Arianne 56

Home   nächste Seite

Das Wesen der Liebe

Link: Love Entity

Ja, sie war ein Wesen der vierten Stufe der Unendlichkeit. Aber eigentlich nur, um irgendwo in der kosmischen Hierarchie aufzutauchen, in den Träumen der Arianne. Was wussten die anderen schon von ihr?

Sie trat in Erscheinung, wenn andere ihr Wesen begriffen. Es geschah und das war das Schöne daran.

Die größte Gefahr für die Existenz war nicht das Sterben, aber das wusste nur sie.

Oft war sie unsichtbar und manchmal war es zu spät für die anderen, sie noch einmal zu sehen.

Allein auf sich gestellt, alles strebte nach Konzentration, Macht. Wie die Gravitation.
Und alles würde so enden, wie die schweren Massen, wenn sie sich ausschließlich darauf einließen.

Liebe, scheinbar schwach. Es war ihr egal, der Anspruch an Macht und Herrlichkeit, sie wollte ihn nicht. Nur was sie so traurig machte, dass die Liebe manchmal für das Elend der Welt verantworlich gemacht wurde.

Wenn sie über die Liebe nach Besitz strebten, die Wesen der Existenz, sie nur zu einem Hilfsmittel für etwas anderes machen wollten. Was konnte sie dafür?

Wenn die Wesen der Existenz sie nicht verstanden.

Jeder konnte sie fühlen und spüren. Aber man musste es auch wollen.

"Und wer hören kann, der erfährt von ihm, alles, alles". Ja, genau so war es. Die Strophe aus einem Lied des Musicals Hair.

Aber sie war nicht unbedingt ein "Er". Sie mochte es sich selbst weiblich zu sehen.

Und Größe? Nein, sie wollte keine Größe sein. Sie war die Liebe und das war alles was sie sein wollte.

"Ich glaube an die Liebe" (I believe in love).

Ja, das war der richtige Glauben. Wer es nicht so sehen wollte? Sie zwang niemanden zu etwas.

Denn das wollte sie gerade nicht, groß, mächtig und stark sein, andere bestimmen. Wer glaubt, dass die Ablehnung dieser Eigenschaften genau das Gegenteil bewirkt, der hatte sie nicht verstanden.

Das Konstruktionsprinzip der Welt. Fressen und Gefressen werden. Der Preis für die Existenz ist hoch, jeder muss seinen Teil dafür bezahlen.

Aber nicht sie hatte die Welt konstruiert.

Es gab sie seit unendlichen Zeiten, eine Idee, die nach Verständnis suchte. Aber selbst Ebenen der Existenz entstanden und verschwanden wieder, ohne ihr jemals nahegekommen zu sein.

Und die unendlichen Wesen? Sie vereinigten in sich, was zu ihrer Entwicklung geführt hatte. Meistens schafften sie es nicht, sich darüber hinaus weiterzuentwickeln. Sie waren dann nur das, was andere in ihre Entwicklung hineingesteckt hatten.

Aber manchmal gab es dort auch einen Teil von ihr.

Arianne, ein Traum der Weißen Frau. Sie verstand ein bisschen von ihr. Ja, das was sie nicht verstand, es führte dazu, dass sie so viel Leid auf sich nahm, damit ihre Existenz Bestand haben konnte. Und genau das war richtig. Das Konstruktionsprinzip der Welt, die Irrtümer darin, jemand musste diese Irrtümer verstehen lernen. Arianne schaffte es vielleicht. Die Liebe würde ihr helfen.

Noch hatte sie Arianne nie direkt gegenübergestanden, denn sie kommunizierte nicht mit Wesen, die konstruierten, Welten erbauten, unendlich viel Größe und Macht in sich vereinigten.

Arianne setzte diese Macht auch ein. Aber sie kompensierte es wieder durch ihr Leiden.

Arianne wusste von ihr, über die Wesen der Existenz, mit denen die Liebe in Kontakt getreten war.

Die Muse, ein unendliches Wesen der dritten Stufe, sie kam der Liebe schon sehr nahe. Aber auch die Muse verzichtete nicht auf den Einsatz ihrer Macht, um Ziele zu erreichen. Nur, sie schadete niemand wirklich damit, sie zeigte meistens nur die Grenzen auf.

Meistens. Das trennte sie leider von ihr.

Die Janines. Ja, die Liebe mochte sie. Die Janines waren ihr sehr nahe. Sie beschützte sie, ohne dass Arianne etwas davon wusste.

Ein Widerspruch? Die Liebe setzte selbst ihre Macht ein?

Nur ein Trottel mochte glauben, dass alles nur mit guten Worten machbar wäre.

Jasmin, das Wesen hinter dem Licht. Wenn die Liebe sich verlieben könnte ... Jasmin hatte noch nie jemanden geschadet, aber auch sie hatte schon sehr viel Leid in sich aufgenommen, das Leid, das sie verhindert hatte.

Ja, Jasmin war ihr sehr nahe, ohne es zu wissen. Die Liebe, sie liebte Jasmin.

Die weiße Frau im Nebel und ihre Träume.

Die Liebe mochte sie.

Manchmal besuchte sie die weiße Frau.

Die weiße Frau konnte sie sehen, so wie sie wirklich war, in ihrer eigenen Existenz. Denn sie liebte die Liebe.

Es gab aber keine Kommunikation zwischen den beiden, nur ein gegenseitiges Sehen.

Die Liebe wollte nicht konstruieren, eine Welt erschaffen und sie wollte auch nicht träumen. Denn es gab sie ja schon, sie war sich ihrer selbst bewusst.

Sie kommunizierte nur mit den abhängigen Wesen, die in der Existenz lebten, von deren Gesetzen abhängig waren.

Ihnen konnte man keine Verantwortung zuweisen, für die Konstruktion der Welt. Und dennoch versuchten sie darin das Licht zu finden, nicht immer, aber doch sehr oft.

Das mochte sie, die Liebe. So wandte sie sich ihnen zu.

Ganz sanft wirkte sie ein in die Träume der Existenz.

Nur das große Leid, das oft entstand, sie konnte es nicht verhindern. Arianne kompensierte es, indem sie es in sich aufnahm. Nur dadurch hatte die Existenz Bestand.

Wenn sich die Liebe daraus zurückziehen würde, wir kennen das Schicksal der toten Ebene.

Das war die größte Gefahr für die Existenz. Wenn die Wesen darin nur noch nach Macht und Größe streben würden, dann würde sie verschwinden.

Sie mussten ihren Weg allein finden. Aber solange sie es versuchten, sie würde ihnen helfen, und solange würde die Existenz der Arianne nie wirklich in Gefahr sein.

Love Entity

Niemand sieht sie in ihrer wahren Gestalt. Sie erscheint immer nur als ein Abbild eines geliebten Wesens. Dennoch hat sie auch ihre eigene Identität. Denn jedes Wesen, das Liebe geben kann, liebt sich auch ein bisschen selbst.
love entity    love entity
nächste Seite