Home   nächste Seite

Arianne 311 - ZEITLEBEN 02 - Romana

Die Drei in Eins zu Besuch in Romana's Welt.


Romana's Welt

ZEITLEBEN, Kathrin und Romana getrennt in Hypertown. Eine Stadt in Romana's Welt. Sie befanden sich auf einem Bürgersteig, neben einer viel befahrenen Straße. Die Menschen wirkten gehetzt, als würden sie sich vor etwas fürchten. Irgend etwas stimmte hier nicht.

Rumms. Romana hatte Körperkontakt. "Kannst Du nicht aufpassen? Warum müssen hier eigentlich immer Leute herumstehen!"

Unsere drei Freundinnen passten nicht in das allgemeine Strömungsbild und stießen mit den anderen zusammen.
Dass sie einfach aus dem Nichts aufgetaucht waren, hatte offenbar nicht für Verwirrung gesorgt.

Dabei war es schon merkwürdig, dass alle drei dabei eine Lücke gefunden hatten, die nicht von einem anderen besetzt gewesen war.

...

Was passiert wenn der Raum bereits besetzt ist?

Verdrängung. Der/die Andere wird beiseite geschoben und das ziemlich heftig.

Ist es dann nicht verantwortungslos, einfach in so eine Menge hinein zu teleportieren?

Man sollte vorher gucken, wo man heraus kommt. Aber ZEITLEBEN und ihre Inkarnationen sind noch nicht so weit. Sie haben sich gerade erst selbst entdeckt.

...


"Entschuldigen sie bitte." Aber der Rempler war schon längst wieder fort. Rush hour. Alle hatten es eilig zu ihren Arbeitsplätzen zu kommen.

Zeitleben: << Bitte, lasst uns eins werden. Zu dritt sind wir angreifbarer. >>

Kathrin: << Angreifbar? Gibt es denn hier etwas, das uns angreifen will? >>

Zeitleben: << Ich spüre es. Die Zeit teilt es mir mit. Aber keine Angst. Um mich herum gibt es ein temporales Feld, das einen Einblick in die Zukunft gewährt. Eine Unschärfe in der Zeit. Ganze 2 Sekunden, aber das kann eine sehr lange Zeitspanne sein. Wenn wir drei getrennt sind, kann ich vielleicht nicht schnell genug reagieren, uns alle drei in Sicherheit zu bringen. >>

Romana: << Okay, dann lasst uns wieder EINS sein. >>

Ploooppp. Und ZEITLEBEN stand allein auf dem Bürgersteig.

Damit waren aber zwei Menschen plötzlich verschwunden. Und keiner bemerkte es?

<< Romana, ist Teleportation in dieser Welt etwas Normales? >>

<< Nicht normal, aber bekannt. >>

Das erklärte vieles.

Und ZEITLEBEN war nicht wirklich allein. Menschenmassen bewegten sich um sie herum. Sie wirkte wie ein Stein in einer Strömung.

Aua, da hatte jemand auf ihre Haare getreten.

Haare sind doch totes Material, oder?

Ihre nicht.

Schnell wickelte sie sich die mehr als Körper langen Haare um einen Arm.

...

Es war so viel Gedränge ... ZEITLEBEN wollte dem ausweichen und bewegte sich in Richtung einer Hauswand.  Plötzlich ...

... eine Hand und ein Messer, das ihren Bauch durchbohrte.

Aua ... aber ...

Zwei Sekunden.

Das Messer stieß ins Leere, nein, es traf einen anderen Menschen im Rücken. Ein Schrei ... und Panik brach aus. ZEITLEBEN stand ganz eng an die Wand gedrückt. Wenn die Masse sie jetzt mitreißen würde ...

Ploppp. Sie hatte sich fortbewegt, in die Vergangenheit des Zeitstromes. Es war Mitternacht.

...

So war sie nun angekommen, in einer fremden Welt, vor ihrer Ankunft. Sie schaute sich um. Der Bürgersteig war menschenleer. Straßenlaternen lieferten ein dämmriges Licht. Sie konnte hier nicht einfach stehen bleiben. Dort drüben auf der anderen Seite gab es ein Hotel. Mal sehen, ob da noch ein Zimmer frei ist.

...

<< Romana, ich habe hier keine Identität. Lass uns Deine Gestalt annehmen, Dich kennen sie hier ja. >>

Romana vor dem Personalscanner im Eingangsportal. "Ein Zimmer bitte."

