Arianne 75

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Das Zeitwesen

Es gab einen Umsturz. Das Militär regierte.

Janine mit ihren langen Haaren, so würde man sie kaum durchgehen lassen. Aber musste sie denn unerkannt bleiben?
Nein, sie musste etwas tun, gegen diese Militärdiktatur. Sie mochte die Spezies dieses Planeten einfach zu sehr.
Auch wenn sie dadurch unvorsichtig werden sollte.

Sie begab sich so wie sie war auf die Straße.
Vor lauter Haaren war kaum etwas von ihr zu sehen.

Eine Gruppe  von Soldaten erblickte sie.

"Hey du, stehenbleiben."

10 Gewehre waren auf sie gerichtet.
Ja, Haare können schon sehr bedrohlich wirken.

Sie blieb stehen.

Einer der Soldaten zückte sein Kampfmesser, wollte sich eine ihrer Haarsträhnen greifen und ließ das Messer mit einem lauten Aufschrei fallen.

"Au, die Haare sind elektrisiert."

Einer der anderen schoß auf sie. Die Kugel blieb im Lauf stecken, das Gewehr explodierte. Wie durch ein Wunder geschah ihm nichts.

Die anderen starrten sie an, wagten nicht mehr sich zu rühren.

Janine ließ sie einfach so stehen.

Sie ging vor den Panzern über die Straße. Ein Panzer rollte auf sie zu, ohne zu stoppen. Sie zeigte sich völlig unbeeindruckt.

Der Panzer schien gegen eine unsichtbare Mauer zu fahren, bäumte sich auf und lag dann still da.

Plötzlich rührte sich nichts mehr. Jede Form von Mechanik war bewegungsunfähig. Keine Gewehrkugel konnte ihren Lauf mehr verlassen.

Die Bewohner des Planeten standen auf der Straße, unschlüssig, so etwas hatte es noch nie gegeben.

Irgendwie verbreitete sich dann das Gerücht, sie sei dafür verantwortlich.

Sie sandte ihre Botschaft aus.

<< Verantwortlich? Wofür denn? >>

Na, für das Stehenbleiben der Panzer. Die Funktionsunfähigkeit der Gewehre.

<< Die Frage ist falsch gestellt, wer ist denn für die Funktionsfähigkeit dieser Dinge verantwortlich und was bezweckt er damit? >>

Kampfgleiter im Anflug.

*seufz*

Sie blickte sie nur an.

Alle erstarrten, wie eingefroren, nichts  bewegte sich mehr in der Luft. Und sonderbar, sie blieben einfach in der Luft hängen, wie angeklebt.

Gluonen-Klebstoff *grins*.

Vor ihr öffnete sich eine kleine Haustür.

"Hey du, komm bitte schnell."

Nun ja, hier auf der Straße passierte ohnehin nichts mehr.

"Du hast ja einiges an paranormalen Fähigkeiten in dir. Dass du die Kampfgleiter stoppen konntest, sehr beeindruckend. Irgendwie scheinst du niemanden verletzen zu wollen, obwohl sie es alle auf dich abgesehen hatten? "

<< Nein, natürlich nicht. Wie sollte ich sonst jemals Sensity unter die Augen treten können? >>

"Sensity? Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin Rastakar, der letzte der großen Zauberer"

<< Zauberer? Und du lässt dies alles hier so geschehen? >>

"Ja, weißt du, jeder Eingriff bewirkt etwas, ein offenes Tor. Was dann dort hindurchkommt, ich weiß es nicht, aber wahrscheinlich nichts gutes. Um diesen Planeten herum gibt es eine metaphysische Schicht mit sehr seltsamen Wesenheiten. Normalerweise halten die Naturgesetze sie fern, aber wenn diese Gesetze durch paranormale Eingriffe verletzt werden, können sie in unsere Gegenwart gelangen"

<< Hast du unter diesen Bedingungen als großer Zauberer schon jemals etwas bewirkt? >>

"Ich bin nur vorsichtig. Die Kampfgleiter hätte ich auch stoppen können, aber ich bin kein Gott. Bei dir bin ich mir da nicht so sicher. Das Potential deiner Kräfte muss riesig sein"

<< Nein, Gott bin ich nicht. Es ist vielleicht eine Frage der Sichtweise. Ich bin aber nicht ganz das was ich sein könnte, mir fehlt ein Zeitwesen >>

"Ein Zeitwesen? Ist das so etwas wie eine Gottheit der Zeit? Du nennst deinen Status eine Frage der Sichtweise. Mann, äh, oh Frau. Allein schon diese Formulierung. So etwas kann ich über mich nicht aussagen"

<< Zauberer, ich bin was ich bin und für dich gilt das gleiche. Lass uns gemeinsam überlegen, was wir machen können >>

"Von hier ist schwer etwas auszurichten. Aus den genannten Gründen. Wir müssten versuchen uns zu Krakar durchzuschlagen, ein Planet außerhalb des Imperiums, etwa 10000 Lichtjahre Richtung galaktisches Zentrum. Komm, unter diesem Haus gibt es einen Geheimgang zum Raumhafen. Es wird schwierig, aber ich bin nicht umsonst ein Zauberer *grins* "

<< Den Geheimgang werden wir nicht brauchen. Ich habe deinen Planeten lokalisiert. Aber ich denke, wir können auch hier einiges bewirken >>

Ein Dämon materialisierte im Raum.

