Arianne 40 - Ariannes Traum

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Ariannes Traum

Alexa: "Arianne, wir bekommen Besuch."

Arianne: "Wer ist es denn?"

Akadia: "Der Tod."

Arianne: *seufz*. Ich hatte ein paar morbide Gedanken, aber ich will doch leben. Lasst ihn herein."

Ein uraltes Skelett, irgendwie zusammengehalten, wovon? Ausgestattet mit einer Sichel, Umhang, Kapuze, krächzender Stimme.

Warum er gerade in dieser Gestalt auftritt? Es ist dies die spezifische Sichtweise des Erzählers. Ein allgemeiner Tod ist ja für viele verschiedene Lebensformen zuständig, die sich sehr voneinander unterscheiden können. Ariannes Welt kann sich für einen anderen Betrachter wesentlich unterscheiden.

Tod: "Arianne, ich bin nicht gekommen um dich zu holen. Es ist nur so, ich habe Angst um dich."

Ein Tod, der Angst um mich hat?

Tod: "Du bist zwar absolut unsterblich, aber aus dir selbst heraus, du kannst dein Leben beenden. Das wäre sehr schlimm für die Existenz. Du bist das übergreifende Bewusstsein für das Leben, ohne dich zersplittert alles, das Leben würde dann nur noch lokal existieren. In diesem Sinne zeigst du auch, dass es überhaupt möglich ist, als kosmisches Wesen dies alles in sich zu vereinigen."

Arianne: "Ich will ja gar nicht sterben. Die Diskussion mit Black Dog, es trifft mich natürlich, wenn ich sehe, dass es so viele Probleme gibt, so viel Leid in der Existenz."

Tod: "Ja, aber du bist der Beweis, dass die Hoffnung auf etwas Besseres real ist, nicht nur ein Traum. Wenn dies der Existenz verlorengeht, über die Zeit wird sie verflachen, zumindest spirituell."

Zumindest spirituell?

Tod: "Arianne, du bist viel größer als du selber erahnst. Das Leben in dir, es ist nur ein Traum deiner Ganzheit."

Arianne: ?

Tod: "Ja, dein Bewusstsein, das du momentan hast, es ist nur ein Teil des Ganzen."

Arianne: "Was bin dann als Gesamtbewusstsein?"

Tod: "Etwas, das ich nicht mehr erfassen kann und wahrscheinlich auch kein anderes Wesen der Existenz."

Arianne: "Und wenn mein Traum vom Leben stirbt?"

Tod: "Deine Heimat, sie wäre auf sich alleine gestellt. Wesen wie Alexa, Jasmin, sie würden verschwinden. Irgendwann würde die Ebene ein neues Bewusstsein schaffen. Aber niemand weiß, was dabei herauskommt. Es kann instabil sein, oder etwas ganz neues ergeben, es gibt aber keine Reinkarnation für deinen Traum."

Arianne: "Ich bin also ein Traum, der sich selbst bewusst wird?"

Tod: "Ein Teil des Ganzen. Arianne als Ganzheit, ich weiß gar nicht, ob sie jetzt schläft, was sie macht. Es geht über meinen Horizont hinaus. Deine paranormalen Fähigkeiten, sie sind ein Teil dieser Ganzheit. Entstanden durch den Traum der Arianne, Grenzen in der Unendlichkeit zu setzen."

Arianne: "Wie kommt es, dass sich der Tod für das Leben einsetzt?"

Tod: "Ich bin ein Wesen der Unendlichkeit, nicht nur einer Stufe, und nicht nur einer Ebene. Ich weiß, was Einsamkeit ist."

Arianne: "Nicht nur einer Ebene?"

Tod: "Ja, du bist nicht allein."

Arianne. "Aber ich als höheres Wesen umfasse doch alles, also auch dich? Kann es dann noch mehr als eine Ebene geben?"

Tod: "Ja, ich bin ein Teil von dir, aber in diesem Traum trete ich separat auf. Erst in deiner Gesamtheit verschmelze ich mit dir. Und diese Gesamtheit umfasst mehr als eine Ebene. Aber ich verliere mich dann auch. Einen allesumfassenden Tod gibt es nicht."

Arianne: "Nun gut. Mit meinem Traum, ich kann damit leben. Danke, dass du dich für mein Leben einsetzt."

Tod: "Wenn es dir zu viel wird, du könntest dem Traum eine Pause gönnen."

Arianne: ?

Tod: "Indem der Traum schläft. Das würde eine Dunkelphase der Ewigkeit auslösen. Nur der Archivar würde darüber wachen. Alle höheren kosmischen Wesen würden in einen tiefen Schlaf fallen, aber daraus könnten sie wieder erwachen, so wie du."

Arianne: "Und die Janines?"

Tod: "Auch sie würden schlafen. Nur das Leben in seinen kleinen Teilen, es würde weitergehen. Nur noch kontrolliert von den Naturgesetzen, dem Zufall, beeinflusst durch Quantenfluktuationen der Ebene, vielleicht auch durch lokale Überwesen, die aber den Status der Unendlichkeit nicht erreichen."

Arianne: "Ich danke dir für deinen Besuch. Ich will den Traum nicht sterben lassen und auch nicht schlafen, denn es gibt mir Sicherheit und Geborgenheit, dass ich in meiner Unendlichkeit nicht alleine bin. Vielen Dank für alles."

Alexa: "Danke Arianne. Weißt du, du bist das Licht und die Hoffnung für das Leben. Wir brauchen dich. Danke :-)))"

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