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Arianne 328 - Die Reise 10 -
Magie

Die Fünf besuchen einen Planeten im Innern der Existenz.

Der Leerraum des Inneren

Die fünf Besucher im Leerraum des Inneren. Ewige unendliche Schwärze umgab sie.  Janina, Friedrich, Cosma und Romana konnten ihre Tiefe spüren. Es machte sie schwindelig. Vor allem auch deswegen, weil die wirkliche Tiefe verborgen blieb. Es gab einen Nebel in der Schwärze, der zurückwich, sobald sich ihre Gedanken ihm näherten. Die Tiefe schien grenzenlos zu sein.

Nur Arianne blieb von alledem unberührt. Das Bewusstseinskonglomerat aus den fünf Wesenheiten erlangte dadurch sie eine Stabilität und Sicherheit, die den Sog der Tiefe kompensierte.

Cosma: << Arianne, was willst Du uns Vieren zeigen? >>

Arianne: << Es ist nicht die Schwärze. >> Ein sanftes Lächeln begleitete die Antwort.

Friedrich: << Eine unendliche Schwärze sollte es doch gar nicht geben. Dann ist dies eine Illusion? >>

Arianne: << Das Innere der Ebene ist eine Illusion für Wesen der Existenz. Und auch für Euch, Romana und Cosma. >>

Janina: << Realisieren wir hier unsere Illusionen? >>

Arianne: << Wenn ich aufhöre zu denken, ja. >>

Cosma: << Du kommunizierst doch mit uns. Sind das keine Gedanken? >>

Arianne: << Du hast Recht, täte ich es nicht, würde um euch herum ein Chaos von Eindrücken entstehen, das Euch den Verstand rauben könnte. Denn bedenkt, auch die Widersprüche in Euch können hier realisiert werden. Und habt ihr schon einmal einen leibhaftigen Widerspruch gesehen? >>

Friedrich: << Du erinnerst uns an den Geist, der stets verneint? >>

Arianne, << Ach der, ein Widerspruch in sich. Aber ich brauche ihn, als Blitzableiter für die Probleme meiner Existenz. >>

Dazu gab es nichts mehr zu sagen.

Cosma: << Dann bist Du gut und böse in einem? >>

Arianne: << Ich bin ALLES, die Existenz in all ihren Facetten. Mit einem Gesamtbewusstsein, das positiv ist. Es will die Existenz erhalten. >>

Cosma: << Und das Unbewusste, es könnte sie zerstören? >>

Arianne: << Damit die Welt erhalten bleibt, müssen viele daran arbeiten. Ich und einige andere helfen, wenn es notwendig ist. Aber das ist nicht genug. Die Wesen der Existenz müssen sie wollen. >>

Romana: << Und wenn sie es nicht tun? >>

Arianne: << Auch das muss ich akzeptieren. Es gibt viele in der Existenz. Die sie lieben sind nicht weniger wichtig als jene, die sie hassen. >>

Cosma: << Aber Du bestimmst sie doch, die Existenz, Arianne. >>

Arianne: << Ich denke sie und ich nehme auf, was andere denken. >>

Janina: << Das heißt ... >>

Arianne: << Wenn alle Gedanken im Nichts enden, dann ist es vorbei. >>

...

Friedrich: << Aber die Existenz ist doch unendlich groß mit unendlich vielen Individuen, die alle denken können. Wie kann da jemals so etwas passieren? >>

Arianne: << In der Unendlichkeit mit ihren multiplen Verzweigungsmöglichkeiten ist potentiell alles möglich, was das Denkbare betrifft. Daher muss sie in irgendeiner Weise strukturiert sein, um die Möglichkeit der absoluten Verneinung zu vermeiden. Positive Gedanken sind eine der möglichen Quellen dazu. Damit Wesen der Existenz in ihrer Beschränktheit das Problem verstehen können, gibt es die Mythologie. Dazu gehört der Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Göttern und Teufeln und was immer die Fantasie hervor bringen mag. >>

Cosma: << Fantasia. Willst Du uns nach Fantasia führen, Arianne? >>

Arianne: << So ähnlich. Ich führe Euch zu Magie, einen Planeten im Innern der Ebene der Existenz. >>

...

Eine dichte Wolkendecke verbarg den Blick auf die Oberfläche. Die Umgebung sah ganz normal aus. Es gab eine Sonne und Sterne im Hintergrund, die in eine Galaxis integriert waren. Dahinter vielleicht noch mehr ... ein ganzer Kosmos? Aber das war nicht der Grund ihres Hierseins.

