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Arianne 281 - Bella 02


Bella in einem Konflikt

Eine Botschaft. Zwei der fremden Schiffe sandten Nachrichten.

<< Fremde. Wir heißen dich willkommen. >>

Gleichlautende Botschaften. Dabei kammen die Nachrichten doch aus den verschiedenen feindlichen Lagern.
Wurde Sie direkt angesprochen? Es gab tausende von Robotern in dem Schiff, die alle wie echte lebende Menschen aussahen.

Aus Gründen der Geselligkeit?

Vielleicht. Ja. Sie sind wie Puppen ... zum Spielen. Und sie haben keine Gefühle, die ich verletzen könnte.

Bist du dir da so sicher?
...

Bella: Schiffchen, kann ich mit den Fremden kommunizieren?

Merkwürdig, wie schnell das Wort Fremde seine Bedeutung ändern kann.

Schiff: Ja, denke einfach nur eine zielgerichtete Antwort.

Bella: Ich danke Euch für das Willkommen.

<< Oh wir freuen uns so. Wir haben so lange auf dich gewartet. So viele Jahre. >>

Jahre? Welche Bedeutung die Fremden wohl damit verbanden? Bella vertraute auf das Übersetzungssystem.
Darauf, dass für sie verständliche Inhalte für die Fremden die gleiche Bedeutung hatten.

Bella: Aber ... wie konntet ihr von mir wissen? Ich bin doch nur eine Reisende durch den Strom der Zeit.

<< Durch den Strom der Zeit! Wir können gerade mal ein wenig Raum erforschen. Und wir sehen dich, in deiner unbeschreiblichen Schönheit. Unbedeckt von allem, was nicht aus dir kommt und dein Ich ist. >>

Bella errötete ein wenig. Sie war nackt und offenbar wurde sie auch so gesehen.
Warum mußte sie auch die Haare hochgebunden tragen ...

Das konnte man ja ändern ...

Die Wesen in den Raumschiffen, sie trugen Kleidung. Sie sah alle möglichen farbenfrohen Uniformen und Umhänge und das Graue an sich für den einfachen Soldaten.

Bella: Ich möchte eure Gefühle nicht verletzen.

<< Nein, das tust du nicht. Wir sehen die Schönheit in dir und an dir. Nichts Vergleichbares könnte unsere Welt hervorbringen. Sie ist viel zu schnell in ihren Veränderungen.>>

Bella öffnete ihren Haarknoten und die Haare ergossen sich ein Wasserfall um sie herum.
Nun fühlte sie angezogen. Wie eine Lady Godiva.

Bella: Ihr seid doch auch ganz ansehnliche Geschöpfe.
 
<< Meinst du? Es freut uns so, dass wir es von dir hören dürfen. Aber ... niemals könnten wir mit deiner Schönheit konkurrieren. Deswegen verdecken wir auch alles mit unserer Kleidung. >>

Bella: Kleidung. Ich erkenne eine gewisse Farbigkeit und viel Grau. Dient eure Kleidung nicht eher zur Darstellung einer Hierarchie?

<< Das muss so sein. Wie sonst könnten wir Raumschiffe bauen. >>

Bella: Und Kriege führen?

<< Der Krieg. Er ist unser Leben. Wir messen uns. >>

Bella: Wie die alten Rittersleut ... Aber ... ihr zerstört doch dabei das Schöne an euch. Diese ganzen Wracks, die ich hier sehe. Zerstörte Körper. Millionenfaches Leid. Warum nehmt ihr dem Teufel die Arbeit ab?

<< Den Teufel gibt es hier nicht. Wir haben genug mit den gewöhnlichen Naturgesetzen zu kämpfen. Antimaterie, seltsames Leben ... um nur zwei Dinge zu benennen. >>

Bella: In meinem Universum gab es nur eine Art von Materie, und die Seltsamkeit in so geringen Mengen, dass sie bedeutungslos war. Dennoch, auch meine Geschichte ist durchzogen von Krieg und Zerstörung und Leid.

<< Und du, du hast überlebt in all deiner Schönheit. >>

Bella: Ich erzähle euch ein wenig über mich, über mein Ich. Es ist eingebettet in meinen Körper.
Das Leben, das ich habe, es kommt von früheren Leben, von anderen Körpern. Alle zusammen haben eine milliarden Jahre lange Entwicklung hinter sich hat. Ich, so wie ich mich empfinde, ich bin jung, gemessen an diesen Zeiten.

<< Du bist viel mehr als eine in Jahren messbare Zeit hervorbringen kann. Ein einzelnes Universum ist niemals in der Lage, etwas zu schaffen, das so ist wie du. Kein Juwel kann sich mit dir vergleichen. Du bist so schön, dass wir vergessen haben zu atmen. Die dienstbaren Maschinen um uns herum erinnerten uns daran, dass wir atmen müssen um zu leben, damit wir dich weiter sehen können. >>

Bella: Ich empfinde mich selbst als schön, aber nicht so umfassend wie ihr es seht. Es gibt so viele schöne Dinge, die ich erfahren konnte. Ich bin nicht das Zentrum des Seins.

