Spur war nicht gerade. Und es war die einzige, die sie sehen konnte.
Und sie selbst? Ihre relative Lage zu diesem zerklüfteten Gebilde?

Konnte sie sich selbst sehen?

Ja, dort, eine Kugel, eine perfekte Kugel, sie schwebte im Raum und ... in der Zeit? Und sie bewegte sich auf der Spur!

So sah sie sich nun von außen und war doch mitten drin, in ihrem Selbst.
Nein. Mehr als das. Sie war diese Kugel. Ihr Körper, ihre Seele, all das, woraus sie bestand.

Alles was sie mitgenommen hatte. Ein ganzes Sonnensystem mit der Sonne, den Monden und Planeten und Meteroiten und ... mit seiner Eigenzeit, seiner Vergangenheit. Und die Gegenwart? Die Zukunft?

Sie war die Gegenwart! Und die Zukunft, es war ihre Zukunft. Aber woran wurde die Zeit nun gemessen?

Die Erde! Sie konnte die Erde sehen! Und sie sah ihre Seele. Gaia, Psyche, Solfire... Ja, sie konnte ihre Seele sehen!

Es war so viel, das zu ihrem Selbst beigetragen hatte. Milliarden und Abermilliarden Jahre von Leben und Erinnerung, Fantasie und Wirklichkeit.
Sie war nun der Zusammenhang zwischen all den Irrungen und Wirrungen der Zeit, die sie in sich trug. Sie erlebte sich selbst in den Wesen der Zeit und hatte doch ihr eigenes Ich.
...

Terrania spürte eine Bewegung. Eine Bewegung, deren Ursache sie nicht erkennen konnte. Etwas passiert dort, das sie nicht verstand.

Terrania begab sich in ihr Inneres. Und sie wurde fündig.

"Hallo, du."

Terrania: "Hallo, wer bist du? Ich kenne dich nicht ... und doch existierst du hier in mir?"

"Was wundert dich daran?"

Terrania: "Ich ... ich bin alles, was hier ist. Der Zusammenhang, das spirituelle  Bewusstsein der Sphäre, in der ich lebe."

"Oh. Das also ist es also. Weißt du, ich fühle mich eingesperrt, in einem Käfig. Ach ja, du möchtest sicher wissen, wer ich bin. Ich bin Flora."
...

Terrania: "Flora?"

"Ich ... mmh. Kannst du dir vorstellen, dass ... Wie soll ich es dir klarmachen? Ich bin ein unendliches Wesen, und deine Kugel ist endlich.
Deswegen bin ich eingesperrt und ... ich will hier raus! Aber ... ich habe Angst, dich dabei zu zerstören. Du bist so ein liebes Wesen ... nein, das will ich nicht."

Terrania: "Ein unendliches Wesen? So etwas wie die Legende der Arianne?"

"Arianne? Das ist eine Legende. Wahrhaftig. Ich hatte nie eine Berührung mir ihr. Aber darum geht es hier nicht. Ich bin ein Wesen des Kontinuums, eigentlich eine Pflanze oder besser, ihre Blüte. Und doch sehr viel mehr. Ich bin alle Pflanzen und alle Blüten."

Terrania: "Und die Blüten in meiner Welt?"

"Ja, auch die. Sag mir bitte, wie nennst du dich?"

Terrania: "Ich bin Terrania".

"Terrania, die Erde. Ich verstehe. Aber ... die Erde, es gibt sie nicht mehr. Dann bist du die geistige Substanz all dessen, was dort einmal war?"

Terrania: "Und es gibt sie doch! Schau dich ein wenig um. Ach ja, kannst du deinen Käfig verlassen?"

"Nein. Ich brauche deine Hilfe."

Terrania: "Und dann? Kann ich die Geister noch bändigen, die ich dann rufe?"

"Bitte. Bitte hilf mir. Ich tue dir nichts. Siehst du nicht die Pracht der Blüten, der Pflanzen? Glaubst du wirklich, dass das Wesen dahinter eine Bedrohung ist? Mehr kann ich dir nicht geben, um dich zu überzeugen. Aber ich leide in diesem Gefängnis. Es ist die Hölle für mich. Bitte, hilf mir heraus."

Terrania: "Dann bist du der Geist in der Flasche und ich kann den Korken herausziehen."

"So kannst du es sehen. Aber ... ich bin kein Dschinn und auch keine Jeannie. Wenn du mir nicht glaubst, bitte, frag deine Pflanzen und frag ihre Blüten ..."

Ploppp. Der Korken war raus.
...

Ein Wesen materialisierte. Ein unendliches Wesen in endlicher Gestalt.
Flora war ja bereits endlich, nur etwas zu groß, und sie machte sich nun gleich groß zu Flora, so dass sich die beiden Wesen betrachten konnten.

