Arianne 66a

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Bild der Erde

Erst explodierte eine Bohrinsel. Die Versuche, das Loch zu stopfen, scheiterten.

Die Schreie des Planeten hörten sie nicht, die Menschen. Denn sie hatten keine Wahrnehmungen, die über ihre wenigen Sinne hinausgingen.

Die Natur wurde systematisch ausgebeutet, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen. Schließlich musste der Wohlstand gesichert werden.

Und das obwohl die Wohlstandsgesellschaft fast schon an ihrem eigenen Müll erstickte.

Dunkle schwarze Wolken schwebten über die Länder der Erde. Wolkenbrüche, nie dagewesene Stürme. Das Wetter. Dagegen konnte man nichts machen.

Vulkanausbrüche, Erdbeben, Meteoriteneinschläge.

Alles erinnerte ein wenig an den Weltuntergang.

Den Einfluss höherer spiritueller Wesen sah man nicht, zumindest nicht in den Augen der Wissenschaft.
Die Kirchen sahen das anders, aber vieviel verstanden sie wirklich von dem, was sie predigten?

Glaube als Ersatz für die Notwendigkeit, Dinge zu verändern?

Die Gebete versuchten doch nur ein höhere Instanz zum Eingreifen zu veranlassen. Das, was man eigentlich selbst hätte tun sollen.

Nun ja, soweit es höhere Instanzen gab, sie weigerten sich, Einfluss zu nehmen.

Viele Menschen lebten nach dem Lustprinzip, warum sollten sie sich auch anders verhalten. Nach einigen Jahrzehnten war für sie ohnehin alles vorbei.

Nicht alle verhielten sich so. Aber was konnten sie schon bewirken?

Viele kämpften um ihre alltägliche Existenz. Sie hatten gar keine Zeit, darüber hinauszugehen, im Denken. Für sie gab es nur das Unmittelbare, auf das sie reagieren mussten.

Andere verloren sich in ihrer animalischen Triebhaftigkeit. Mordeten, brandschatzten, ohne über die Konsequenzen ihres Handelns einen Gedanken zu verschwenden.

Wieder andere berauschten sich an dem Gefühl der Macht, Macht über das Leben anderer Menschen.

So erkennt der einfältige Geist nur seine unmittelbare Nachbarschaft, und er macht diese Erkenntnis zu einem universellen Prinzip.

Der Mensch, beschränkt in seinen Möglichkeiten.

Ihm gegenüber traten Organisation auf, die mächtiger waren als er selbst. Oft aber ohne eigene Intelligenz, getrieben durch die Einflussnahme weniger Menschen. Ausgestattet mit einem Regelsystem, das das Denken noch mehr vereinfachte. Man musste ja nur noch die Regeln befolgen um die eigene Existenz zu sichern.

Spezialistentum, zum Wohle fremder Interessen.

Einsichten in globale Zusammenhänge waren nur wenigen vorbehalten.

Aber die nutzten ihre Privilegien vorwiegend um sich selbst zu zelebrieren.

Leben nach dem Lustprinzip. Darüber hinaus gab es nichts mehr.

So hatten sie ihre eigene Zukunft verspielt.

...

Arianne auf dem Planeten Erde.

Sie hatte die Macht, die Probleme auf einen Schlag zu beenden.

Aber dann? Würden sich die Menschen dann in dem Gefühl verlieren, einer höheren Macht zu dienen? Ohne jede eigene Initiative, denn es war ja sinnlos, sich anzustregen, wenn alle Probleme nur durch einen Gedanken gelöst werden konnte.

Ach, wie bescheiden sie doch waren.

Gab man ihnen die Möglichkeit, ohne Angst zu leben, ohne die Notwendigkeit, nach Kompromissen zu suchen, dann verloren sie sich darin. Wie die Mönche in einem abgelegenen Kloster. Jede eigene Entwicklung kam zum Stillstand.

Und Arianne, hatte sie so viel Potential, um alle diese verlorenen Entwicklungen selbst zu bewirken?

Am Ende gab es dann doch nur noch sie, ganz alleine, in grenzenloser Einsamkeit.

So wusste sie nicht, ob sie den Planeten doch nicht selbst überlassen sollte.

...

Noch ein anderer wollte Gericht halten, Alphatos.

Da kam ihr ein Gedanke. Um zu einer Entscheidung zu kommen, wollte sie die Verteidigung des Planeten übernehmen.

...