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Arianne 341 - Mechanica

Arianne und ihre Freunde besuchen den Planeten Mechanica.


Eine Welt am Rande des Nichts

Arianne und ihre Freunde zurück im Raumschiff der Arianne. Irgendwo in den Weiten der Unendlichkeit.

Arianne: "Ich möchte Euch eine etwas andere Welt zeigen, die Welt der Mechanica."

"Mechanica?"

"Eine Welt, deren Zivilisation nur auf Mechanik aufgebaut ist. Es gibt dort nicht einmal eine Dampfmaschine. Selbst die interstellare Raumfahrt funktioniert rein mechanisch."

...

Ein blau weißer Planet. Er ähnelte der Erde. Nur die Anordnung der Kontinente war anders. Also keine Parallelwelt.

Eine ähnliche Welt?

Ramona?

"Nein es ist eine nicht vernetzte Welt. Die Ähnlichkeiten beruhen auf dem Zufall. Ich weiß nicht, warum ZEITLEBEN sie nicht einbezogen hat."

Ein Ellipsoid bewegte sich auf sie zu. Er hatte eine maximale Länge von etwa 2 km und eine maximale Höhe von 500 Metern.

Ein Triebwerk war nicht zu entdecken.

Wodurch bewegt er sich?

"Rein mechanisch angetrieben."

Friedrich: "Von Innen? Das geht doch gar nicht. Der Impulserhaltungssatz verbietet es."

"Ja, wenn er gilt."

Janina: "Der Impulserhaltungssatz gilt hier nicht?"

Arianne: "Die Naturgesetze sind hier etwas eigenwillig. Sie können sich selbst außer Kraft setzen.

Im Innern der Kugeln befinden sich große Federn, die kleine Kugeln gegen die Bordwand schleudern und sie dann wieder auffangen. Durch den Impulsübertrag bewegt sich das Raumschiff.

Beim Abfeuern der Kugeln gibt es keinen Rückstoß und beim wieder Einfangen keinen Impuls. Betrieben wird das ganze durch mechanische Konstruktionen, die große Kräfte erzeugen können."

Janina: "Dann entsteht der Impuls der Kugeln quasi aus dem Nichts?"

Arianne: "Nein, das Nichts schluckt den Rückstoß. Dadurch entsteht eine gerichtete Bewegung."

Friedrich: "Aha. Das Nichts ist eine paranormale Kraft?"

Arianne: "Das Nichts ist das Nichts."

Cosma: "Das Nichts frisst Impulse? Und dann auch noch einseitig? Müssen wir da nicht aufpassen, dass es uns nicht frisst?"

Arianne: "Keine Angst. Ich bin ja auch noch da."

"Ja, aber Du denkst Existenz, nicht das Nichts!"

Arianne: "Ich verteidige die Existenz gegen das Nichts. Ihr braucht keine Angst zu haben. Dies hier ist ein Grenzbereich, eine Zwielichtzone zwischen Sein und Nichtsein."

"Arianne, wo bringst Du uns hin?"

...

Okay, das Raumschiff bremste ab und befand sich nun etwa 3000 Meter vor Ariannes Gefährt, das auch eine Länge von etwa 1000 Metern hatte und aussah wie eine Blume.

Es erreichte eine maximale Höhe von 300 Metern.

Janina: "Wie nehmen sie Kontakt auf?"

"Durch Kommunikationskugeln. Sie schießen sie auf uns ab. Keine Angst, das ist kein Angriff. Sie sind mit einer Klebemasse ausgestattet, die sie an unserer Außenhülle kleben lassen. Die Informationen werden dann durch ein Morsealphabet übertragen."

"Aha, das muss man aber alles wissen."

"Sie haben selten Besuch von raumfahrenden Zivilisationen. Und die wissen dann meistens bereits Bescheid."

Und wenn sie nicht Bescheid wissen?

Das kann zu einer kritischen Situation führen.

Aha.

