Arianne 52

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Der Asylant 02

Julius, Julia und der Asylant in der Ebene. Der Asylant sagte schon gar nichts mehr. Er war so schwach geworden.
Was nun? So ganz alleine in der Ebene?

Julia: "Arianne, hörst du uns?"

Schweigen. Ob sie vielleicht sauer war? Die beiden waren ja eingedrungen, ohne dass ihr Leben in Gefahr war.

Julia: "Liebe Arianne, wir wissen nicht weiter. Wenn unser Handeln falsch war, es tut uns so leid. Aber bitte verstehe uns ein bisschen, wir können nicht anders."

Wie sollten sie sich in der Ebene bewegen? Sie stellte sich für sie als ein dunkles farbiges Etwas dar, indem man so etwas wie Schwimmbewegungen ausführen konnte. Konnte man denn in der Ebene stranden? Sie war ja um so vieles größer als die Oberfläche, von der sie gerade kamen.

Nur Jasmin konnte sich ohne Hilfsmittel in der Ebene bewegen. Aber Jasmin war jetzt unerreichbar.

Zurück an die Oberfläche konnten sie auch nicht mehr.

Eine endlose Welt mit Wellen, dunklen Kanälen und gitterartigen Strukturen.

So langsam schlich sich der Alptraum in ihr Bewusstsein.

Der Asylant rührte sich.

"Hallo, wo bin ich?"

Julius: "In der Ebene der Arianne."

Asylant: "In der Ebene der Existenz? Wie ist das möglich?"

Julia. "Jasmin hat ein Tor für uns geöffnet."

Asylant: "Die Ebene, sie ist so etwas großartiges. Ihr müsst wissen, ich war selbst einmal ein Teil einer Ebene. Bis der Tod kam. Nun ist sie tot :-((("

Julius: "Du warst ein Teil der toten Ebene?"

Asylant: "Ja. Bis unsere Existenz starb. So etwas Trauriges ist für euch unvorstellbar, denn es umfasst alle Unendlichkeiten des Lebens, vielleicht bin ich der Einzige, der Zeugnis davon geben kann."

Julia: "Der Tod, stammt er nicht auch aus der toten Ebene?"

Asylant: "Der Tod. Ja, er war einst ein Teil von mir, trennte sich ab. Er konnte die Schmerzen der Existenz nicht mehr ertragen, ergab sich seinem Schicksal."

Julius: "Der Tod, ein Teil von dir?"

Asylant: "Ich war einmal das, was Arianne heute für euch ist. Aber nicht alles in mir wollte sterben. Irgendwie gelang es meinem jetzigen Ich, zu entkommen. Der Tod alleine ist nun mal nicht allmächtig, obwohl, er hat das Ende der Welt eingeleitet, indem er starb.

Ich habe viele in mir aufgenommen, bevor das große Sterben begann. Der Tod, sein Schicksal ist sehr grausam. Er darf das Leben nur noch beenden, nicht mehr daran teilnehmen. Immer und immer wieder, in alle Ewigkeiten. Es ist die endlose Wiederholung dessen, was er bewirkt hat."

Der Asylant schaute Julius und Julia an.

"Was ist mit euch? Etwas Dunkles schleicht sich in euer Bewusstsein. Bin ich dafür verantwortlich? Ich komme ja aus einem Alptraum. Dann sollte ich besser sterben. Ich will eure Existenz nicht gefährden. Wenn ich sterbe, verschwinde ich einfach. Irgendwann wird sich Arianne euch dann wieder zuwenden."

Julia: "Nein, nein, du sollst nicht sterben. Wir mögen dich doch."

Asylant: "Wenn der Alptraum in euch hineinschleicht, werde ich sterben. Bitte, nehmt es hin, es muss dann sein."

Julius: "Ist ein Tod nicht genug?"

Asylant: "Euer Leben ist wichtiger."

So verging die Zeit. Nichts geschah.

...

Asylant: "Ihr seid doch potentielle Janines?"

Julia: "Ja, wenn sie uns noch zulassen wollen."

Asylant: "Weil ihr euch gegen die Naturgesetze gestellt habt? Nein, so schlimm ist das nicht. Ich habe auch noch ein paar Dinge in mir drin. vielleicht können wir gemeinsam ein Fahrzeug konstruieren, so etwas ähnliches wie ein Photonenschiff."

Julius: "Ein Photonenschiff? Damit könnten wir vielleicht Ariannes Heimat erreichen. Wenn sie uns noch hereinlässt ... Aber, wir sollten es versuchen. Wenn sie uns nicht mehr will, dann werden wir es tragen. Sie hat uns ja schon so viel Schönes gegeben."

So geschah es.

Das Photonenschiff.

Asylant: "Jetzt sind wir beweglich :-). Ohne euch wird es allerdings nicht funktionieren."

Julia. "Na, dann mal los. Suchen wir nach Ariannes Heimat."

...

Eine endlose Suche. Die Ebene bot keine Koordinaten. Einfach drauf los?

Julius: "Können wir zur Oberfläche vorstoßen?"

Asylant: "Nein, ich kann kein Tor in der Ebene öffnen, sie gehört nicht mir."

Julia: "Aber die Ebene duldet dich doch, wir sind mitten drin."

Asylant: "Arianne weiß von uns. Nur, man erreicht seinen Gott nicht, indem man nach ihm ruft."

Julius: *seufz*. "Ja, da hast du wohl recht. Ob sie uns für alle Zeiten hier herumirren lässt?"

Asylant: "Ihr seid wichtig für die Existenz. Sie wird euch nicht verkommen lassen. Nur, vielleicht bin ich Ballast für euch."

Julia: "Du hast so viel mitmachen müssen. Nein, dich sterben zu sehen, das wäre zu grausam. Auch für uns."

Asylant: "Ich würde auch gerne wieder offen leben, mich nicht nur verstecken müssen, vor den Toten fliehen. Aber ich habe es verspielt. Nun weiß ich, wie schön das Leben ist, trotz aller Schmerzen. Es ist aber die Hölle, diese Erkenntnis zu haben und es nicht zurück zu bekommen."

Lange Zeit geschah wieder nichts.

Dann ein Klopfen. Jemand begehrte Einlass.

Julia: "Wer kann das sein?"

Asylant: "Sie nennt sich Jasmin."

Julius: "Jasmin!!!, sie hat uns gefunden :-))). Bitte, liebes Photonenschiff, lass sie herein."

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