Arianne 39 - Black Dog

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Black Dog

Sarah und Akadia, eingebrochen in einem Raum-Zeit-Loch. Akadia hatte vor lauter Schreck Ariannes Haar fallengelassen, das war nun weg. Ein neues verlorenes Haar.

Und so etwas passiert einer Janine *Selbstvorwürfe*.

Sarah und Akadia, sie waren beide gerade sehr privat miteinander gewesen und das schloss Arianne doch aus. Sie erlaubte private Bereiche. Ob sie überhaupt etwas davon wusste? Von diesem Dilemma? Warum musste die Raum-Zeit auch gerade in diesem Punkt zusammenbrechen. Okay, sie wollten sich beide ein wenig verstecken, alleine sein. Wie das Liebespaare ab und zu sein wollen.

Jasmin hatte diesen Bereich der Unendlichkeit noch gar nicht erkundet, da waren sie etwas leichtsinnig gewesen.

Tiefer und tiefer ging der Fall, in rasender Beschleunigung. Doch dann, nach einigen Tagen ihrer Eigenzeit, irgendetwas bremste den Fall. Sie schwebten über dem Abgrund.

Eine kräftige mentale Stimme.

"Ihr seid ja ganz schön tief gefallen. Aber das kann man ja nicht mit ansehen. Seht ihr die Höhle dort, direkt neben euch, tretet ein."

Zaghaft näherten sich die beiden Janines dem Eingang der Höhle. Zunächst sahen sie nichts, dann eine Gestalt mit Bart und langen dicken Zöpfen.

"Hallo ihr zwei, ich bin "Black Dog 2020", einer von den dunklen Mächten. Ja wirklich, ich bin einer der Bösen."

Akadia: "Und was hast du nun mit uns vor?"

Black dog: "Nichts schlimmes. Ihr seid Janines. Ich würde nicht einmal zu denken wagen, etwas mit euch anstellen zu wollen, seid meine Gäste."

Sarah: "Dass dunkle Mächte so freundlich sein können...Oft wollen sie uns einfach nur absorbieren, unsere Lebensenergie rauben. Aber sie kriegen sie uns ja nicht, diese alten Säcke  *grins*, aber nun, wir sind eingebrochen, in die Unterwelt"

Black dog: "Ich bin ein höheres kosmisches Wesen! Auch wenn ich zur Dunkelheit gehöre. Das heißt nicht, dass wir keine Umgangsformen beherrschen. Machtgier und Maßlosigkeit gibt es bei den "Guten" im Übermaß. Na ja, ich weiß von der Existenz der Arianne und wie sie zu den Janines steht. Das wissen nicht alle dunklen Mächte, aber das ist deren eigene Schuld. Sie sollten sich sachkundiger machen, was kosmologische Wesenheiten betrifft. Also bitte, fühlt euch geborgen, bis ich eine Lösung gefunden habe, wie ich euch zurückbringen kann."

Akdaia: "Wohin führt denn dieses Loch?"

Black dog: "In alle Untiefen, die ich kenne, und darüber hinaus. Der Fall ist gefährlich, weil das Loch im unteren Teil expandiert, es folgt den explodierenden Unendlichkeiten. Das hält niemand aus, irgendwann zerreißt es jeden. Ich wollte nicht, dass euch dieses Schicksal ereilen könnte, auch wenn ich zu den dunklen Mächten gehöre."

Sarah: "Danke für die Hilfe. Ich weiß wenig über die dunklen Mächte, nur dass sie viel Zerstörung über unsere Zeitströme bringen."

Black dog: "Zum Teil sind das Hypermonster. Wesen der zweiten Stufe der Unendlichkeit. Sie gehen mit der Null, d.h. sie wollen die Existenz wieder begradigen. Damit sind sie eigentlich nicht wirklich schlecht. Es gibt aber auch Ausnahmen, sie können Machtbesessenheit entwickeln und denken dann manchmal, die Existenz solle ihnen gehören."

Akadia: "Die Ebene begradigen? Aber das würde die Existenz vernichten."