"Sie haben Kanonen, die ultraharte Kugeln mit Lichtgeschwindigkeit verschießen können. Sie übertragen ihren Impuls direkt auf Energieschirme und reißen sie damit in Stücke. Raumschiffswände werden durchschlagen oder der Impuls treibt sie aus dem System hinaus."

"Und wenn die Angreifer mit Energiekanonen zurück schießen?"

"Das kann große Zerstörungen anrichten. Aber wenn das Raumschiff dann von 30000 ultraharten Kugeln mit Lichtgeschwindigkeit getroffen wird, bleibt kaum noch etwas davon übrig.

"Wie können mechanische Kugeln Lichtgeschwindigkeit erreichen?"

"In dem sie als ultraharte Photonen weiterfliegen. Das bedeutet Auslöschen der Eigenzeit und des Eigenvolumens. Diese Transformationen werden nur an den Angriffskugeln vorgenommen. Das führt zu ihrer verheerenden Wirkung."

Cosma: "Das Nichts frisst die Eigenzeit?"

Arianne: "Es ist eine Transformation von Raum und Zeit in kinetische Energie. Die Materie wird in reine Energie transformiert und bewegt sich dann als Photon weiter in der ursprünglichen Richtung."

Friedrich: "Das erfordert doch eine Materie-Antimaterie-Reaktion."

Arianne: "Die Materie ist hier anders aufgebaut. Es gibt keine elektrischen Ladungen. Der Zusammenhalt der Materie erfolgt rein mechanisch. Die Elementarteichen sind kleine diskrete Kugeln, die durch ein Uhrwerk von mechanischen Verbindungen zusammen gehalten werden. Eingefrorene Nullpunktenergie."

Friedrich: "Und was hält die Energie zusammen?"

Arianne: "Das Photon. Es wird nur ein einziges Photon erzeugt."

Friedrich: "Aha. Nullpunktsenergie erzeugt Photonen?"

"Ja."

Cosma: "Die Zerstörungskraft der lichtschnellen Kugel ist dann im Einklang mit der Entropie, die ja alles in Nichts auflösen möchte."

Friedrich: "Dann ist deren Technik doch nicht so ganz ohne Besonderheiten, die wir gar nicht kennen."

"Wir werde einiges zu sehen bekommen."

"Die Kugeln an unserer Außenwand sind mit Drähten verbunden, über die wir unsere Antwort zurück übermitteln können."

...

Aber wie können wir eine fremde Sprache verstehen?

Arianne: "Macht Euch darüber keine Gedanken. Es funktioniert."

<< Wer seid ihr? >>

Die gewöhnlichste aller Fragen. Eigentlich hätte man etwas anderes erwarten können.

<< Was denn? >>

Oh.

<< Wir sind Reisende, die Euch einen Besuch abstatten möchten. >>

<< Als Gäste oder als Eroberer? >>

<< Als Gäste. >>

<< Wir kenne Euch nicht. Die Form Eures Raumschiffes ist allerdings recht lustig. Wir laden Euch ein, unsere Gäste zu sein. Ihr müsst dazu allerdings in unsere Transportkugeln umsteigen. Wir wissen nicht, was euer Raumschiff bewegt, Mechanik ist es nicht und andere Formen der Bewegung sind in unserem Bereich nicht zulässig. Und bitte versucht es nicht mit paranormaler Energie, das würdet ihr nicht überleben. >>

<< Okay. Wir bilden einen Übergang, der Eure Kugeln ganz einhüllt. >>

<< Mit Formenergie? Das führt zu allergischen Reaktionen. >>

<< Nein, mit ganz gewöhnlicher Materie. Eine Art Superplastik, der beinahe unzerstörbar ist und selbständig agieren kann. >>

<< Wir lassen es zu. >>

...