Sie durchstießen die Wolkendecke und materialisierten als fünf Einzelwesen in menschlicher Gestalt, in 5000 m Höhe über der Oberfläche eines erdähnlichen Planeten. Die Höhe war kein Problem. Sie konnten ja fliegen. Friedrich und Janina mussten nicht einmal ihre Flügel entfalten.

...

Ein fliegendes Auge gesellte sich zu ihnen. Es war kugelförmig und hatte einen Durchmesser von einem Meter.

Eine Zeitlang flogen sie nebeneinander her. Jeder der fünf kannte die Frage und die Antwort dazu. Und das Auge?

Es wusste nun auch Bescheid und machte sich davon.

...

Magie. Es erinnert an Geschichten über Hexen und Dämonen, Teufel ...

Warum immer gleich mit dem Schlechtesten anfangen?

Nun gut, es gehört ja auch dazu.

...

Eine Hexe sollte verbrannt werden. Sie war jung und schön und der Vollstrecker wollte gerade das brennbare Material anzünden, über dem sie angebunden war.
Sie schrie nicht, bewegte sich nicht, nur die Tränen rannten ihr leise über das Gesicht.

Ein Regenschauer? Ein Windstoß ...

... Entscheidungsnotstand! Es muss schnell etwas geschehen!!!

Ein dutzend Blitze schlug direkt in den Holzstapel ein. Das Holz flog auseinander und es war nichts mehr da, was hätte brennen können.

Dann kam der krachende Donner. Die Interferenz der Wellenfronten war gerade so, dass an der Stelle der jungen Frau eine totale Auslöschung stattfand. Sie hörte nichts.

Ganz anders die Umstehenden. Allein die Schallwellen fegten sie von ihren Plätzen.

Ob es mit der Interferenz der Lichtwellenfronten ähnlich war?

Der vorsitzende Richter wurde von einem Holzscheit erschlagen und dem Großen Vorprediger der Rechtschaffenheit erging es auch nicht besser.
Sie hatten sich offenbar mit der falschen Religion angelegt.

Und was die anderen betraf, die gehorsam den Anweisungen ihrer Vorprediger gefolgt waren, mit Mordlust in den Adern, mit Freude am Leiden einer Anderen? Nun, den falschen Worten würden sie nicht mehr folgen können. Den Rest ihres Daseins würde sie die Stille umgeben. Und sehen konnten sie auch nichts mehr.

...

Das waren wir nicht.

Cosma, Friedrich, Janina und Romana sahen sich ratlos gegenseitig in die Augen. Nur Arianne zeigte sich wenig beeindruckt.

Die fünf schwebten etwa 20 Meter oberhalb der Ereignisse. Die Blitze hatten sie nicht getroffen.

Wo waren die Blitze überhaupt her gekommen?

Cosma blickte nach oben. Eine dunkle, fast schwarze Wolke löste sich gerade auf. Die hatte es vor 5 Minuten noch gar nicht gegeben.

Minuten?

Anpassung der Zeit an die hiesigen Verhältnisse. Erdähnlich heißt ja ... hmmm. Das ist nicht nur erdähnlich.

...

Nun war der Platz völlig leer, bis auf die einsame Frau an ihrem Marterpfahl.

Die fünf landeten etwa 20 Meter vor ihr. Die junge Frau blickte sie an. Voller Hoffnung aber auch mit Angst. Eine Mischung, die einfach nur Sympathie erzeugen konnte.

Bevor die Fünf Kontakt aufnehmen konnten, geschah etwas Merkwürdiges.

Ein heller Nebel bildete sich scheinbar aus dem Nichts und eine feenhafte Gestalt materialisierte. Genau in der Mitte zwischen ihnen und dem Marterpfahl.

Die junge Frau erblickte die Fee und schrie erfreut auf.

"Lighty, du bist es wirklich!"

...

Man kannte sich also schon. Die Fee blickte einmal zurück, auf die 5 Neuankömmlinge.
Das schien ihr zu genügen. Sie ging auf die junge Frau zu, löste ihre Fesseln und beide umarmten sich dann.

...

Wortlos standen sich die beiden Gruppen nun gegenüber.

Gruppen?

Eine Zweiergruppe und eine Fünfergruppe.

Offenbar gab es hierzu nicht mehr viel zu sagen. Die Fragen und Antworten kannte man ja bereits. In einer magischen Welt muss nicht alles noch einmal ausgesprochen werden ...

...

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