<< Ach, eines der seltsamen Wesen. Was ist dein Begehr? >>

Der Dämon schaute sie an. "Ich will dich".

<< Sei vorsichtig mit dem was du tust. Dämonen gegenüber brauche ich nicht rücksichtsvoll zu sein >>

"Du hast das Tor geöffnet, nun nehme ich dich mit". Er griff nach ihr und ins Leere. Noch einmal. Wie war das möglich? War sie nicht materiell? Ein Tor öffnete sich, mehr ein Vakuum mit einer starken Saugwirkung. Der Dämon verlor den Halt und verschwand durch die Öffnung. Krachend schloss sich das Tor.

<< Der Dämon hat mir selbst den Weg gezeigt, wie ich ihn wieder verschwinden lassen kann >>

Der Zauberer schaute sie an.

"Mit dem hätte ich einen schweren Kampf ausfechten müssen. Ob ich den gewonnen hätte, ich weiß es nicht."

<< Zauberer, lass es gut sein. Glaube mir, diese Wesen stellen keine Gefahr für uns dar. Schwieriger wird es, wenn wir wirklich ein Paradoxon erzeugen würden >>

"Ein Paradoxon? Das kann ich nicht. Das wäre ein Eingriff in die Zeit. Kannst du darauf zugreifen?"

<< Ja, das kann ich. Auch wenn ich es nicht willentlich tun würde, meine Fähigkeiten könnten darauf Einfluss nehmen. Meine paranormale Fähigkeiten entstehen zum Teil durch Zeitmanipulationen. Mit fehlt aber das Zeitwesen, um die Konsequenzen alle abschätzen zu können. Daher muss ich mich zurückhalten. Vielleicht solltest du von dir aus aktiv werden. Ich bin dann die schweigsame graue Eminenz im Hintergrund. Das ist für uns beide ungefährlicher und vor allem auch für die Wirklichkeit, die wir arg strapazieren könnten >>

"Ja, gut, machen wir es so. Ich möchte jetzt aber doch wissen, was du für ein Wesen bist. Du siehst aus wie ein 17 jähriges Mädchen, das kann aber nicht sein. Vertrauen gegen Vertrauen, wenn du so mächtig bist muss ich wissen, was ich von dir erwarten kann. Um dich herum schwirren kleine Fairies, ich spüre sie. Fairies, manchmal habe ich Kontakt mit ihnen. Fairies begleiten nur ganz besondere Wesen."

Plötzlich saßen 2 kleine Fairies auf Janines Schultern. Sie schauten ihn an, sagten aber nichts.

<< Ich bin eine Janine, sagt dir das etwas? >>

Der Zaubererer setzte sich. Er konnte nicht anders.

"Die Legende von Alphatos. Die älteste Legende aller Zeiten. Älter als die Zivilisationen dieser Galaxis. Mann, oh ... Frau, entschuldige, das ist einfach zu viel. Und du behauptest kein Gott zu sein?"

<< Ich bin nur ein Element in der Mannigfaltigkeit der kosmischen Wesen. Es gibt vieles, das über mich hinausgeht. Bevor wir uns Gott nähern, weißt du, da gibt es noch sehr viel zu entdecken >>

"Aber du bist ein unendliches Wesen. Ein Wesen, das jede denkbare Grenze überschreiten kann. So etwas gibt es in meiner Wirklichkeit nicht. Alles ist endlich, manchmal etwas groß, aber endlich. Gegen die Unendlichkeit verschwindet das alles zu nichts. Selbst die am höchsten entwickelten kosmischen Wesen des Universums haben gegen dich keine Substanz"

<< Ihr seid lebende Wesen. Unterschätze das nicht. Jedes bisschen Leben hat auch einen Teil der Ewigkeit in sich. Unendliche Wesen können auch unendlich einsam sein. Vielleicht gibt es sogar unendliche Wesen, die niemals etwas anderes als die grenzenlose Leere erfahren haben. Nur durch die Existenz können wir diesem Schicksal entgegehen und du bist ein Teil davon, ohne Wesen wie dich gäbe es die Existenz nicht >>

"Das macht mir Mut. Es kommt also nicht nur auf die Größe an?"

<< Nein, überhaupt nicht. Vielleicht hast du das Glück einmal Sensity kennen zu lernen, von ihr könntest du einiges lernen. >>

"Sensity? Ein Wesen wie du?"

<< Sensity ist ein Wesen der vierten Stufe der Unendlichkeit, weitaus größer und umfassender als ich. Ich glaube an sie und ich liebe sie. Ich hoffe sehr, dass ich sie einmal treffen kann. Sie ist so etwas wie eine Idee, eine Idee, aus der das Leben entsteht und sie macht die Verbiegungen nicht mit, die das Leben in der Wirklichkeit erfährt >>

"Ups, das ist alles sehr sehr groß für mich."

<< Lass es dabei bewenden. Du musst es jetzt nicht verstehen. Versuchen wir gemeinsam dieser Welt zu helfen >>

"Du bist so groß, aber auch gleichzeitig so liebenswert. Ich mag dich :-))"

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