Unsere Freunde zusammen in einer Transportkugel. Sie hatte einen Durchmesser von etwa 10 Metern. Die Kugel war in der Mitte halbiert. Im unteren Teil befanden sich Federn, durch die die Bewegung erzeugt wurde. Unsere Freunde saßen an einem runden Tisch zusammen mit 2 Planetariern, die wie ganz normale Menschen aussahen.

Die Gespräche konnten jetzt mit normaler Lautstärke geführt werden. Und auf eine sonderbare Weise verstand man sich, und das alles ohne Magie.

Nun, nicht jedes Problem bedarf einer sofortigen Lösung.

Die Planetarier schienen das bedingungslos zu akzeptieren.

Arianne: << Keine Angst, ich habe da ein bisschen nachgeholfen. >>

Die Gedanken, offenbar konnten nur unsere Freunde sie verstehen.

Arianne: << Eure paranormale Energie, sie ist momentan deaktiviert. Das dient nur eurem Schutz. >>

Einer der Planetarier wandte sich nun direkt an Arianne.

"Wie kommt es, dass wir uns so gut verstehen?"

...

Arianne: "Durch Worte werden Schallwellen erzeugt. Ich verändere die Schwingungen dahingehend, dass sie vom Empfänger verstanden werden."

"Und wie machst Du das? Das kann doch nicht von selbst funktionieren?"

Arianne: "Das ist meine Sache. Sie zu erklären ist zu kompliziert."

"Okay, offenbar setzt Du keine Magie ein. Mehr müssen wir nicht wissen."

Keine Magie?

Es sind Ariannes Gedanken! Falls jemand genauer nachfragt, sie kann ihm jede gewünschte Form von Kausalität liefern. Das ist aber für unser momentanes Gespräch nicht wichtig. Es geht um die Inhalte, nicht darum, warum sie überhaupt vermittelt werden können.

Aha.

...

Die Oberfläche des Planeten sah aus wie eine einzige riesige Stadt. Überall waren mechanische Konstruktionen zu sehen, Flaschenzüge, Abschussvorrichtungen mit großen Federn, komplexe Uhrwerke. Alles bewegte und drehte sich.

Fahrzeuge, die rein mechanisch angetrieben wurden. Hier gab es keine Energieversorgungsprobleme. Die Luft war sauber. Es musste Jahrhunderte gedauert haben, dies alles aufzubauen.

20000 Jahre.

Oh.

Gedanken, auf die es eine Antwort gab. Und das alles ohne paranormale Energie?

Eure Gedanken reiben sich an unserem Hintergrund. Die sonstigen Vorgänge in euren Körpern sind uns ein Rätsel. Wodurch wird der Organismus gesteuert?

Elektromagnetische Impulse.

Elektromagnetismus? Was ist das?

Eine Kraft, die für den Aufbau unserer Atome wichtig ist.

Atome? Die kleinsten Teile eurer Körper ... bei uns sind das winzige mechanische Uhrwerke und Federn, über die Moleküle gebildet werden.

...

Arianne!

...

Ein großer runder Tisch, wie bei einer Tafelrunde.

Dies ist die Tafelrunde.

"Gäste, was führt Euch zu uns?"

Arianne: "Die Neugier. Eure Welt unterscheidet sich so sehr von vielen Teilen des Universums."

"Das ist eine Frage der Sichtweise. Ihr seid das Sonderbare in unserer Welt."

...

Arianne: "Ihr wisst doch, was Lichtteilchen sind. Sie sind auch die Grundlage unserer Existenz."

"In Euren Körpern gibt es Verbindungen, die ohne Drähte auskommen. Das ist Magie! Und Magie ist hier nicht erlaubt."

Arianne: "Wir unterscheiden verschiedene Kräfte, die für Euch irrelevant sind. Elektromagnetismus, Schwache Kraft, starke Kraft, Gravitation."

"Gravitation. Die haben wir auch. Aber was ist eine elektromagnetische Kraft?"

Arianne: "Eine potentiell Eigenschaft der Photonen, die in unserer Welt realisiert ist. Dadurch verlieren sie allerdings ihre Existenz."

