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Arianne 319 - ZEITLEBEN 10 -
Die Reise 01

Cosma und Romana im Dialog über die Welten.


Cosma und Romana haben Reisepläne

"Cosma, hast Du Lust mit mir zusammen eine Reise zu unternehmen?"

"Eine Reise ... ich habe hier doch alles was ich brauche und was ich mir wünsche."

"Gerade deswegen, ich möchte Dir Dinge zeigen, die anders sind, Dinge, die unabhängig von Dir existieren."

"Das habe ich doch auch mit den Filmen, die ich mir angucken kann, mit den virtuellen Realitäten, den Dimensionstunneln zu parallelen Ebenen ... Ich kann doch direkt in die Filme hinein gehen, eine Rolle annehmen oder als Beobachter einfach nur zugucken, die Dinge verändern, wenn ich will ..."

"Das ist alles Fantasie. Daneben gibt es ein Leben, das Du gar nicht kennst. Du findest es zum Teil in den Filmen, aber das ist alles nur ein Abbild der Wirklichkeit. Und die Filme sind in sich abgeschlossen. Die Handlung ist bereits bestimmt, auch wenn Du sie noch gar nicht kennst."

"Nicht bei den interaktiven Filmen, die ich verändern kann. Sie sind ein Abbild der Wirklichkeit? Die Vampirfilme mit Hexen und Werwölfen? Das sind Abbildungen der Wirklichkeit?"

"Es gibt sie, in paranormalen Enklaven der Existenz, sie sind dort ein Spiegel dessen, was im Innern der Wesen vorgeht, die in der Existenz leben."

"Romana, was hast Du mit mir vor?"

"Ich möchte Deinen Horizont erweitern, Dir Dinge zeigen, die Du Dir gar nicht vorstellen kannst. Und eine Welt die offen ist, die sich selbst dynamisch erweitert und deren Zeitablauf unbestimmt ist. Er kann sich ändern, aus sich selbst heraus, ohne fremde Eingriffe von außen."

"Hmmmh, das klingt interessant."

...


"Und bist Du nicht neugierig auf das, was hinter Deinen Fantasie-Erlebnissen sein könnte? Warum sie sind und ob sie Quellen haben, aus denen sie geschaffen wurden ..."

"Wenn Du mich so fragst ... Ja, ja ich komme mit."

"Dann lass uns eine Passage buchen."

"Eine Passage. Du denkst an den Raumhafen EXTERIOR, der mit einer Anbindung an das Äußere unserer Welt?

"Ja."

"Dann ... dann verlasse ich meine Welt, mein vertrautes Heim ... es ist so unheimlich, alleine die Vorstellung."

"Du warst noch niemals draußen, in Deinen 23 Lebensjahren. Es gibt eine Welt jenseits der Wände, in die Du Dich einigeln kannst."

"Einigeln?"

"Ich werde sie Dir zeigen, Igel sind Lebewesen der Existenz, Tiere, die auf einem fernen Planeten leben. Wir müssen nur den richtigen Zeiteinstieg finden."

...


Cosma und Romana am Gate 03 des Passagierports. Der Raumflughafen war so groß, dass er in eine fremde Dimension ausgelagert werden musste. Dort landeten Raumschiffe, die größer waren als die Berge des Himmelstores, und die erreichten eine Höhe bis zu 8200 m.

Warum bleiben sie nicht gleich im Weltraum?

Der Raumhafen hat Verbindungen zu Schwarzen Löchern, die alles zerreißen, was von außerhalb in ihre Nähe kommt. Die Verbindung geschieht von Innen, durch die Singularität. Dort gibt es Verzweigungen in die Bereiche der Existenz, in isolierte Singularitäten im Innern von Empfangsstationen. Hierüber landen und starten mehr als 40000 Raumschiffe pro Tag.

Dann ist der Raumhafen größer als der ganze Planet?

Er ist eine Scheibe mit einem Durchmesser von 1800000 km.

Das entspricht ja dem Durchmesser der Sonne! Wir haben doch nur eine Kugel betreten, die gerade mal 3000 m Durchmesser hatte ... das ist auch schon ganz schön groß, aber das hier ...

Ja, die Dinge können innen größer sein als der äußere Schein angibt.

Warum so viel Gigantomie?

Die Schiffe legen Entfernungen zurück, die mehr als einige Billiarden Lichtjahre umfassen können. Sie ermöglichen Flüge zwischen verschiedenen Universen.

Entfernungen, in der Existenz ... ist sie so groß?

Sie ist unendlich groß.

...

<< Achtung. Bitte Vorsicht an Gate 03. Ein Photonenschiff läuft ein. >>

Cosma: "Ein Photonenschiff? Das ist doch ..."

Romana: "Es wurde nur für uns beide bereit gestellt. ZEITLEBEN hat es von Arianne geliehen bekommen."

"Uii. Ein Photonenschiff. Ich habe Filme darüber gesehen, aber es war doch nur Fantasie ... Kann man damit wirklich Unendlichkeiten überwinden?"