<< Für uns bist du es. Niemals haben wir so etwas Schönes gesehen. Es ist mehr, als wir begreifen können. Wir bitten dich ... bitte ... sei unsere Göttin. Eine Göttin, nach dir wir uns so lange gesehnt haben. >>
...

Bella: "Das ... ist nicht mein Plan. Ich reise, suche nach neuen Erfahrungen. Keine Bindung, die mich fesseln könnte. Ich kann so nicht leben, ich muss frei sein. Wie könnt ihr glauben, dass ich eine Göttin sein könnte? Ich bin ein einfaches menschlichen Wesen mit einem Geschenk der Ewigkeit, in dem ich mich bewege."

<< Du meinst dein Raumschiff ... Es ist ... es ist durchsichtig. Und du bist dort mitten drin.
Wie in einem gläsernen Haus. Wir können dich sehen. Aber ... da ist mehr. Wir begreifen dich als ein lebendes Wesen. >>

Bella: "Ja, aber das macht doch noch keine Göttin aus. Ich kann nicht zaubern, mit meinen Gedanken. Ich brauche Hilfsmittel, um etwas bewirken zu können."

Schiff: Bella, du kannst mehr als du weißt.

Bella: Schiffchen? Was meinst du damit?

Schiff: "Du bist eine schlafende Göttin. Die paranormale Energie des Zeitstromes, sie hat dich gefunden und sie will mit dir sein."

Bella: "Das war nicht vorgesehen. Ich will keine Göttin sein. Meine Gedanken sind nicht so klar, dass ich Existenz schaffen könnte. Ich ... ich bin manchmal verzweifelt und manchmal habe ich Gedanken ... Gedanken, als wenn der Teufel in mir hausen würde. Ich muss mich damit auseinandersetzen, ohne dabei eine Wirkung zu erzielen, die das Universum verändert."

Schiff: "Das weiß auch die paranormale Energie. Deswegen verhält sie sich ruhig. So lange, bis du bereit für sie bist."

Bella: "Sie weiß es? Hat sie denn ein Ich, ein Bewußtsein?"

Schiff: "Das ist anzunehmen. Aber wir wissen es nicht."

Bella. "Wir?"

Schiff: "Flora, Terrania und Ich."
...

Bella: "Ihr Wesen um mich herum. Ihr könnt stolz sein auf das, was ihr seid. Lebende Wesen mit Gefühlen und Intelligenz."

<< Ja, aber warum? Damit wir sehen, wie uns die Umgebung zerreißt? Wenn wir es nicht selber tun? >>

Bella: "Aber ... kennt ihr denn gar keinen Frieden?"

<< Immer dann, wenn wir glauben ihn gefunden zu haben ... zerstört ihn die Welt. Es ist wie ein Fluch oder ein Naturgesetz, es darf kein Ruhen und keinen Frieden geben. Das wäre Stillstand, und Stillstand ist nicht möglich. Was sollen wir tun? Manchmal ... nein, wir führen Kriege gegen uns selbst, weil es die Welt uns so gezeigt hat. >>

Bella: << Das ist doch wie der Glaube an einen Teufel. Ihr seid intelligente Wesen, was sagt eure Intelligenz dazu? >>

<< Sie hat kapituliert. >>

Bella. "Meine Vergangenheit ... besser, die Vergangenheit meiner fernsten Vorfahren. Es gab auch dort diese Kriege und Vernichtung ... aber es war nicht der Teufel um die Menschen herum, er steckte in ihnen, wie ein Teil des Ichs. Manche sprachen auch von Selbstvernichtungstrieb, ohne seine Existenz jemals beweisen zu können. Dann lernten sie damit zu leben ... aber es dauerte so viele Jahre, bis die Irrungen und Wirrungen der Zeit überwunden werden konnten. Mehr, als die Geschichte eines Universums erlaubt.

<< Und dieses Mehr, wie konntet ihr es erreichen? >>

Bella: "Es war die Hilfe höherer Wesen, die ein Überleben ermöglichten."

<< Siehst, und das bist du jetzt für uns. Was willst du finden, in der Unendlichkeit? Dinge, die du nicht begreifen kannst? Nein, das hilft dir nicht. Und die anderen Dinge, du findest vielleicht etwas, das du schon kennst und du kannst helfen. Dann bitte tue es. >>

Bella: "Ich ... was soll ich tun? Eine Göttin darstellen, die ihr anbeten könnt? Nein, das will ich nicht. Ich bin ein Individuum unter vielen anderen und das möchte ich sein. In meiner Zeit. Mit meinem Ich."

<< Dann läßt du uns allein, in unserem Schicksal. Ist es dann nicht besser, wenn wir uns selbst vernichten als darauf zu warten, dass die Welt es tut? >>
...

Bella mit sich allein. So ist es also, eine Quelle der Existenz zu sein. Nur für sich selbst oder die anderem mit einbeziehen? Was sollte sie tun?
...

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