<< Das ist nicht billig. Ich habe nur einen begrenzten Kreditrahmen! >>

<< ZEITLEBEN! Ich habe mit einem mal so lange Haare! >>

<< Willst Du sie nicht? >>

<< Nein, aber, ja. Sie wirken so lebendig. >>

Das sind sie auch.

...

Von hier oben hatte sie einen guten Überblick auf die andere Straßenseite und konnte die Ankunft der Drei abwarten. Für einen Moment in der Zeit würde sie in dieser Welt doppelt existieren.

...

10:02. Plopp. Plötzlich materialisierten auf der anderen Straßenseite 3 Menschen inmitten der Massen. Sie konnte es deutlich sehen, die drei entstanden scheinbar aus dem Nichts. Es waren ZEILEBEN, Kathrin und ... sie selbst. Dann kam es zu diesem Zusammenstoß. Plötzlich verschwanden zwei der Menschen, ZEITLEBEN blieb übrig. Romana beobachtete die Umgebung von ZEITLEBEN. Sie erkannte die Gefahr, jemand näherte sich unbemerkt ZEITLEBEN und stieß zu ...

...

Warum? Warum tat er das? War das ein Akt von Kriminalität, was wollte er damit erreichen?

Nachdem ZEITLEBEN nun einfach verschwunden war und der Messermann jemand anderen verletzt hatte, brach eine Panik aus. Dennoch konnte Ramona den Weg des Täters beobachten. Und ... er löste sich in Luft auf. Also Teleportation. Offenbar gab es das hier doch öfter als normal. Aber wohin war er teleportiert? Ramona spürte einen Luftzug direkt hinter sich ...

2 Sekunden.

Sie war in eine parallele Zeit teleportiert. Hier war alles ähnlich aber doch ein bisschen anders. Es schien ihr niemand gefolgt zu sein.

Was war dort nur geschehen? Als Ramona hatte sie solche Erlebnisse nie gehabt. Welche Kriminellen interessierten sich auch für eine ehemalige Studentin der Philosophie, die gerade an ihrer Doktorarbeit schrieb?

Aber das hier war doch ein wenig mehr. Wenn die Philosophie sich plötzlich in realen Begebenheiten niederschlug?

Sie dachte nach. Das Teleportieren, es erzeugte eine paranormale Welle. Und dafür konnte es Empfänger geben. Eine Art Parapolizei? Davon war ihr nichts bekannt. Sie wusste von spontaner Teleportation, die etwas mit einer Unschärfe in der Raum-Zeit zu tun hatten. Darüber gab es einige Berichte. Draußen im All sollte so etwas wie eine nackte Singularität existieren. Das Überbleibsel eines Schwarzen Loches, das sich aufgelöst hatte.

Aber das war doch nur Spekulation! Fantasie! Eine fake news!

Die spontanen Teleportationen wurden als Sinnes Täuschungen gedeutet. Und wenn mehrere es beobachtet hatten, dann eben eine kollektive Sinnestäuschung. Ja, die reale klassische Wissenschaft wusste schon, wie sie sich zu behaupten hatte.

ABER SIE HATTE ES SELBST GESEHEN.

Nur, weil sie genau dort hin geschaut hatte, wo es passierte. Als sich der Messermann in Luft auflöste.

...

Ramona, Kathrin und ZEITLEBEN wieder zu dritt. Diesmal im KAFFEE DER LAUTLOSEN STILLE. So wurde es genannt.

...

ZEITLEBEN: "Die zwei Sekunden haben uns bereits zweimal gerettet."


Ramona: "Was wäre passiert, wenn er mich gekillt hätte?"

ZEITLEBEN: "Darüber möchte ich gar nicht nachdenken. Ein Tod in unserer Dreieinigkeit ... ich weiß nicht, ob uns das auslöschen würde. Mich und Kathrin dann genau so, wie dich."

Ramona: "Und wenn die 2 Sekunden nicht gewirkt hätten?"

ZEITLEBEN: "Es ist eine neue Erfahrung, dass das temporale Feld vorhanden ist, wenn wir drei uns in einer Inkarnation befinden. Puh. Das hätte schief gehen können."

Ramona: "Okay, es ging gut aus."

...

