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Arianne 298 - Das Tal der Tränen 01

Sally und Amanda treffen die Träumerin Lara auf der anderen Seite des Lebens.
Sie erfährt die Tragik der Gestorbenen und taucht ein in das Tal der Tränen.

Weitere Teile: 02,   03,   04,   05,   06,   07,   08,  09


Link auf die Geschichte von Sally und Amanda

Vorwärtslink: Das Tal der Tränen 02


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Lara wachte auf. Mitten in der Nacht. Ihre Augen waren feucht und das Kopfkissen nass.

Hatte sie geweint?

Sie erinnerte sich. Ihre Träume. Sie hatten ihr Dinge gezeigt, die weit jenseits des alltäglichen Lebens in Vergessenheit geraten waren.

Es war ein seltsamer Ort, den sie in ihrem Traum besucht hatte. Alles grau in grau, kein bisschen Farbe. Und Dunkelheit, Schwärze, die in eine nicht fassbare Tiefe reichte. Eigentlich ein Alptraum, der ihr hätte Angst machen müssen. Aber sie hatte keine Angst. Warum eigentlich nicht? Als wenn ihr jemand die Angst genommen hätte.

Lara erkannte in ihrem Traum räumliche, begrenzte Konturen. Wände, die sie vor der Unendlichkeit schützten. Sie verformten sich und bildeten einen Raum um sie herum und dort drin, dort drin sah sie 2 menschlich aussehende Wesen.

Nein, sie sahen nicht nur so aus, es waren Menschen.

Menschen in einer Alptraumwelt? In ihren Träumen?

<< Hab keine Angst, dieser Traum wird Dir nichts tun. Wir beide sind Sally und Amanda. >>

Sally und Amanda, zwei menschliche Wesen in einer Welt des Unbegreifbaren?

Lara: << Wo bin ich hier? >>

S&A: << Du befindest Dich in einem Bereich jenseits der Existenz. Die andere Seite des Lebens.>>

Lara: << Die andere Seite des Lebens? Heißt das ... dies ist der Bereich des Todes? Bin ich nun tot? >>

S&A << Nein, Du bist nicht tot. Du hast Dich hinein geträumt, über die Grenze hinaus, mit Deinem ganzen lebendigen Wesen. Wir beide haben Dich aufgefangen, bevor die Geister des Jenseits Dich wahrnehmen konnten. >>

Lara: "Was wäre dann passiert?"

S&A: "Lebende Wesen können hier nicht existieren, wenn sie die Aura des Charakteristikums nicht beschützt. Für die andere Seite, die Welt des Lebens, wärst Du gegangen."

Lara: "Dann wäre ich jetzt tot? Gestorben in einem Traum? Bitte, sagt mir, was ist das Charakteristikum?"

S&A: "Sie umfasst Leben und Tod. Wir verdanken ihr unser Leben und da wir eine Berührung mit ihr hatten, können wir auch andere Wesen davor schützen, in der Unendlichkeit des Nichtseins zu verwehen."

Lara: "Aber ... warum bin ich hier. Ist es an der Zeit für mich?"

S&A: "Du beschäftigst Dich mit der Tragik der Menschen und nimmst daran teil. Mit Deinem selbst. Eine von diesen Geschichten hat Dich mitgenommen, in das Tal der Tränen."

Lara: "Dann ... bin ich hier im Tal der Tränen?"

S&A: "Ja, alles was Du hier erfahren wirst, es ist tragisch und es traf diejenigen, die nicht danach gesucht hatten. Denke an Romeo und Julia, es ist eine Geschichte aus Deiner Welt. Aber sie hat mehr Relevanz als die Mächtigen Deiner Welt über die Zeit jemals zustande gebracht haben."

Lara: "Die Tragik einer Liebesbeziehungen ... aber, Liebe endet doch nicht immer tragisch. Gäbe es uns sonst überhaupt noch?"

S: "Du hast Recht. Zeitlinien können ganz unterschiedliche Ausprägungen annehmen. Sie sind mit Individuen verbunden und die können ihr Leben sehr unterschiedlich meistern"

A: "Oder dabei fallen."
...

Lara: "Diese vielen kleinen silbernen Kugeln, was ist das?"

S&A: "Sie beinhalten kollabierte Wesen. Ihr spirituelles Ich kollabiert, wenn sie gestorben sind, zu einem Punkt ohne räumliche Ausdehnung. Nicht mehr wahrnehmbar für Wesen der Existenz. Die Kugel um sie herum bewahrt Ereignisse, an denen sie in ihrem Leben beteiligt waren. Und die zusammengerollten Zeitlinien potentieller Möglichkeiten, die sie nicht realisieren konnten. Du kannst sie berühren, dann erfährst Du ihre Geschichte. Sie werden sich freuen, wenn Du sie besuchst. Denn sie sind so schrecklich allein in einer Unendlichkeit des Nichtseins."

Lara nahm eine der kleinen silbernen Kugel in die Hand ... und sie sah ein wunderschönes Mädchen mit langen wehenden Haaren. Eine Märchenfee. Sie hatte Blumen im Haar und sie sah Lara lächeln an.

"Es ist so schön, dass Du mich besuchst."

Lara: "Wer bist Du?"

M: "Ich bin Elisa. Du siehst von mir das, was ich hätte sein können. Aber ich wurde vergewaltigt, als ganz kleines Mädchen und anschließend in einer Mülltonne entsorgt."

Das Gesicht des Mädchens wurde ganz traurig. Tränen rollten ihr aus den Augen und tropften auf den Grund. Es begann zu regnen. Aber das war kein Regen, der Himmel weinte.

Lara fühlte sich bis ins Innerste ihrer Seele berührt. Ein Seelenbeben. Und sie weinte hemmungslos.

M: "Willst Du es sehen."

Lara: "Nein, ich kann nicht."

M: "Wenn Du es siehst, dann hilfst Du mir. Dann bin ich nicht mehr so allein in meinem Schmerz."

Lara tauchte ein in das Tal der Tränen ... und es brach ihr das Herz.

L: "Nein, das kann ich nicht ertragen, ich kann es nicht, ich kann es nicht."

M: "Du hast mir bereits geholfen. Komm, bitte fass mich an der Hand, lass uns beide das potentielle Glück nun gemeinsam erleben, das ich nie haben durfte."
...

S&A: "Du hast das Tal der Tränen berührt und dabei ein wenig von dem Glück abgegeben, das Dich selbst ausmacht. Willst Du noch weitere der Kugel berühren?"

Lara wirkte ganz verheult. Aber diesmal nicht vor Schmerzen. Sie hatte einem kleinen, hilflosen gestorbenen Wesen das gegeben, was ihr die Existenz vorenthalten hatte.
...

Lara: "Kann ich denn so viel Schmerz ertragen?"

S&A: "Wir schützen Dich. Wenn es nicht mehr geht, holen wir Dich zurück. Dir wird nichts geschehen. Aber den Schmerz, den können wir Dir nicht nehmen. Es ist ein Schmerz, den Deine Seele erfährt. Er hilft den Wesen, die so viel erleiden mussten und die niemals eine Chance hatten, glücklich zu sein."
...

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