Arianne 31 - Der Kämpfer

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Ein Krieger entwickelt sich, und er hat eine Begegnung der unendlichen Art.


Der Kämpfer

Er war ein Kämpfer. Dafür lebte er, der Kampf war sein Lebensinhalt. Es gab auch niemanden, der ihn aufhalten konnte, er schaffte sie alle. Schwäche kannte er nicht und kein Mitleid mit seinen Gegnern. Sie wussten ja, worauf sie sich einließen.

Er wurde dann zum König gekrönt. Der individuelle Kampf wurde zum Krieg, Eroberung von Lebensraum, Unterwerfung der Schwächeren. Das Leid der Unterdrückten und abgeschlachteten interessierte ihn nicht. Wer sich unterwarf, den verschonte er. Sie durften dann ihm und seinen Heerscharen als Sklaven dienen.

So war sein Weg durch die Zeit ein Weg des Krieges, geschrieben mit Tränen und Blut. Viele verfluchten ihn, aber keiner konnte ihn aufhalten. Der Starke muss siegen, das war seine Lebensphilosophie, der Schwache hat sich zu unterwerfen. Das war Evolution, so wie er sie verstand.

Er fand Gönner in höheren Gefilden des Kosmos, die ihm gegenübertraten und förderten. Erst erschienen sie ihm als Götter, dann als höhere Wesen, die ihm den Weg in ihren Bereich ebneten. Damit er die Kriege für sie weiterführte, zu ihren Nutzen.

Sie waren wie er.

So stieg er allmählich auf in der kosmischen Hierarchie und nun hatte er die erste Stufe der Unendlichkeit erreicht.

Das erste was er auf dieser Stufe wahrnehmen konnte, war eine Janine. Er versuchte sie zu erobern, für sich, als Sklave und auch als Partnerin, aber sie war schneller als er, sie konnte sich ihm entziehen.

Er sah, dass sie das Leben verbreitete. Nun gut, das ermöglicht die Entwicklung weiterer Lebensformen, aber entstanden damit nicht auch potentielle Konkurrenten für ihn? War er sich nicht selbst schon genug? Trotz dieser Gedanken zögerte er in den Schöpfungsprozess der Janine einzugreifen. Es war wohl besser, er entwickelte sich selbst erst einmal weiter. Vielleicht konnte er die Janine eines Tages überholen.

Er wurde mächtiger auf dieser Ebene der Unendlichkeit, die Macht floss ihm zu. Höhere Wesen gaben sie ihm, er sollte den Zeitstrom der Janine erobern. Ihm den Sinn der Evolution geben, so wie sie ihn verstanden.

Das tat er dann auch. Er brachte Blut und Zerstörung über die Universen der Janine, denn er war ja ein Krieger. Was die höheren Mächte davon hatten, er wusste es nicht. Er führe nur fort, was er schon auf der untersten Ebene der Existenz gemacht hatte. Seine Kriege führten zu einer Konzentration der Macht.

Die Janine wehrte sich, auch sie hatte Unterstützung einer höheren Macht, sie nannte sich Jasmin. Jasmin wandte sich nicht direkt gegen ihn, aber sie half der Janine seinen Eroberungsfeldzügen entgegenzutreten.

In den höheren Gefilden des Kosmos gab es Auseinandersetzungen um seine Person und eines Tages wandten sie sich gegen ihn. Es war genug, er wurde zu einer Bedrohung, die man eliminieren sollte.

...

Ein Plateau. Ein einsamer Krieger, ohne sein Schild und Schwert. Es war ihm gestohlen worden. Ihm gegenüber eine mächtige Gestalt, schwer gepanzert, mit einem Helm, durch den rote strahlende Augen schimmerten. Der Gepanzerte wollte ihn vernichten, der Krieger hatte ihm nichts entgegenzusetzen.

Eine dritte Gestalt erschient auf dem Plateau, eine Fee, körperlange Haare, weißes Gewand. Sehr bedrohlich sah sie nicht aus. Der Gepanzerte ignorierte sie. Er war ein höheres Wesen des Krieges, der eine potentielle Bedrohung ausschalten wollte, bevor sie zu mächtig wurde. Eine Fee bedeutete ihm nichts, sie konnte ihn von seinem Vorhaben nicht abbringen. Er fixierte den Krieger, seine Augen machten sich bereit, Blitze zu schleudern, die den Krieger vernichten würden.

Ein Zwischenfall. Die Fee warf dem Krieger ein Schild und ein Schwert zu. Der Krieger hob das Schild und parierte damit die Blitze des Gepanzerten. Der griff ihn an, mit einem Leuchtschwert. Der Krieger parierte den Angriff, mit dem Schwert der Fee. Ein fürchterlicher Kampf entbrannte, in den auch andere höhere Wesenheiten eingriffen. Aber auf wundersame Weise floss dem Krieger Energie zu, mit dem er diesen Einfluss wieder ausgleichen konnte.

Der Kampf tobte auf verschiedenen Ebenen. Heerscharen waren daran beteiligt. Sie wurden von den höheren kosmischen Wesen gesteuert, die in den Kampf involviert waren. Der Krieger war isoliert, aber es gelang der Allianz seiner Gegner nicht, seine Heerscharen zu vernichten. Er schaffte es, immer wieder neue zu bilden.

Die höheren kosmischen Wesen bildeten eine Arena. In ihrem Zentrum die Fee, der Krieger und der Gepanzerte.

Der Kampf war unentschieden. Da hob die Fee ihren Arm, streckte ihn aus, gab damit dem Gepanzerten zu verstehen, er solle verschwinden.

Dieser ignorierte die Geste.