ZEILEBEN: "Das temporale Feld hat sich ein wenig verändert. Es wirkt jetzt 2,0000038 Sekunden. Das muss etwas damit zu tun haben, dass wir uns in einer parallelen Welt befinden."

Romana: "In der es mich gibt?"

Kathrin: "Suchen wir doch einfach nach Dir. Wenn wir Dir als ZEITLEBEN gegenübertreten ... ZEITLEBEN hat ihre eigene Gestalt, sie sieht ganz anders aus als ich oder du."

ZEITLEBEN: "Ich kann meine Gestalt verändern, wenn ich will. Ich bin ein Gestaltwandler."

...

Epidemus Straße 13a. Auf dem Klingelschild stand Romana.

Eine merkwürdige Numerierung der Klingelschilder. 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13a,14,15,...

Ringgggggg.

Die Tür öffnete sich und ZEITLEBEN sah Romana ins Gesicht.

"Enschuldigen Sie bitte die Störung, spreche ich mit Romana?"

"Ja, und wer bitte sind sie?"

"Mein Name ist ZEITLEBEN."

"Okay, und was ist ihr Begehr?"

...

"Sie sind Philosophin mit den Fachgebieten Seinsphilosophie und Paranormalität?"

"Woher wissen sie das?"

"Es steht so im Vorlesungsverzeichnis der Universität."

"Okay, es stimmt. Wollen sie mit mir diskutieren?"

"Sehr gerne, wenn sie ein wenig Zeit haben."

"Eigentlich nicht ... aber, ein wenig Abwechslung könnte nicht schaden. Bitte kommen sie herein."

"Danke."

...

"Was halten sie von der Natur der 13?"

"Ach, sie denken an die 13a? Ja es ist ein bisschen Aberglaube dabei. Der 13. Monat eines Jahres ist der Hexenmonat."

"13 Monate? Es gibt 13 Monate auf dieser Welt?"

"Ja, warum fragen sie? Das ist schon seit ewigen Zeiten so."

"Ewigkeit, darüber möchte ich mich mit Ihnen noch unterhalten. Ich stamme aus einer Welt mit 12 Monaten. Sie ist der hiesigen sehr ähnlich, aber nicht identisch."

"Eine andere Welt? Gibt es denn mehr als diese eine?"

"Ja, ich komme aus einer parallelen Welt."

...

"Sie überraschen mich. Damit überschreiten sie das normale Maß von Konversation. Können Sie das beweisen?"

"Ja, ich kann es. Aber es wird sie vielleicht erschrecken."

"Oh, ich bin weniger schreckhaft als ich aussehe. Bitte, lassen sie es mich sehen."

Plopppp. Mit einem mal befanden sich 4 Menschen im Raum.

Und Ramona sah ihr Spiegelbild.

Nicht ganz, es war mehr ein um 180 Grad gedrehtes Ich.

...

Ramona: "Das ist ..."

Ramona: "Ja es ist."

"Sind wir nun gleich oder verschieden?"

"Wir sind gleich, sehen uns aber als verschiedene Individuen. Das hat etwas mit Inkarnationen zu tun."

"Aber wir denken doch unterschiedlich. Unsere Bewusstseine sind verschieden!"

"Nicht wirklich. Wenn die Grenze verschwindet, sind wir eins."

ZEITLEBEN: "Wenn ihr beide telepathisch miteinander kommuniziert, werdet ihr zu einer Einheit."

"Aber wir reden doch nur miteinander. Telepathie?"

"Du bist doch ein Experte für Paranormalität!"

"Ja, ich beobachte. Aber dass ich es selbst einmal erfahren könnte ..."

"Versuche es. Ich helfe Dir."

Oh.

...

Vier Wesen in einem Raum, verschieden in der physikalischen Existenz und doch eine Einheit.

ZEITLEBEN: "Wir kennen jetzt bereits Telepathie und Teleportation. Ob es noch weitere Möglichkeiten gibt? Einwirkungen des Geistes auf die Materie?"

"Telekinese. Versuchen wir es." ZEITLEBEN schaute sich um.

Die Blumenvase in einer Ecke des Zimmers begann plötzlich wie von Geisterhand zu schweben.

"Genug, genug, es funktioniert!"

ZEITLEBEN: "Bin ich auf dem Weg zu einem Superwesen? Ein wenig macht mir das Angst."

...

Kathrin: "Was soll ich erst dazu sagen".

Valid HTML
          4.01 Transitional

nächste Seite