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Arianne 297 - Das Kontinuum

Flora und Terrania berühren das Kontinuum der Ebene der Existenz.


Das Loch im Kontinuum

Flora: "Der Zeitgeist sieht Dich als seinesgleichen. Er will Dich als Partnerin."

Terrania: "Aber ... ich bin doch kein Photon!"

Flora: "Es kommt auf die Sichtweise an. Du existierst, das heißt, Du hast Masse und Energie, und dafür gibt es ein Äquivalent als Photon."

"Nur eins?"

"Es können auch viele sein."

"Und der Zeitgeist?"

"Ein einzelnes Photon mit einer hoch komplexen internen Struktur."

"Wie ist das möglich? Ein Photon ist doch nur durch eine einzige Frequenz charakterisiert."

"Durch Interferenzen können sehr komplexe Strukturen entstehen."

"Das ist aber dann kein Photon mehr."

"Es ist Energie. Betrachte es als eine Energiewelle, integriert über ein Kontinuum von Photonen mit endlicher Ausdehnung und unterschiedlicher Energie und Frequenz. Die Energiewelle enthält die Information, die die einzelnen Photonen gesammelt haben."

"Und die Energiewelle bildet daraus ein denkendes Ich?"

"So ungefähr."

Terrania: "Nein, ich will kein Partner einer Energiewelle sein."

Flora: "Dann lass uns weiterziehen, hinein in das unendlich Kleine."

...

Terrania: "Ich erahne einen Hintergrund. Eine Wand, die ins Unendliche reicht."

Flora: "Das Kontinuum. Es ist unendlich weit entfernt."

Terrania: "Aber ... wie kann ich es dann wahrnehmen?"

Flora: "Es ist unendlich."

Terrania: "Aha."

Flora: "Ich kann es erreichen. Komm, machen wir einen großen Sprung. Das ist aber nur bildhaft. Wir springen direkt auf das Kontinuum als unendlich kleine Einheiten."

Ploooppp.

Terrania. "Wo sind wir? Ich stehe auf einer Fläche, die unendlich ausgedehnt ist. Sie ist glatt, ohne jede Unebenheit."

Flora: "Wir berühren das Kontinuum. An einer einzigen Stelle. Da wir unendlich klein sind erscheint uns die Umgebung unendlich groß. Das Kontinuum ist eher wellenförmig mit Höhen und Tiefen, die sich ständig verändern. Dadurch wird Energie abgestrahlt, in den Bereich der Existenz, aus dem wir gekommen sind. Energie mit einer gravitativen Wirkung, die die Existenz zusammenhält. Durch statistische Fluktuationen auf Grund der abgestrahlten Energie bilden sich Strukturen."

Terrania: "Sind das die Vakuumfluktuationen, die den Urknall eines Universums bewirken können?"

Flora: "Ja, es sind viele, unendlich viele."

Terrania: "Sie bilden strukturierte Unendlichkeiten? Wie z.B. die Ziffernfolge der Zahl Pi?"

Flora: "Innerhalb der Strukturen gibt es Leben. Aber dazu bedarf es noch weiterer Eingriffe."

Terrania: "Janines?"

Flora: "Ja."

...

"Schau, Flora, dort ist ein Loch in der Ebene."

"Das ist ungewöhnlich."

"Ob wir dadurch in das Innere der Ebene gelangen können?"

"Nein, nein, das dürfen wir nicht. Das Innere der Ebene ist nicht einmal für Wesen wie mich zugänglich."

"Aber, wenn es wie eine Einladung aussieht?"

"Terrania, du weißt nicht, was Du da denkst!"
...

"Sieh dort, Flora, eine Art Nussschale. Ob wir dort mitfahren können?"

"Terrania, dann, dann verlassen wir das unendlich Kleine. Es führt hinaus, aus meinem Selbst, meinem Zusammenhang. Dort bin ich nicht mehr als ein winziges kleines Ich."

"So wie ich es schon immer war, in Relation zu Dir. Flora, ich bin neugierig, aber ich habe auch Angst. Wenn ich meine Grenzen überschreite ..."

Ich würde sagen eher unterschreite ...

"Eine unmittelbare Gefahr sehe ich nicht. Aber was hier passieren könnte, es liegt außerhalb dessen, was ich kenne. Und ich bin ein unendliches Wesen. Verstehst Du das? Es liegt jenseits meiner Unendlichkeiten."

"Unendlichkeit ist für mich allein schon nicht greifbar und wir beide, wir beide sind trotzdem zusammen. Und es geht *freu*. Warum soll es keine höheren Unendlichkeiten geben als jene, die Du kennst?"

"Das Kontinuum hat die Mächtigkeit der Menge der reellen Zahlen. Es gehört zu mir, zu meiner Unendlichkeit. Aber darüber hinaus? Die Potenzmenge der reellen Zahlen hat eine größere Mächtigkeit, aber sie ist nicht so umittelbar greifbar. Es gibt dort nicht messbare Mengen. Wie sollen wir damit klarkommen?"

"Die Wirklichkeit hier muss nicht der Potenzmenge der reellen Zahlen entsprechen. Und wozu haben wir ein Gefährt, das uns einläd, einzusteigen?"

"Wenn es überhaupt eine Wirklichkeit ist ... ich ahne so etwas von einem Traumland, ein Bereich, in dem jeder Traum seine eigene Realität hat. Stelle Dir nur einmal vor, all das, was Du in Dir vereinst, Terrania, bekommt eine Traum-Realität? Und die können sich miteinander mischen, bilden etwas Neues!"

"Das geschieht bereits in mir. Die Vergangenheit meiner Zeit, sie ist nicht einfach tot."

"Aber es endet nicht alles in Alpträumen. Das Innere der Ebene, es könnte ein endloser Alptraum für uns sein."

<< Nein, das ist es nicht. Folgt der Einladung jetzt unmittelbar, oder das Loch beginn sich wieder zu schließen. >>

Das war klar genug. Wir können entfliehen oder unserer Neugierde folgen. Was wird siegen?

"Die Neugierde."

...

Nachdem sich beide in das Gefährt transferiert hatten, bildete sich eine durchsichtige Kuppel. Die Welt schien zu kippen, aus der horizontalen Lage wurde eine vertikale Wand.

Sie bewegten sich durch das Loch und ...

... befanden sich in einer riesigen Höhle, mit Untiefen in alle Richtungen.

<< Das Innere der Ebene. Olala. >>

Wer bitte kommuniziert hier mit uns.

<< Das Gefährt. Ich bin ein autonmomes intelligentes System. >>

Sei gegrüßt, Gefährt. Was bitte willst Du uns zeigen?

<< Ein wenig aus dem Inneren der Ebene. Ihr seid Wesen der Existenz mit einer Vergangenheit in euch drin. Eine von Euch ist unendlich in ihrer Art. Das ist gut so. Dann brauche in nicht so viel über Unendlichkeiten zu erklären. >>

...

"Warum lässt die Ebene uns herein?"

<< Eine von euch hat Berührungen mit Wesen existentieller Bedeutung gehabt. Ich sehe die Abdrücke in der Zeit. >>

Terrania: "Plantia?"

<< Ja, aber das ist nicht der einzige Grund, Du hattest Berührung mit Arianne >>

Oh.

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