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Arianne 316 - ZEITLEBEN 07

ZEITLEBEN trifft eine Entscheidung.

ZEITLEBENS Weg

Es war ein großes Festival. Mehr als 300000 Musik Begeisterte hatten sich auf der großen Wiese eingefunden. Direkt im Zentrum der Millionenstadt. So viele Menschen auf so wenig Platz ...
Sie wurden beschützt. ZEITLEBEN hatte 200 Inkarnationen ihres Selbst in der Menge verteilt.

Romana 37: << Hier ist alles ruhig. Keine besonderen Vorkommnisse. >>

Kathrin 92: << Ich musste eine Schlägerei schlichten, eine Gruppe von jungen Männern versuchte ihre männliche Dominanz durchzusetzen. Es waren Diener des Allmächtigen. Sie wollten Unruhe stiften. Jetzt ist wieder alles ruhig. >>

Es schien ein schönes Fest zu werden und doch lag eine dunkle Drohung in der Luft. Die kleine Fairy sprach davon und sie wollte sich darum kümmern.

Magie?

Ja. Damit sollte sich ZEITLEBEN nicht beschäftigen müssen. Es gab genug andere Probleme.

ZEITLEBEN hatte jetzt einen Zeitvorsprung von 20 Sekunden. Alles war in dieser Zeit passierte, konnte sie wieder rückgängig machen. Vorausgesetzt, sie fand die Ursache dafür.
In den vergangenen 10 Jahren war viel geschehen. Es gab eine neue Musikrichtung, in der die Sehnsucht nach Liebe und Freiheit mit dem Wunsch nach intellektueller Entfaltung verknüpft wurde. Das passte einigen nicht. Es gab Anschläge auf Musikverlage und Musiker, aber wie durch ein Wunder konnte das alles vereitelt werden. Manchmal in letzter Sekunde, als wenn ein Gott die neue kulturelle Ausrichtung beschützen würde.

Intellektuelle Entfaltung?

Die Suche nach der Wahrheit, Diskussionen über gesellschaftspolitische Themen. Sie fanden stand, im kleinen wie im großen Rahmen. Ohne Rücksicht auf die etablierten Kreise und ihrer Vorstellung von politischer Korrektheit.

Auch hier bedurfte es einiger Eingriffe und persönlicher Gespräche mit ZEITLEBEN, um den Verantwortlichen Einsichten zu vermitteln.
In manchen Ländern funktionierte es ganz gut, in anderen nicht. Gegen religiösen Fanatismus konnte sie nicht mit Argumenten ankommen. Zeigte sie ihre Macht, so wurde sie von den Religiösen als Teufel gesehen. Selbst wenn sie in einem geweihten Gebäude in der Gestalt des Angebeteten auftrat. Und Bewusstseine so zu verändern, dass sie gar keine eigenen Gedanken mehr fabrizieren konnten, das wollte sie nicht.

So beschränkte sie sich auf die Bereiche, in denen sie Gehör finden konnte. Und beschützte sie vor dem Fanatismus der Anderen.

...

Plötzlich verschwand die ganze Umgebung in einem grellen Licht. Es war so hell, dass es die Netzhaut zerstörte.

ZEITLEBEN konnte nichts mehr sehen.

20 Sekunden.

Bevor der Donner der Explosion sie erreichte verschwand sie in einer parallelen Welt ... und kehrte eine Minute vor der Explosion wieder zurück.

Eine Atombombe.

Das überstieg jedes Maß. Mit dieser Bombe ... Es würde Millionen von Toten geben und das würde einen globalen Krieg auslösen.

ZEITLEBEN brauchte 3 Sekunden um den Ursprung der zukünftigen Explosion zu lokalisieren. Es war eine Bombe, versteckt in einem der Zelte auf dem Rasen.
Und weitere 2 Sekunden, um die Verantwortlichen hinter allem zu identifizieren.

Ja, wenn man Zeitströme und ihre Verbindungen als Pfade benutzen kann.
Und dann noch über die Fähigkeiten einer Superintelligenz verfügt ...

...

ZEITLEBEN materialisierte im Zentrum eines Palastes, direkt im Herrenzimmer des Allmächtigen. Was für eine Anmaßung, sich als allmächtig zu bezeichnen. Früher reichte es ja noch, Despoten mit Euer Durchlaucht oder Euer Majestät anzusprechen.

Oder mit Euer Heiligkeit.

Es sei denn, man wandte sich direkt an Diabolikus, den Finsteren.

2073 Anschläge hatte der Allmächtige finanziert oder befohlen. Nun war es genug. Seine Festung galt als uneinnehmbar. Sie sollte durch Magie geschützt sein und durch Waffen, die sich das reiche Land im Übermaß beschafft hatte. Selbst Atomwaffen sollten zur Verteidigung bereits stehen.
Und es sollte bis in eine Tiefe von 100 m ragen. Mit verborgenen Lagerstätten für Dinge, von denen niemand etwas wissen sollte.

Das Land war doch undurchsichtige Verbindungen in allen Ländern der Welt vertreten und selbst die mächtigsten Staatsmänner wagten es nicht, den Allmächtigen zu erzürnen.
Doch das, was er nun zu verantworten hatte, es war einfach zu viel.