"Egal wie lange es sich im Weltraum der Existenz bewegt, im Innern vergeht keine Zeit. Es bewegt sich entlang der Nullgeodäten. Wir starten und sind auch schon am Ziel. Und wenn wir dabei Eigenzeit verbrauchen, überwinden wir Unendlichkeiten."

"Aber Photonen bewegen sich doch durch Raum und Zeit und dabei vergeht auch Zeit, wenn man sie von außen betrachtet, z.B. die Photonen, die eine Sonne ausstrahlt. Kommen wir bei einem langen Flug dann nicht immer in einer fernen Zukunft wieder heraus? Man bezeichnet so etwas doch als zeitartige Bewegung."

"Photonen können sich auch in der Zeit rückwärts bewegen. Sie halten sich dann in der Gegenwart nur in einer Zeitspanne auf, die so klein ist, dass man sie nicht beobachten kann. Man spricht von virtuellen Photonen, da sie so flüchtig sind. In diesen Bereichen brodelt das Vakuum wie die Oberfläche eines kochenden Wassers. Das was kommt, verschwindet gleich wieder."

"Photonen sind doch Träger von Informationen, wenn sie sich in der Zeit rückwärts bewegen, dann bringen sie doch Informationen aus der Zukunft! Dann ist die Zukunft doch determiniert!"

"Es sind Informationen aus einer Zukunft, das ist richtig. Die Photonen bewegen sich entlang einer Geodäten der Raum-Zeit rückwärts. Aber wenn sich die Kausalität dieser Bewegung in der Gegenwart verändert ... dann ändert sich auch die Zukunft. Die Photonen geben dann nur Informationen darüber, was hätte sein können."

"Wollen wir die Zukunft verändern?"

"Lass uns einfach nur beobachten und wenn wir etwas verändern, lass uns schauen, ob es uns in der Zukunft dieser Veränderungen bereits gibt."

...

Das Photonenschiff. Es wirkte unscharf, als hätte es Probleme, sich zu manifestieren. Fixieren konnte man es nicht, dann verschwand es einfach. Nur aus den Augenwinkeln heraus hatte es eine flüchtige Existenz.

"Cosma, denk Dich einfach dort hinein. Dann werden die Dinge wieder schärfer zu sehen sein."

...

Der Innenraum des Photonenschiffes. Es bot eine freie Sicht nach außen. Die Umrisse von Gegenständen waren deutlich erkennbar. Die Gegenstände wirkten wie aus Glas geschaffen. Es gab einige Sessel, die sich dem Benutzer anpassten und die sehr bequem waren. Um die Dinge außerhalb deutlicher und detaillierter sehen zu können, genügte ein Gedanke. Auch der gewünschte Zielort wurde durch Gedanken des Piloten übertragen. Das Schiff wirkte lebendig, es kommunizierte in Gedanken mit den Passagieren, stellte bei Bedarf Speisen und Getränke bereit.

Das Schiff ist lebendig?

Es ist eine künstliche Intelligenz mit einem Eigenbewusstsein und einer Seele.

Oh. So wie dieser Vampir in ... sag doch noch mal.

Angel.

Wer ist der Pilot?

Wir beide.

Und wenn wir uns auf kein gemeinsames Ziel einigen können?

Dann bleibt es am Ort, wo es gerade ist. Und wenn wir uns streiten, schmeißt es uns hinaus.

Ups. Ich sehe gar keine Waffen an Bord.

Die brauchen wir nicht. Das Schiff ist von außen nicht wahrnehmbar, wenn es Passagiere in sich birgt. Damit meine ich, selbst die Naturgesetze wissen dann nichts mehr von seiner Existenz. Es gibt keine Wechselwirkung mehr mit der äußeren Welt.

Das unterscheidet es aber von den gewöhnlichen Photonen.

Das muss es auch. Bedenke, Photonen können durch Materie absorbiert werden. Das wollen wir doch nicht, oder? Und es kann relativ zu uns in Ruhe sein, das gibt es bei gewöhnlichen Photonen auch nicht.

Doch, man kann sie in gewissen Kristallen einfrieren.

Wir bewegen uns durch das Vakuum.

Aber wie ist das möglich?

Es nimmt die Form einer unendlich ausgedehnten Wellenfunktion an, die weder zeitlich noch räumlich lokalisierbar ist. Am Endpunkt der Reise verwandelt es sich in einen endlichen Quantenzustand. Für uns vergeht dabei keine Zeit und wir könnten jedes Ereignis der Raum-Zeit erreichen, ob es nun in unserer Gegenwart, der Vergangenheit oder in der Zukunft liegt.

Wissen wir denn so genau, wo wir hin wollen?

Nach Terra, eine Welt mit Wesen voller Fantasie. Dort werde ich Dir einen Igel zeigen und eine besondere Wolke.

Wolke 7.

Woher weiß Du denn das?

Ich höre und sehe so manches. Dann wollen wir Hairflower besuchen? Ich dachte, sie wäre nur eine Legende, ein Produkt der Fantasie.

...

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