Home   nächste Seite

Arianne 306 - Das Tal der Tränen 09

Das Jahrhundert der Freude, es bringt eine Erfüllung für die Toten.


Rücklink: Das Tal der Tränen 01

Das Jahrhundert der Freude

Enna hatte ihn gefunden, in einer der Todeskugeln. Er war zerbrochen an seiner Welt. Doch nun war mit einem mal alles ganz anders. Er hatte seinen Körper wieder, in vollendeter Schönheit. Und er sah ein Wesen vor sich, das er mit jeder Phase seines Ichs liebte.

Sein Name war Andropolus.

Enna schaute ihn an, ganz tief in die Augen.

"Dies ist unsere Zeit, wir haben 100 Jahre von der Ewigkeit geliehen bekommen."

Enna war verliebt, in einen Toten. Wie konnte so etwas passieren?
Sie hatte seine Geschichte gesehen, seine ungenutzten Möglichkeiten und seine Sehnsucht nach Liebe.

Para: << Soll ich Eure Erinnerungen an mich und die anderen schlafen lassen? Dann erlebt ihr alles neu, ohne die Schatten der Vergangenheit. >>

"Nein, wir wollen bleiben, wie wir sind und wir werden das Neue in uns aufnehmen."

<< Aber bedenke, dies alles hat keinen ewigen Bestand. Die Umgebung, sie ist nur eine Illusion, gespeist aus der Erinnerung an etwas Vergangenem. >>

"Allein dadurch, dass ich in seine Kugel eingetreten bin, hat sich alles verändert. Ich will ihn mitnehmen, auf die Wolke."

<<Enna!!!>>
...

Dass eine Parablase so aufgeregt sein konnte. Aber dann schwieg sie. Offenbar war sie selbst neugierig.
Willst Du ihn mit ins Leben zurück nehmen? Die Frage stand im Raum, ohne dass sie jemand ausgesprochen hätte.

Warum nicht, hier ist alles paranormal, auf die eine oder andere Weise. Wo sind die Grenzen der Paranormalität? Oder kannst Du das nicht?

Para: << Ich kann es. >>

Chara wird das nicht dulden.

Vor Chara habe ich am wenigstens Angst. Sie ist weise und wird sich zurück halten.

Wovor dann?

Die Wesen der Existenz. Sie werden es nicht wollen, dass jemand wieder seinen Platz des Lebens einnimmt, den er bereits verlassen hatte.

Ich denke nicht, dass Arianne so engstirnig ist.

Die Existenz besteht nicht nur aus Arianne. Genügt Euch beiden nicht das Jahrhundert der Freude, das Euch geschenkt wurde, wollt ihr denn immer noch mehr haben? Vielleicht auch noch das ewige Leben?

Nein, wir leben in unserer Endlichkeit und werden danach zurückkehren, beide gemeinsam in den Bereich der Toten.

Enna, Du unterschätzt Dich völlig. Du bist ein potentiell unsterbliches Wesen!
...

"Ich bin potentiell unsterblich?"

<< Ja, das bist Du. Deine Begabung, Deine Kontakte, Du hattest Berührung mit Arianne und Hairflower und hast Du nicht selbst bemerkt, dass Du gar nicht alterst? >>

"Solange lebe ich doch noch gar nicht."

<< Du bist bereits 90 Jahre als Träumerin unterwegs, und Du siehst aus wie 23. >>

"Mmmh. Wenn Du das sagst ... äh... denkst."

<< Dein Liebespartner, er war einmal ein sterblicher Mensch. >>

"Auch von denen sind schon welche in den Olymp erhoben worden!"

<< Du denkst an Hairflower und Wolke 7, aber hast Du sie gefragt? >>

"Nein ... aber ... es ist nur so ein Gefühl in mir, ich liebe ihn und ist Liebe nicht etwas großartiges, das man nicht einfach beiseite schieben soll?"
...

Para transformierte die beiden in die Wolkenlandschaft.

Para: << Andropolus, Du hast wieder einen lebendigen Körper, ich habe ihn aus Deinen Erinnerungen geformt, so wie sie in der Todeskugel enthalten waren. >>

Andropulus: "Dann lebe ich wieder? Ja, ich spüre es, ich bin wieder am Leben. Aber wo bin ich hier?"

Para: << In einer Enklave der Wolke 7. Ein Anker von Hairflowers Welt auf der anderen Seite des Lebens. >>
...

Das Jahrhundert der Freude

Para schuf virtuelle Welten und war dabei sehr einfallsreich. Enna, Lara und Elena waren so damit beschäftigt, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, dass sie gar nicht mehr an die reale Welt dachten.

Para holte Tote aus ihrer Isolation, hinein in die Welt der unerfüllten Träume, so dass eines der lebenden Wesen ihn betreuen konnte.
Nach einer Zeit des Glücks kehrten die Toten freiwillig in ihre Kugeln zurück.

Wollten sie nicht zurück in das wirkliche Leben?

Nein. Nichts blieb ihnen verborgen und sie fanden ihre Ruhe darin. Und bedenkt, ein endliches Wesen kann auch in der Endlichkeit sein Glück finden, wenn keine Fragen mehr offen geblieben sind.

Elena and Andropolus. Ein Liebespaar, das sich spontan entwickelt hatte. Andropolus konnte alle seine Träume verwirklichen und Enna half ihm dabei. Als wären sie Liebende der Ewigkeit, die sich nun endlich gefunden hatten.

Andropolus, wollte er nach den Zeiten des Glücks wieder zurück in seine Kugel der ewigen Ruhe?

Ja.

Und seine Beziehung zu Enna?

Es ist nicht das gleiche, ob ein Toter seine Erfüllung finden kann oder ob eine Lebende ihr Glück findet.
Ein Toter, der alle seine Träume erfüllen konnte, er wünschte sich nichts sehnlicher als die ewige Ruhe?

Ja.

Und Enna?

Sie wusste, worauf sie sich eingelassen hat. Ein unendliches Glück ist mit einem Sterblichen nicht möglich. Auch nicht, wenn er bereits gestorben ist.

Ist es überhaupt möglich?

<>

Das Tal der Tränen.

Enna war wieder allein und sie weinte.

Was sie nicht wusste, es waren ihre Tränen, die den verlorenen Seelen die ewige Ruhe ermöglichten.
...

Valid HTML
          4.01 Transitional

nächste Seite