Home   nächste Seite

Arianne 326 - Die Reise 08 -
Das Innere

Cosma, Romana, Friedrich und Janina betreten das Innere der Existenz.

Eine Träne der Arianne

Arianne, Romana, Friedrich, Janina und Cosma auf dem großen Platz im Zentrum einer Millionenstadt. Vor ihnen war alles voller Blut. Viele Tote lagen dort, es mussten tausende sein.

Was war hier geschehen?

Viele von den Toten waren junge Menschen ... wenn man sie als solche noch identifizieren konnte.

Arianne vergoss eine Träne.

Cosma wirkte sehr mitgenommen. So hatte sie die Realität nicht sehen wollen. Romane und Janina waren schockiert. Friedrich wurde ganz blass im Gesicht.

Romana: "Können wir diese Wirklichkeit nicht verändern? Arianne, warum zeigst Du uns das?"

Arianne: "Weil es ein Teil der Wirklichkeit ist, die die Freiheit zustande gebracht hat. Eine Freiheit, die ich den Wesen der Existenz zugestanden habe. Die Mörder haben sich zurück gezogen und feiern ihren großen Sieg. Mit Panzern und Granaten sind sie gegen unbewaffnete Zivilisten vorgegangen. Kein einziger von ihnen hat auch nur eine Schramme ab bekommen."

Friedrich: "Arianne, Du hast eine Träne vergossen ..."

Janina: "Das heißt, Du hast aufgehört diese Zeitlinie zu denken. Es gibt keine Verzweigungen mehr, und sie hört einfach auf zu existieren?"

Arianne sagte nichts. Nur ihre feuchten Augen drückten ihren Schmerz aus.

...

Die Umgebung löste sich auf. Plötzlich befanden sich alle fünf im Nichts. Hier konnten ihre Körper nicht existieren, sie waren nur noch Bewusstseine ohne Verankerung.

Ohne Verankerung?

Nein, sie befanden sich im Innern von Arianne und sie hatten Arianne direkt neben sich.

Woher wussten sie das?

War Arianne selbstrekursiv? Nun im Innern ihres Selbst? So sind wird schon wieder bei einer Menge, die sich selbst als Element enthält ...

Zusammen mit Arianne kann das öfter passieren!

Warum muss hier eigentlich jede Frage sofort eine Antwort finden!

Janine, Romana, Cosma und Friedrich konnten ihre Körper nicht wahrnehmen und nichts sehen. Waren sie nun Geister?

Vielleicht, aber sie waren nicht völlig orientierungslos. Sie konnten sich selbst und die anderen wahrnehmen! Und Arianne! Mit all den Gefühlen des Seins. Obwohl sie nichts sehen konnten, sahen sie doch alles. Wie in einem Traum?

Nein, es ist kein Traum. Es ist die Existenz. Ihr nehmt sie direkt wahr, ohne Sinnesorgane. Es gibt hier keinen Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, zwischen dem, was einmal gewesen ist und was noch kommen wird.

Und die dunklen Schatten?

Es sind die Schatten des Todes, die Grenzen der Existenz. Und das Nichts.

Wie kann eine unendliche Existenz Grenzen haben?

Versucht die Grenzen zu erreichen, sie werden vor Euch fliehen. Sie sind nicht für das Innere meines Selbst gemacht. Es steht über den Dingen und lässt dabei den Blick auf alles zu, was sich darunter befindet.

Wie die Oberfläche eines Ozeans, die den Blick in dunkle Tiefen zulässt.

Hier ist es der Blick auf das, was ist, was nicht ist oder was einmal gewesen ist.

Und auf das, was niemals sein wird.

...

Romana wirkte verwirrt, die anderen spürten es.

Dann hörten sie die Stimme von Arianne. Oder spürten sie sie nur?

Arianne: << Romana, Du bist eine Inkarnation von ZEITLEBEN. Und ZEITLEBEN ist ein Wesen, für das es keine Grenzen gibt. Sie verbindet Ähnlichkeiten in der Unendlichkeit und das kann mehr als die Existenz umfassen. Bedenke, ZEITLEBEN hat ihre eigene Welt geschaffen und sie beinhaltet alles, was sie an Erfahrungen in der Existenz gewinnen konnte. >>

Nun war es Romana, die sich bemerkbar machte.