Flora: "Das bin ich."

Terrania: "Du bist sehr schön.

Flora: "Das bist du auch."

Spontan ging Flora auf Terrania zu und umarmte sie.
...

Diese göttlichen Wesen. Kaum treffen sie ihresgleichen und machen sich sichtbar, da knistert es auch schon. Die ganze Geschichte, so wie sie nun weitergehen würde, alles pure Erotik.
Göttliche Wesen sind von Natur aus nackt, sie lieben ihre Körperlichkeit und niemand kann sie darin bremsen ...

Terrania ist ein göttliches Wesen?

Ja, in ihrer Kugel ist sie es. Und Flora als Wesen des Kontinuums, das ist die zweite Stufe der Unendlichkeit. Sie ist vergleichbar mit Jasmin, Bluewhite und anderen.

Wesen des Kontinuums, sind sie nicht in der Regel körperlose Geistwesen?

Flora, nein bitte, Flora ist nicht körperlos.
Schau sie dir doch an. Selbst Erotika könnte bei so viel schöner Körperlichkeit neidisch werden.

Aber ... Erotika ist doch nicht neidisch!. Es ist ihr Geist, der hier wirkt! Und ein reines Geistwesen kann man nicht in einen Käfig einsperren!

"Wer bitte denkt dort?"

Der Hintergrund.

"Ah ja, verstehe."

Das macht nichts, Terrania. Du musst es nicht verstehen und du kannst es auch nicht. Du bist so ein liebes süßes kleines Wesen. So Winzig klein, verglichen mit den Größen des Kosmos, die unbegrenzt sind. Und wenn eine solche Größe sich offenbart, dann wird alles um sie herum zu einem Teil von ihr und denkt mit.

"Kann ich nicht bitte mit Flora direkt ... ?"

Flora. "Ja, das kannst du. Verzeih mit bitte."

Terrania. "Nun gut, Flora. Wie kann denn so ein großes unfassbares Wesen wie Du in einem so kleinen Käfig gefangen sein?"

Flora: "Ich musste mich verstecken. Wir unendlichen Wesen, wir haben keine Option auf ewige Existenz. Das Fressen und Gefressen werden hört nicht einfach auf, wenn ein Wesen unendlich groß wird. Und ich bin körperlich.

Ich schaffe Grenzen durch meine Gedanken, aber meine Körperlichkeit kann darin gefangen werden. Stell dir vor, du wärst ein Photon. Dann hast du keine Eigenzeit und kein Eigenvolumen. Das ist bereits ein Modell für die Unendlichkeit. Photonen sind reine Energie. Aus Energie kann Materie entstehen und Materie, sie kann Photonen absorbieren, oder sie einfangen.

So kann ich mich als körperliches Wesen selbst fangen und einen Käfig produzieren, aus dem ich nicht mehr heraus kann.

Wenn ich nicht das ganze Kontinuum drum herum zerstören will.
Aber dann würde ich so viele liebenswerte körperliche Wesen vernichten, dass es mich umbringt. Denn all dieses erlebe ich bewusst mit.

Das ist der Nachteil für ein Wesen der Unendlichkeit, körperlich zu sein.
Aber der Körper ist so unendlich schön und er gibt mir so viel Glück, dass ich ihn über alles liebe. Wenn ich ihn jemals verlieren sollte, meine Seele würde daran zerbrechen. Und es gibt Monster der Unendlichkeit, die ihn fressen wollen."

Terrania: "Das macht mir Angst. Gegenüber der Unendlichkeit bin ich ein Nichts. Wenn es solche Gefahren gibt, ein Wesen wie du kann mich einfach nur einatmen."

Flora: "So einfach ist das nicht. Du musst wissen, für ein unendliches Wesen in seiner Größe existierst du gar nicht. Und wenn ich Nichts einatme ist dann auch Nichts in mir drin."

Terrania: "Aber wir sehen uns doch und kommunizieren."

Flora: "Weil ich mich klein gemacht habe. Und das Kleinmachen hatte bei mir dazu geführt, dass der Funken verloren ging, den ich für eine Reversibilität ins Unendliche brauche. Ich bin sozusagen eingefroren in meinem eigenen Selbst. Das konnte passieren, da dein Lebensbereich in der unwahrscheinlichen Zeit enthalten ist. Und das hatte ich übersehen. Kein unendliches Wesen wird sich freiwillig in so eine Singularität begeben."

Terrania: "Die unwahrscheinliche Zeit. Ja, vieles von dem, was in meiner Eigenzeit enthalten ist ... es ist sehr unwahrscheinlich. Allein die Lebensdauer der Erde und der Sonne. Ich zähle mehr als 2000 Milliarden Jahre."

Flora: "Ja, manche brauchen eben etwas länger als andere."
...

Flora eingefroren in ihrem Selbst

flora

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