Arianne 49

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Die Schule der Janines. Julius und Julia in der praktischen Ausbildung.


Die Schule der Janines 03

Alexa: "Wir werden jetzt ein wenig spielen, im Bereich der Fantasie."

Plötzlich änderte sich die Umgebung.

Ein hoher Turm, vielleicht 30 m hoch. Ganz oben ein kleines Fenster. Unten standen Julius und Julia.
Die Wand des Turmes war völlig glatt und es gab keine Tür.

Um sie herum ein dunkler düsterer Wald. Rote Augen leuchteten in der Dunkelheit.
Ein wenig alptraumhaft, das ganze. Ob dort Wehrwölfe herumlungerten?

Alexa spielte wohl mit ihnen.

Julius: "Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter."

Alexa schaute aus dem Fenster, 2 superlange Zöpfe kamen zum Vorschein. Sie ließ sie herunter, bis zum Boden des Turmes.

Julius und Julia griffen sich je einen der Zöpfe und kletterten empor.

Oben angekommen, eine kleine Stube. Alexa lächelte sie an.

So ein mächtiges unendliches Wesen und so verspielt.

Das war aber noch nicht alles.

Wieder wechselte das Szenario. England. Shakespeare.

Romeo und Julia. Beide schauten sich an und bekamen fürchterliche Angst. Sie umarmten sich, nein, bitte das nicht, sie mussten sich verstecken, ganz schnell, niemand durfte sie finden.

So nahmen die Dinge ihren Lauf.

"Nein, bitte nicht, wir möchten nicht Teil einer Tragödie sein."

Irgendwie schafften sie es dem Unvermeidbaren zu entkommen.

Dann, Shakespeare selbst, in Person. Er stand direkt vor ihnen. Für ihn war es seine realgewordene Fantasie.

"Bitte, bitte, ändere die Handlung. Wir möchten so gerne leben."

Julia schaute ihn an, mit ihren großen schönen Augen. Musste er nicht einfach dahinschmelzen?

Auch für ihn war dies eine neue Erfahrung. In seinem realen Leben gab es keine anderen Wesen als die, die er in seiner Umgebung gewohnt war. Und nun standen die Figuren seiner Gedanken direkt vor ihm. Wenn das ein Traum war? Ein sehr realer Traum. Und was sie ihm so erzählten, von höheren kosmischen Wesen ... Daran geglaubt hatte er nie. Er sah die Leidenschaften der Menschen, ihr Fehlverhalten, das oft in Katastrophen mündete und die Zerstörung, die sie anrichteten.

Ob er darauf einging, die Handlung zu ändern?

Es war ihr erster Eingriff in die Zeit. Eine neue parallele Zeit wurde geboren. Ob sie stabil bleiben würde?

Zurück bei Alexa.

Alexa: "Nein, ich hätte euch nicht sterben lassen. Es ist nur so, eine Janine muss vieles nachvollziehen können, und dazu gehört auch die Tragik des Lebens. Ihr werdet sehr viele verschiedene Situationen erleben und müsst euch darin behaupten können. Ihr werdet Persönlichkeiten darstellen, in manchen von ihnen ein Leben lang verweilen und dabei eure eigene Existenz vergessen. Der Zeitrahmen, in der ihr diese Erfahrungen sammelt, er geht über Jahrhunderttausende, vielleicht auch über Jahrmillionen, das ist nicht so klar festgelegt. Es hängt auch davon ab, wie ihr eure Zeit verarbeitet. Die schnellste Janine hat 20000 Jahre gebraucht, die langsamste 20 Milliarden Jahre, gemessen an eurer Eigenzeit. Bedenkt, ihr werdet unendliche Wesen. Da sind diese Zeiträume verschwindend klein. Das Zeitwesen einer Janine wird euch dies ermöglichen."

Julius: "Dann sind wir voneinander getrennt, in diesen Rollen. Das macht mich sehr traurig."

Alexa: "Nicht wirklich. Ihr könnt euch finden, in eurer Zeit. Es ist wie eine ständige Folge von Reinkarnationen, in der sich die Liebenden immer wieder finden können. Wenn ihr euch gefunden habt, ihr werdet es wissen, in eurem Gefühl. Habt keine Angst um eure Liebe. Wir lassen euch nicht allein, in diesen Situationen. Nur, wir werden nicht alles bestimmen, manches muss von euch kommen, denn als Janine werdet ihr selbstbestimmt sein. Wir spielen ein wenig Schicksalsmacht, aber es geht dabei nur darum, dass ihr lernen könnt"

Julia: "Und wenn fremde kosmische Mächte nach uns greifen?"

Alexa: "Wir sind die mächtigsten Wesen der Existenz. Habt keine Angst darum. Es ist meine Aufgabe, euch auf diesem Weg zu begleiten. Nur die Erinnerung an uns, die werdet ihr nicht mitnehmen können."

Julius: "Nein, wir wollen nicht getrennt sein und uns wiederfinden müssen. Wir lieben uns doch so. Wenn es nicht anders geht, diese Liebe ist uns wichtiger, sie ist mehr als die Unendlichkeit uns geben könnte. Dann bitten wir nur darum, uns zurückziehen zu dürfen und um ein bisschen Schutz, die unsere Liebe erhält."