"Lichtteilchen können ihre Existenz verlieren? Das führt ja zu einer ewigen Dunkelheit!"

Arianne: "Unsere Atome haben eine Temperatur. Das gilt dann auch für die daraus zusammengesetzte Materie. Temperatur ist nichts anderes als Wärmestrahlung, also Photonen."

"Dann vernichtet ihr Photonen um wieder Photonen zu erzeugen. Das ist doch paradox."

Arianne: "Photonen sind in der Materie eingeschlossen. Von außen einfallende Photonen können von der Materie absorbiert werden und erzeugen dann kinetische Energie."

"Kinetische Energie, das haben wir auch. Aber sie entsteht durch Impulsübertrag. Was hat das mit Photonen zu tun?"

Arianne: "Kinetische Energie kann in Photonen transformiert werden. Das geschieht bei Zusammenstößen von Materie, bei denen der Impuls ausgelöscht wird. Es wird Wärme erzeugt und abgestrahlt. Das sind Photonen."

"Bei uns ist das anders. Wir wissen nicht, was Wärme ist."

Arianne: "Das Nichts frisst die Wärme. Also ernährt es sich auch von Photonen."

"Das Nichts ... es absorbiert Impulse. Dadurch können wir eine gerichtete Bewegung im leeren Raum erzeugen. Sonst hätten wir nur eine Zitterbewegung ."

Arianne: "Also das Nichts ernährt sich von Impulsen und von Energie."

"Wir kennen es nicht anders. Aber wir können es kontrollieren."

Arianne: "Das ist eine Illusion."

...

Etwas Dunkles hüllte den Raum ein. Es schien sich verdichten zu wollen, aber irgend etwas verhinderte das.

Das Nichts. Es versucht unsere Tafelrunde zu fressen.

Etwas verhinderte das. Wie ist das möglich, seid ihr allmächtige Wesen?

Arianne: "Ich bin allmächtig. Aber keine Angst, ich nutze sie nicht zu meinem persönlichen Vorteil."

Das Nichts bildete nun einen transparenten durchsichtigen Nebel.

Ein Nichts das fressen kann. Kann es dann nicht auch ein Bewusstsein haben? Aber ist es dann noch ein Nichts?

...

Arianne: "Ich will Eure Welt nicht verändern. Mit dem Nichts kann ich nicht kommunizieren. Meine Freunde können es. Von jetzt ab bin ich nur noch stiller Beobachter."

...

Cosma: << Nichts, verstehst Du mich? >>

<< Sehr gut. >>

Friedrich: << Warum wolltest Du uns fressen? >>

<< Ihr stört den Zusammenhalt der Welt. >>

Janina: << Wie tun wir das? >>

<< In dem ihr Fragen aufwirft, die hier niemand beantworten kann. >>

Cosma: << Heißt das denn nicht, das alles beschränkt bleiben muss, damit sich nichts ändern kann? >>

<< Unsere Welt ist abgeschlossen. Ich folge den Inspirationen der Planetarier, damit sie ihre Ideen umsetzen können. >>

Cosma: << Interessiert es Euch nicht, dass es außerhalb eurer Welt etwas gibt, das auch Bestand hat? >>

<< Nein. Wir brauchen es nicht. >>

Cosma: << Muss Eure Welt dann nicht irgendwann einmal erstarren? >>

<< Nein. Wir haben unendlich viele Möglichkeiten. Die Unendlichkeit ist nicht monoton. >>

Elias: << Das habe ich auch schon mal gehört. >>

Arianne: << Ich verfolge Eure Diskussion, da ich Eure Gedanken wahrnehmen kann. Lassen wir das Nichts so wie es ist. Wir würden es zerstören, wenn wir unsere Erfahrungen dort realisieren wollen. >>

Cosma: << Du lässt ein Nichts zu, das Du nicht kontrollieren kannst? >>

Arianne: << Ja, ich verteidige nur die Grenzen meiner Existenz. >>

...

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