Black dog: "Es würde Frieden bringen, in all diese Wirrungen und Irrungen der Existenz. Es ist nur so, die Existenz als Ganzes hat ein Bewusstsein, einen Willen. Sie will das Leben verbreiten, Licht in die Dunkelheit bringen. In diesem Sinne reflektiert die Existenz über sich selbst, das Ergebnis ist Arianne. Aber dabei entsteht auch sehr viel Leid. Es ist nicht sicher, ob die dunklen Mächte wirklich mehr Leid hervorrufen, als die Guten, wir wollen einfach einen anderen Weg gehen, der direkter und ehrlicher ist."

Sarah: "Der Weg der Dunkelheit? Er macht mir Angst. Das Leben an sich kann doch so schön sein."

Black dog: "Ja, wenn es sich entfalten kann. Aber weißt du, wieviel Dunkelheit es gibt? Wir, die dunklen Mächte sind zunächst einmal das Ergebnis von all dem, wir sind in diesem Sinne gar nicht die Verursacher. Es ist allerdings dann aber auch so, dass wir im Sinne der Dunkelheit agieren. Dass euch das nicht gefällt, dafür habe ich Verständnis, nur, bedenkt, woraus wir entstanden sind, und alles was ist, fordert seinen Raum, in der Spiritualität der Ganzheitlichkeit."

Akadia: "Das heißt, wenn ich Böse bin will ich das auch ausleben wollen."

Black dog: "Das trifft es schon ziemlich genau."

Sarah: "Wie kann es sein, dass du mir sympathisch bist, obwohl ich deine Ansicht nicht teile?"

Blakc dog: "Vielleicht gibt es eine kosmische Reife, die wir alle in uns haben, die Bösen wie die Guten. Wir wissen ja gar nicht so genau, was für kosmische Wesenheit existieren und was sie in uns repräsentieren. Denkt an die Muse, sie ist nicht nur für die Guten da, sie spielt auch für die Bösen."

Akadia: "Die Muse?"

Black dog: "Ein Wesen der dritten Stufe der Unendlichkeit. Das ist auch die Stufe, der ich angehöre."

Sarah: "Das ist eine höhere Stufe als die der Jasmin."

Black dog: "Jasmin, ich mag sie. Auch wenn sie mich nur verdrängt, denn sie bringt ja das Licht in die Dunkelheit."

Sarah: "Jasmin, wir lieben sie. Weiß du denn, was Liebe ist?"

Black dog: "Nein, nicht so wirklich. Es scheint eine treibende Kraft des Lichtes zu sein, obwohl, sie ist sehr kompliziert und in sich verdreht, so dass man manchmal nur ihren Schatten sehen kann. Diesen Schatten, den verstehe ich sehr gut."

Akadia: "Verständnis für die Dunkelheit. Ich habe Angst, wenn ich daran denke. Das Leid, das vielen Wesen anheimfällt, wir wissen davon, manchmal könnten wir daran verzweifeln. Niemand ist davon ausgenommen, es ist der Preis, der für das Leben entrichtet werden muss"

Black dog: "Vielleicht ist das so nicht ganz richtig, auch wenn es offensichtlich erscheint. Das Leben endet ja nicht, es ist oft nur so, dass eine höhere Organisationsform in sich zusammenfällt. Es ist sozusagen das Ende einer spirituellen Einheit. Dennoch, der Kampf um diese Form der Existenz kann sehr große Energien freisetzen, wenn ein Leben um sich selbst kämpfen muss."

Sarah: "Wir können das Leid des Lebens nicht verhindern, wir können Leben nur schenken, ihm einen Weg bahnen in der Unendlichkeit und es ein wenig beschützen, wenn es bedroht wird. Das kann sehr viel Freude bereiten."

Black dog: "Freude, ich wünschte es gäbe so etwas für mich. Ich kenne nur den Verdruss, unendlichen Verdruss, Hass und den Willen zum Widerstand, nicht zu brechen. Es gibt mir aber auch Befriedigung, wenn eine Rache den Richtigen getroffen hat, ein starker Feind besiegt wurde, Mut und Ehre ihre Berechtigung gefunden haben. Denkt an den Krieger, er wurde einst von dunklen Mächten begleitet und doch hat Arianne ihm verziehen. Man kann also auch konvertieren, von Böse zu Gut, es geht aber auch umgekehrt, oft viel schneller."