Alexa: "Ihr habt euren eigenen Willen. Nun ja. Wir selbst bestimmen die Regeln, damit sind sie nicht unumstößlich. Bisher war es aber so, dass wir sehr gut damit gefahren sind. Neben euch gibt es nur ein weiteres Liebespaar zwischen Janines, und das andere Paar war auch recht selbstbestimmt. Nur, der eine Teil war bereits eine Janine.

Ich kann euch nicht im Schnellverfahren alles vermitteln, was ihr wissen müsst. Nun gut, ihr wollt zusammenbleiben, wie wollt ihr dann die Erfahrung grenzenloser Einsamkeit kennenlernen? Viele Wesen der Existenz verlieren sich in diesem Gefühl. Wie wollt ihr ihnen helfen können? Ich bin etwas ratlos. Beenden wir die Sitzung für heute erst einmal. Moment, da ist noch etwas ..."

Alexa runzelte  die Stirn.

Alexa: "ich habe telepathischen Kontakt mit einer Janine. Sie läd euch ein, mit ihr zu ziehen. Ich weiß nicht, es ist noch ein bisschen früh, ihr werdet die Unendlichkeit kennenlernen. Aber so ein Angebot, es ist einmalig."

Julius schaute Julia an. Sie blickten sich in die Augen.

"Ja, wir freuen uns :-)))"

Alexa: "Na gut, dann macht euch auf etwas gefasst."

Ein Nebel umgab die beiden. Ein Nebel, der irgendwie eine unendliche Tiefe vermittelte. Schwer in Worten zu beschreiben, es war einfach das Gefühl. Und die beiden hatten keine Angst dabei, dass diese Tiefe sie mit sich reißen würde.

Es war ein freundlicher Nebel, kein Alptraum.

Der Nebel lichtet sich. Sterne wurden sichtbar. Sie sahen sich im freien Weltraum, hatten aber keine Probleme mit der lebensfeindlichen Umgebung. Julius sah Julia direkt neben sich. Beide schwebten im Raum.

So ganz alleine waren sie nicht. Transparente leuchtende Schlieren umgaben sie. Sie leuchteten in allen Farben des Spektrums. Und sie spürten etwas, etwas Spirituelles, etwas Großes, Unfassbares.

<< Seid willkommen, ihr beiden >>

Sie fühlten die Botschaft der Janine, sie berührte ihre Seelen ganz sanft.

Gedanken, die die Seele in Schwingungen versetzte, so fühlte es sich an. Es war fantastisch und wunderschön. Die Musik der Schöpfung.
 
Sie spürten ein Hintergrundrauschen, nahmen Gefühle in sich auf, Milliarden von Lebewesen teilten sich ihnen mit.

Der Strom der Gedanken, er erzeugte leuchtende Farben. Das Vakuum des Weltalls schien aus sich selbst heraus zu glühen.

Die Janine vermittelte ihnen diese Eindrücke, lies sie teilhaben an ihren Gefühlen.

Julius: "Janine, hast du einen eigenen Namen"

<< Jetzt wo du mich fragst, ja, ich heiße Eleisa, aber das spielt keine Rolle, ich bin eine Janine >>

Julia: "Doch, wir möchten dich als Individuum sehen."

<< Danke, ich verstehe eure Gefühle. Also gut, nennt mich Eleisa. Spürt ihr die Gefühle des Lebens in meinem Zeitstrom? >>

Julius: "Es ist wunderschön."

<< Eines Tages werdet ihr selbst die Schöpfung gestalten. Alles, was ihr hier fühlt, es ist aus meinem Zeitstrom entstanden >>

Julia: "Aber das Leben, es währt doch nicht ewig."

<< Nein, vor dem Tod schirme ich euch ab. Es ist noch zu früh für euch. Obwohl, Julia, was dir widerfahren ist, es tut mir so leid. Du weißt mehr über den Tod als ich >>

Julia: "Mächtige Wesen haben meine Seele beschützt, sonst hätte es mich zerrissen. Und der Verlust meines Körpers, es ist irgendwie so endgültig. Dass ich weiterexistieren kann, ich weiß nicht, wie das möglich ist."

<< Die Existenz selbst steht dahinter >>

Julia: "Arianne? Sie ist so ein mächtiges Wesen."

<< Ja, aber die Energie in dir, es ist ihre Lebensenergie. Ohne diese Energie gibt es keine Existenz >>

Julia: "So wichtig bin ich?"

<< Alle Janines tragen das Wesen der Existenz, und wir vermitteln das Leben weiter. Das ist unsere Bestimmung >>

Julius: "Aber der Tod, die tote Ebene? Was geschieht dort?"

<< Schwierige Fragen, selbst für eine Janine. Ihr denkt sehr viel an den Tod. Es besteht eine Gefahr darin, dass dabei dem Leben zu wenig Raum gegeben wird. Aber ein Liebespaar, wie ihr es seid, ihr müsst das Leben doch einfach verstehen >>

Julia: "Ja, wir lieben es :-)))"

<< Das ist auch die Sichtweise der Janines. Darum leben wir >>

<< Ihr müsst wissen, wir setzen das Leben gegen den Tod, das Nichts, die grenzenlose Einsamkeit. Wir wollen es und wir können den Tod nicht verhindern. Es ist aber nicht unser Teil, dem Tod Tribut zu zollen, wir tun es für das Leben und so lange wir existieren, wir werden nie etwas anderes tun >>

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