ZEITLEBEN gelangte über einen Dimensionstunnel aus einer parallelen Welt direkt in das Zentrum der Macht. Und sie hatte ein Geschenk dabei.

"Allmächtiger, ich habe Dir etwas mitgebracht, das Dir gehört. Du hast es wohl auf der Wiese des Lebens vergessen."

Eine 3 Tonnen schwere Bombe rollte über den Boden und kam 2 Meter vor dem Allmächtigen zum Stillstand.
Die Zeitanzeige der Bombe zeigte 4 Sekunden, dann 3 ...

Das Gesicht des Allmächtigen verzerrte sich. Er wusste sehr wohl, was dort vor ihm lag.

...

Eine Atomexplosion in der Wüste. Der unzugängliche Palast des Allmächtigen lag im Zentrum der Explosion.
Vielleicht hatte dort jemand mit Sprengstoff experimentiert und das war schief gegangen?

Sprengstoff?

Nun ja, es sind auch einige Kilogramm spaltbaren Materials verloren gegangen. Und einige Atomraketen. Niemand wagte es, den offensichtlichen Verdacht auszusprechen. Man konnte ja nie wissen, wer mithörte.

Es war schon mehr als nur ein Wunder, dass sich jenseits der Diktaturen so etwas wie freies Denken überhaupt entfalten konnte. Bisher hatten die Despoten es nicht gewagt, diese Länder direkt anzugreifen ...

Nun klaffte dort mitten in der Wüste ein riesiges Loch. Es hatte einen Durchmesser von 1 km und eine Tiefe von 200 m. Es glühte in der Tiefe. Ein Höllenschlund. Das eine einzige Explosion so etwas auslösen konnte?

Merkwürdigerweise schienen sich die Wellen der Explosion am Rande des Trichters aufzulösen, was physikalisch eigentlich umöglich ist. Auch die Erdbebenwellen flachten ab. Oder wurden sie einfach in die Höhe reflektiert?

Was in aller Welt konnte so etwas verursachen?

Nun ja, es gab öfter Dinge, über die man sich wundern musste. Und wie viel Wahrheit steckte schon in den Nachrichten der Medien?
Das Leben ging weiter. Einige Staats und Regierungschefs drohten mit Vergeltung, aber es blieb bei den Worten.

Vielleicht auch deswegen, weil die Abschussrampen der Raketen nicht funktionierten und viele Kriegsmaschinen auf Grund von Materialermüdung einfach ausfielen.
Nicht einmal die gewöhnlichen Sturmgewehre funktionierten noch.

ZEITLEBEN ruhte nun wieder in sich selbst. Es war schwierig, Dinge mit kleinen Schritten verändern zu wollen. Und es kostete Zeit. Aber das war ja nicht unbedingt ihr Problem.

Aber diesmal hatte sie einen lauten Knall hinterlassen. Ob das jemand hörte, den man besser nicht aufmerksam gemacht hätte?

Fairy: "Ich habe den Informationsfluss nach außen absorbiert. Was hier geschehen ist, es bleibt hier und in dieser Welt. Aber ich möchte Dich bitten, in Zukunft etwas leiser aufzutreten. Wir können auch Magie einsetzen, die von niemandem in dieser Welt übertroffen werden kann."

ZEITLEBEN: "Du hast Recht, es tut mir leid. Wenn man so mächtig ist wie ich es bin, muss man es nicht auch noch beweisen."

Und warum macht Sie es dann nicht einfach wieder rückgängig? Abkehr von der Gewalt ... Sie hat genug Macht, um die Verantwortlichen direkt zur Rechenschaft zu ziehen und aus dem Verkehr zu ziehen. Bei der Explosion sind auch viele umgekommen, die es nicht verdient haben.

Woher willst Du das wissen? In dem Palast waren nur überzeugte Anhänger, die bereits viel Schuld auf sich geladen hatten.

Nicht jeder überzeugte Anhänger ist auch überzeugt ... Manche ordnen sich unter, weil sie Angst haben oder weil sie keine andere Wahl haben. Wenn sie alle tötet, ohne zu differenzieren, was unterscheidet sie dann von den Monstern?

Sie vertilgt die Schuldigen!

Nicht nur, es gibt Individuen, die es nicht verdient haben, in Fetzen gerissen oder verbrannt zu werden.

ZEITLEBEN verfolgt den Dialog des Hintergrundes und mischte sich ein.

Du hast Recht, ich habe die Macht. Muss ich mich deswegen jedes mal rechtfertigen, wenn ich sie einsetze?

Du bestimmst die Richtung, in der Du die Entwicklung lenkst. Am Ende zählt nur der Beitrag Deines Intellekts, was Du selbst verarbeitest und gestaltest hast. Machtdemonstrationen bestätigen nur das Dunkle an sich.

Also gut, ich springe in der Zeit zurück und werde den Allmächtigen ...

Keine Explosion. Die Wüste war friedlich wie immer. Nur der Palast des Allmächtigen, er war mit einer merkwürdigen Art von Schleim überzogen. Man munkelte, es spuke dort. Niemand wagte sich mehr hinein und alle die einmal drin waren ... flohen. Niemand hielt sie auf.

Über den Allmächtigen hieß es, er wäre zu Stein geworden. Aber wer wird schon so etwas glauben ...

...

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