Die Fee wiederholte sich nicht. Sie blickte den Gepanzerten nur an und er zerfiel zu Staub. Dann brauste ein Sturm der Vernichtung durch seine Heerscharen. Am Ende blieb nichts mehr übrig, nur kosmischer Staub. Eine ganze Sphäre der Unendlichkeit wurde mit einem Schlag ausgelöscht.

Das gab den höheren kosmischen Wesen in der Arena zu denken. Einige erhoben sich, verneigten sich vor der Fee und verschwanden. Auch der anwesende Teufel, die Inkarnation des absoluten Bösen, der den geschlagenen Krieger einkassieren wollte, er zeigte ein schwaches Lächeln, verneigte sich und weg war er.

Die übbriggebliebenen Wesenheiten, gegen den Krieger konnten sie nichts mehr ausrichten. Er war jetzt zu mächtig.

Also machten sie sich davon.

Der Krieger und Arianne. Ja, Arianne hatte sich selbst hier eingefunden. Obwohl der Krieger ihren Vorstellungen der Entwicklung widersprach, sie akzeptierte seine Unerschrockenheit, den Mut und die Konsequenz seines Handelns. Aber damit nicht genug.

Sie standen sich gegenüber.

Krieger: "Ich danke dir, für deinen Beistand. Alleine hätte ich nicht siegen können. Sag mit bitte, wer du bist?"

Arianne: "Ich bin Arianne, das Ich-Bewusstsein der Existenz. Vieles von dem was du tust, lehne ich ab. Aber diese Allianz, die versammelten höheren Wesenheiten, viele haben ihren Status mehr geerbt, als dass sie ihn sich erarbeitet hätten. Einge davon sind korrupt, machtgierig, arrogant und sie haben Angst, dass ihnen jemand ihre Privilegien streitig machen könnte. Das kann man von dir nicht sagen. Dennoch, du bist ein Element der Zerstörung.

Du hast sehr viel Leid über die Existenz gebracht. Ich werde dir meinen Schmerz zeigen"

Und Arianne offenbahrte ihren Schwerz, ungebremst, denn sie hatte es ja selbst mit einem Wesen der Unendlichkeit zu tun.

Der Krieger ging in die Knie. Die Wellen des Schmerzes drohten ihn zu zerreißen. Aber er war auch sehr stark, es hielt ihn zusammen. Nur der Schmerz endete damit auch nicht. Unendliche Wesen, sie können einen unendlich starken Schmerz spüren.

Arianne dämpfte ihren Schmerz.

Arianne: "Siehst du nun, was du angerichtet hast? Es ist ja richtig, dass Kraft und Stärke ein wichtiges Element der Evolution sind, aber es sind nicht die einzigen, und wir als unendliche Wesen müssen auch die andere Seite berücksichtigen. Sonst werden wir am Ende nur zu entwicklungsschwachen kollabierten Monstren, wie das Wesen in der unendlichen Sphäre, die ich wieder begradigt habe. Ja, alles darin wurde ausgelöscht. Es ermöglicht einen Neubeginn. Aber den Schmerz, den dies verursacht hat, ich trage ihn in mir. Er ist unendlich stark, er ist so grausam."

Arianne musste weinen. Sie ging in die Knie, setzte sich auf den Boden. Verbarg ihr Gesicht zwischen den Armen. Dann hatte sie sich wieder gefangen.

Arianne: "Es gibt so viele Quellen, die Schmerz bewirken, du bist nur eine davon."

Es berührte den Krieger sehr. Ein Gefühl, das er in sich vorher nie gespürt hatte. Niemals hatte er Mitleid empfunden mit seinen Opfern. Keine Träne konnte ihn erweichen. Und nun? Er empfand kein Mitleid mit Arianne, sie war so unendlich viel stärker als er und doch zeigte sie ihre Schwäche. Es beschämte ihn, was er sah.

Krieger: "Du weiß, ich bin ein Krieger. Ich bin verantwortlich für das, was ich bewirkt habe und ich übernehme diese Verantwortung. Als unendlich Wesen übernehme ich damit auch den Schmerz und das Leid, das ich bewirkt habe."

Arianne blickte ihn ganz sanft an. Das ist sehr viel, was du übernehmen willst. Es zeigt aber auch deine innere Größe. Etwas, das ich nicht so oft finden kann, in dieser Lichtphase der Existenz. So soll es geschehen.

Arianne brannte ihren Schmerz in den Krieger. Ein gewaltiges Feuer, das in ihm tobte, es reichte bis in die letzten Winkel seiner Unendlichkeit. Es zwang ihn in die Knie, nein, er lag auf dem Boden, krümmte sich zusammen. Aber am Ende schaffte er es. Er trug den Schmerz in sich und entlastete damit Arianne.

Arianne: "Nun hast du gezeigt, dass du kosmische Größe hast. Du wirst dich weiterentwickeln und ich werde deine Entwicklung nicht beschränken. Gehe deinen Weg und wenn du mich brauchst, denke nur an mich. Ich bin für dich da, immer und zu allen Zeiten. Du hast mich entlastet und damit der Existenz geholfen, sich weiterzuentwickeln, neues zu schaffen"

Arianne verschwand und der Krieger musste nun über vieles nachdenken, aus einer anderen Perspektive heraus. Und er musste mit dem Schmerz in sich klarkommen, der ihn so schwach machte, ganz anders als die mächtigen Impulse der Macht und Herrlichkeit, die sein Wesen bisher bestimmt hatten.

Am Ende dieses "Tages" hatte er sein Gleichgewicht wiedergefunden und er erreichte die zweite Stufe der Unendlichkeit.

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