Arianne 33 - Zwischenspiel

English Part   Home   nächste Seite

Sie wünscht sich so sehr lange Haare und ihr Traum findet seine Erfüllung.


Zwischenspiel

Sie hatte schulterlange Haare, aber das schon seit mehr als 8 Jahren. Die Haare wollten einfach nicht länger werden. Ja, diese dünnen Fusseln :-( Sie stand vor ihrem Spiegelbild, die Schere in der Hand. Einfach alles abschneiden? Nein, das wollte sie dann doch nicht.

Man musste halt so mit ihnen leben, wie sie waren. *seufz*

Dabei mochte sie lange Haare so sehr. Eine stille Bewunderin der langhaarigen Kathrin. Es gab so viele schöne lange Haare zu sehen, und sie selbst?

"Schneid sie doch endlich ab, daraus wird doch nichts mehr."

So waren die Meinungen. Nein, dann erst recht nicht. Aber immer die gleichen Sprüche.
Manchmal musste sie weinen. Sie mochte doch lange Haare so sehr. Es war so traurig, dass sie die Schönheit immer nur bei den anderen finden konnte.

Sie saß alleine auf ihrer Schulbank, die anderen rückten von ihr ab. Sie gehörte ja nicht so richtig dazu. Nicht besonders hübsch, ein paar dünne Fusseln anstatt voluminöse volle Haare, die dann auch noch so langweilig herunterhingen. Wie schrecklich.

Manchmal fragte sie sich, was soll ich eigentlich auf dieser Welt?

Aber sie gab nicht auf. Setzte sich durch. Es gab doch auch viele schöne Dinge.

Sie hatte ja ihren langhaariger Peter. Das entschädigte sie für vieles. Wenn nur diese nervige Stutenbissigkeit nicht wäre. Die anderen neideten ihr die Beziehung.

Peter. "Für mich bist du sehr schön :-). Lass dich nicht runterziehen. Die anderen sind einfach doof, wenn sie so über dich herfallen."

So vergingen dann die Jahre und ihre eigenen Haare wurden einfach nicht länger. Aber sie pflegte sie sehr sorgsam und bekam auch Anerkennung dafür.

"Besser schöne natürliche schulterlange Haare als hüftlanges kaputtes Stroh."

Na ja, so ganz stimmte das nicht. Auch die langhaarigen Frauen, die so sah, hatten sehr schöne lange Haare.

So allmählich begann sie sich wohlzufühlen, in ihrem Leben.

Eines Tages schaute in den Spiegel und war doch ein bisschen erstaunt über das, was sie sah. Die Haare schienen länger geworden zu sein und fülliger. Wie war das denn möglich?

Sie freute sich sehr, hatte schon Angst gehabt, das bisschen, was sie hatte, würde sie auch noch verlieren.

Nach einem halben Jahr waren die Haare um 5 cm länger geworden, trotz Spitzenschneiden, nach einem Jahr um fast 10 cm. Sehr ungewöhnlich, aber schön :-)). Sie freute sich so.

Nach weiteren 3 Jahren hatte sie lange Haare, wie sie sich immer gewünscht hatte.

Wenn sie doch nur wüsste, welchem Gott sie dafür danken könnte. Aber das war vielleicht nicht so wichtig. So dankte sie allen :-))).

Die langen Haare ließen sie richtig aufblühen, es war doch einer ihrer innersten Wünsche gewesen. Das machte sich auch in ihren Beziehungen bemerkbar, alles schien viel schöner zu sein als früher.

Ihre Haare waren so schön, dass es auch anderen auffiel.

Ob sie Haare nicht spenden wolle, für krebskranke Kinder?

Das brachte sie aus dem Gleichgewicht.

Bitte nicht. Sie hatte sich ihre langen Haare doch so sehr gewünscht und gar nicht mehr daran geglaubt, sie jemals lang bekommen zu können. Und nun, wo sie gerade glücklich mit ihren Haaren war, sollte sie gleich wieder alles aufgeben?

Wenn sie das ganze ein wenig esotherisch betrachtete: hatte sie die langen Haare vielleicht nur deswegen bekommen, um genau diese Entscheidung fällen zu müssen?

Nein, das würde sie nicht ertragen. Sie mochte sie doch so sehr. Vielleicht etwas Geld spenden? Es gab doch so viel abgeschnittene Haare in Perückengeschäften, ob die nicht auch für diesen Zweck nutzbar waren? So kaufte sie für eine Menge Geld ein Echt-Haarteil in einem Versandgeschäft und schickte es ein, anstatt ihre eigenen Haare abzuschneiden.

Die Quittung hielt sie dann denen unter die Nase, die sie aufforderten, doch die eigenen Haare zu spenden. Ob der Verzicht auf ein neues Auto, einen neuen Fernseher oder einen PC nicht auch den krebskranken Kindern zugute kommen könnte? Außerdem, so ganz stimmte das gar nicht, die vielen gespendeten Haare, welchem Zweck sie letztendlich zugeführt wurden, darüber gab es unterschiedliche Aussagen.

Sie behielt ihre langen Haare. Sie brauchte sie einfach für ihr seelisches Gleichgewicht. Sie war so glücklich, dass sie sie überhaupt haben durfte.

Nach einigen Jahren reichten die Haare bis zur Hüfte. Schöne, sehr feine Haare, ein bisschen feenhaft, aber auch so unglaublich romantisch. Sie wurde von vielen darum beneidet. Aber das wollte sie doch gar nicht, die Schönheit der Haare, sie war doch nicht nur für sie bestimmt. Auch die anderen sollten diese Freude teilen.

Haare sind bestimmt nicht das wichtigste im Leben, aber wenn man sie so gerne mag?

Vieles von dem, was anderen so wichtig war, interessierte sie doch gar nicht. Die Haare waren ein Teil ihrer selbst.

So wurde sie 60 und hatte knielange weiße Haare. Wenn sie die Haare offen trug, sie sah aus wie eine Märchenfee von atemberaubender Schönheit.

----

Hier endet diese kleine Geschichte. Ob dort eine höhere kosmische Wesenheit eingegriffen hat? Wir wissen es nicht. Es gibt Menschen, die haben manchmal einen Bezug dazu, andere niemals. Es ist nicht bestimmbar und vor allen Dingen auch nicht beherrschbar, über den Willen. Seien wir dankbar, wenn sie uns manchmal helfen, gerade wenn wir es nicht erwarten *wink*

Was wir auch nicht wissen, warum sie manchmal nicht helfen, wenn es doch so viel dringender erscheint. Vielleicht ist dies aber eine Frage, die wir uns selbst stellen sollten. Was erwarten wir von ihnen? Was davon könnten wir selbst tun?

Vielleicht geschehen die Dinge auch spontan, Wechselwirkung physikalischer Zustände. Aber was wissen wir schon darüber? Wir kennen nur einen winzig kleinen Teil des Universums, wenn wir die Sichtweise akzeptieren, die uns die Astrophysiker vermitteln. Und wenn wir davon ausgehen, dass viele verschiedene Bewusstseine neben unserem eigenen existieren, gibt es einen Zusammenhang, den wir nicht kennen? Ein Kollektivbewusstsein, das alle Individuen umfasst?

Ein unendliches Wesen im Rahmen dieser Geschichten könnte diese Frage beantworten.

nächste Seite

Valid HTML 4.01 Transitional