Sarah: "Ja, die Machtgier der hohen Mächte, sie richtet so viel Unheil an."

Black dog: "Wir bekommen Besuch."

...

Akadia: "Arianne :-))). Dass du dich hierher begibst"

Arianne: "Ja, ich möchte eure Rettung abkürzen. Black dog hat einen Plan entwickelt, der erfolgreich sein könnte. Aber es würden Jahre darüber vergehen. Er müsste euch durch die Untiefen der Nichtexistenz schleusen. Ich möchte euch gleich zurückhaben. Lässt du sie mir?"

Black dog: "Du fragst mich? Es zeigt von hohem Respekt, damit habe ich nie gerechnet. Ja, nimm die beiden mit dir."

Arianne: "Ich danke dir."

Und an Sarah und Akadia gewandt.

"Diese Diskussion, sie wirft einige Fragen auf, die nicht einfach beantwortet werden können. Es ist aber auch nur eine Sichtweise, die Black Dog vermittelt. Das steht  ihm zu, er ist  ja ein Wesen und hat sein eigenes Bewusstsein. Nur, man kann die dunklen Mächte auch kritischer sehen. Manchmal ist es so, dass sie ihren Anfangsstatus nicht überwunden haben. Der Bereich der Einzeller, die sich gegenseitig fressen. Jeder ist der Konkurrent des anderen. Evolution, basierend auf dem Recht des Stärkeren. Manchmal ist es aber auch nur Ohnmacht, zusammengepresster Geist, der wild um sich schlägt, um sich zu befreien."

Black Dog: "Das trifft auf die eine oder andere Weise auch zu. Aber ist es nicht auch so, dass der Weg der Dunkelheit seine Berechtigung haben kann?"

Arianne: "Das bestreite ich nicht. Ich bin aber auch parteiisch, ich will leben. Und das, was ich daran mag, ich möchte es erhalten. Die schlimmen Dinge der Existenz, ich leugne sie nicht. Aber auch der Weg des Lichtes versucht sich weiterzuentwickeln, sucht nach Lösungen. Es ist mein Weg und ich glaube daran. Und ich gebe zu, solange es die Dunkelheit in meiner Welt gibt, so lange muss es auch kosmische Wesen geben, die sich damit auseinandersetzen. Sonst wäre die Existenz trivial, und das würde sie letztendlich vernichten, viel schneller, als es alle dunklen Mächte zusammen jemals bewirken könnten."

"Black Dog. Du hast etwas gut bei mir. Ich lade dich ein, in Ariannes Heimat. Die beiden Janines waren wirklich gefährdet, ich hatte keine Kontrolle über die Situation, denn sie war privat. Das verlorene Haar hat mich alarmiert. Den Janines darf nichts passieren, sie sind das Zentrum des Lebens in mir,  der kleine Überschuss zwischen Sein und Nicht Sein, die Grundlage meiner spirituellen Existenz in der Ebene. Alle anderen Dinge sind polarisiert, sich heben sich in der Summe gegenseitig auf, das Ergebnis ist die Null. Wenn einer von den Janines etwas geschieht, es könnte mich töten. Es wäre wie ein tödliches Geschwür in einem lebenden Organismus, aber welcher Arzt sollte mir helfen können? Ich selbst bin ja die allesumfassende letzte Instanz des Spirituellen. So, nun wisst ihr, wie wichtig ihr für mich seid. Und ich habe das Problem, dass ich euch nicht total kontrollieren darf, denn das wäre auf die Dauer tödlich für euch, kein Wesen kann so etwas aushalten. Aber ich kann nicht ohne euch sein. Darum, bitte passt auf euch auf."

Sie berührte alle Beteiligten in ihrem tiefsten Innern, die Arianne. Und das dunkle Wesen spürte etwas in sich, das es noch niemals empfunden hatte. Eine Berührung des Lichts, vor der es nicht weglaufen musste.

Und dann waren sie wieder weg. Ja, Ariannes Heimat, die würde er gerne einmal kennenlernen. Ein Wesen des Bösen im Paradies, das so etwas überhaupt möglich war. Arianne ist doch grenzüberschreitend, dachte er. Von nun an würde er die Janines beschützen. Das war seine neue selbstgewählte Aufgabe.

Black Dog


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