Romana: << Ich spüre die dunklen Bereiche, sie sind keine Grenzen für mich. Aber ich habe Angst, Angst mich dort hinein zu begeben. >>

Arianne: << Hinter Teilen dieser Grenze findest Du das Charakteristikum. Du musst keine Angst davor haben, sie weiß von Dir und sie würde Dich beschützen, wenn Du dort eindringst. >>

Romana: << Und die Grenze zum Nichts? >>

Arianne: << Romana, Du bist eine Inkarnation einer multidimensionalen selbst schöpferischen Hyper-Entität. Das Nichts wird vor Dir zurückweichen. Du kannst dort nicht eindringen, aber Inseln schaffen, die aus der Existenz hinausreichen und sich von ihr trennen können. >>

Romana: << So wie ZEITLEBENs Welt? >>

Cosma: << Sie ist meine Heimat, gibt es auch einen Weg dort hin? >>

Arianne: << Cosma, Deine Welt liegt außerhalb meiner Existenz, aber ich könnte eine Weg dorthin schaffen, wenn Du zurück willst. >>

Cosma: << Nicht sofort ... ich bin neugierig, obwohl mich das alles hier sehr verwirrt. Befinde ich mich im Innern eines ultimativen Wesens? >>

Arianne: << Es ist die spirituelle Seite meines Selbst. Aber da ist noch etwas anderes. Ich werde Euch das Innere der Ebene zeigen. >>

Ebene, eine etwas oberflächlicher Begriff für das, was nun folgte. Die Ebene war ein hyperdimensionales fraktales Gebilde, das im Großen wie im Kleinen keine Grenzen hatte.
...

Zunächst sahen sie Nichts, aber das war ja nichts Neues. Dann eine Art fraktales Gebilde, das in die Unendlichkeit zu reichen schien.

Unendliche Höhen und Tiefen in einer geordneten und doch auch völlig chaotischen Konstellation.

Es gab Wesen dort.

Ein Klotz schaffte sich Zugang zu ihren Bewusstseinen. Er schaute sie an, obwohl sie doch unsichtbar waren. Dann schüttelte er den Kopf und verschwand wieder.

Cosma: << Arianne, was ist ein Klotz? >>

Arianne: << Ein elementarer Teil meines Unterbewusstseins. >>

Cosma: << Du hast ein Unterbewusstsein? >>

Arianne: << Alles was ist spiegelt sich in mir und ich mich in ihm. >>

Romana: << Das wird nun aber eine Predigt. >>

Arianne musste lächeln. Dabei sah Mann und Frau doch gar nichts von ihr.

Janina: << Du bist das Leben und das Licht und die Wahrheit, die nicht widerlegt werden kann. >>

Arianne: << Das habe ich nicht gesagt. Auch ich kann mich irren und Fehler machen. Ich teile Freude und Leid mit den Wesen der Existenz und ich führe sie aus der Dunkelheit zurück in das Licht. >>

Friedrich: << Eine Göttin, die sich selbst zugesteht, dass sie Fehler machen kann? >>

Arianne: << Perfektion ist ein Zustand, der keine Veränderung mehr zulässt. Das Leben aber ist Bewegung, Veränderung. Ich habe Euch gezeigt, was dabei heraus kommen kann. Vieles tut weh und vieles macht Freude. Wenn ich eine Zeitlinie aufhöre zu denken, kann das ein Fehler sein. Weil ich die Freude, die sie geben könnte, nicht zulasse. Und ich muss all das Leid, das ich verhindert habe, in mich aufnehmen. Sonst gefährde ich die Stabilität der Existenz. Ihr könnt mir glauben, dass dieser Schmerz unendlich groß sein kann. >>
...

Das Innere der Ebene war gewaltig, nun, unendlich eben. Warum ist sie so tief? Und diese Schicht zwischen der Oberfläche und dem Inneren?

Das ist Ennairas Welt.

Ennaira?

Sie war einst das Spiegelbild meines Selbst, als es noch eine Aufspaltung der Existenz in einen positiven und einen negativen Teil gab.

Und das ist jetzt nicht mehr?

Nein. In der großen Vereinigung haben wir die Grenzen überwunden.

Und das Innere? Welche Bedeutung hat es?

Ich gebe Euch ein Beispiel, eine Analogie.

Die Ebene ist für mich wie der Körper eines Menschen für die Seele, die darin wohnt. Ohne die Ebene wäre ich nur Geist ohne jede physikalische Realität. Sie ermöglicht es mir, die Existenz zu gestalten und ihr einen physikalischen Inhalt zu geben.

Aber warum gibt es so viel Inneres für die Oberfläche?

Bedenkt, eine Kugel ist nur eine Kugel weil sie ein Inneres hat. Sonst würde sie verflachen oder sich zu einem Punkt reduzieren. Es ist die Welt des Charakeristikums, in der es nur Punkte gibt. Sie konservieren unabhängig voneinander die Ereignisse einer lebendigen Welt. Es ist die Dimension des Todes. Aber die Schatten des vergangenen finden ihre Ruhegestätte im Innern der Ebene. Nicht einmal das Charakeristikum weiß etwas davon.

Betrachtet die Existenz als die Oberfläche einer Kugel, dann erkennt ihr die Bedeutung des Inneren ...
...

nächste Seite

Valid HTML
          4.01 Transitional