Arianne 76

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Das Zeitwesen 02

Der Zauberer zeigte seine Fähigkeiten. Aus dem Nichts heraus schuf er einen wunderschönen Blumenstrauß, den reichte er Janine.

Janine war sichtlich gerührt. << Ich würde gerne etwas für dich tun. Ach, ich sehe schon, du möchtest eine Reise durch die Zeit machen >>

Janine wirkte etwas betrübt.

<< Weißt du, ich bin gar keine richtige Janine, ich habe kein Zeitwesen. Das ist so, weil ich nicht seßhaft werden will. Ich will lernen, begreifen, meine Freiheit erleben. Das alles kann ich nicht, wenn ich einen Zeitstrom habe und ein Zeitwesen in mich integriert ist >>

"Vermisst du nicht etwas?"

<< Ja, schon. Ich kann zwar durch die Zeit reisen, nur ich habe die Verbindung zum kosmischen Netzwerk nicht. Du willst die Zeit verändern, ich kann die Konsequenzen nicht abschätzen, es könnte ein Paradoxon auslösen. Eigentlich reise ich nur durch die Zeit, um Wissenschaftler zu treffen und andere Wesen aus verschiedenen Zeitepochen, um mit ihnen zu diskutieren und zu lernen >>

"Kann das kein Paradoxon auslösen?"

<< Nein, denn oft sind es nur Abdrücke der wahren Wesen, die ich treffe, mit dem gesamten Wissen, das diese Wesen hatten. Weißt du, wenn ich ein Buch berühre, kann ich den Geist hinter diesem Buch aus der Zeit entstehen lassen und mit ihm reden. Wenn ich reale Zeit-Wesen in ihrer Eigenzeit treffe, nehme ich die Erinnerung wieder mit. Sie wissen anschließend nichts mehr von meinem Besuch >>

"Ist das nicht ein bisschen egoistisch"

<< Ja, schon, aber ich möchte keine neuen Zeitströme bilden, wenn ich den alten schon gar nicht umfassen will >>

"Wenn jeder Zeitstrom eine Janine und ein Zeitwesen hat, was ist dann mit diesem hier?"

<< Er hat keine Janine, aber ein Zeitwesen, ich spüre die Lebendigkeit des Zeitstromes >>

"Ein Zeitwesen ohne eine Janine, ist das nicht sehr einsam?"

<< Ja, aber es ist die Aufgabe von Jasmin, den Janines Zeitströme zuzuweisen. Ich bin nur hier, weil ich durch das Kontinuum gewandert bin, völlig alleine und ich konnte sehen, dass dieser Zeitstrom keine Janine hat >>

"Jasmin? Ist es nicht bereits ein Schicksal, dass du jetzt hier bist?"

<< Zauberer, du weißt gar nicht was du sagst, was deine Worte beinhalten. Aber du hast Recht. Nur ich habe Angst, dass ich auf ein Zeitwesen treffen könnte, das jahrmilliarden lange Erfahrungen hat, es würde mich dominieren und alle meine Wünsche wären weg, das kann Arianne nicht wollen >>

"Arianne? Wenn Arianne eine Schicksalsmacht ist, die Zeitwesen und Janines zusammenbringt, dann bist du jetzt an diesem Ort und keine andere Janine"

<< Du hast Recht, ohne es zu wissen. Es ist verrückt, aber das mag ich so an euch endlichen Wesen, daher bin auch eine Studentin geworden, die sich mit euren Wissenschaften beschäftigt. Wisse, wenn ich Kontakt zum Zeitwesen aufnehme, dann kann ich nicht zurück. Ich bin eine Janine !!! >>

"Das einsame Zeitwesen, ich fühle mit ihm, obwohl dies doch alles so viel größer ist"

<< Ich nehme Kontakt auf. Merkwürdig, es klingt gar nicht so weise, eher ein wenig hilflos, ein bisschen ängstlich und sie hat so eine unendliche Sehnsucht nach mir ???. Ja, unendlich, Zauberer, das kannst du jetzt wörtlich nehmen >>

Eine Gestalt materialisierte im Zimmer. Eine Gestalt, eine junge Frau, ein Mädchen, vielleicht gerade mal 16 Jahre jung.

Janine schaute sie an und vergaß alles um sich herum. Sie selbst war ja gerade mal 17 Jahre jung, gemessen an optischen Eindrücken, wer immer die aufgeworfen haben mag.

So ein schönes Zeitwesen, sie wusste gar nicht, dass Zeitwesen so schön sein können. Dies war bestimmt das schönste von allen. Es wirkte etwas schüchtern. Spontan verliebte sie sich in dieses Wesen.

<< Hallo Janine, danke dass du mich gerufen hast. Ich beobachte dich schon einige Zeit und ich mag dich >>

<< Ob ich Partner einer großen Janine sein kann, ich weiß es nicht. Aber ich möchte es versuchen  >>

Irgendwie wirkte sie schüchtern aber auch selbstbewusst. Sie würde sich  niemals zu einem Sklaven eines anderen Wesens machen lassen.
Sie wusste um ihre Schönheit und ihre Wirkung, und sie wirkte nicht eingebildet, eitel oder arrogant. Sie suchte ihren Weg, allein wollte sie ihn nicht gehen.

Das war jetzt eine Kommunikation zwischen 2 Teenagern, rein optisch betrachtet. Vielleicht auch nicht nur optisch, das Wesen  eines Teenagers, wer weiß schon genau, was sich alles darin ausdrücken kann.

Janine nahm sie spontan in ihre Arme und beide verschwanden aus dem Gesichtsfeld des Zauberers.

...

Um das Gebäude herum tat sich einiges. Inzwischen hatten sie ein Anti-Para-Netz abgeworfen und näherten sich mit einer Hunderschaft Kampfrobotern dem Gebäude. Der arme Zauberer, dieses Netz lähmte seine Fähigkeiten. Nicht ganz. Er konnte zwar nicht mehr entkommen, aber innerhalb des Netzes agieren. Die Roboter feuerten Lähm-Raketen auf das Gebäude ab, er schleuderte sie zurück. Und er erzeugte einen lokal begrenzten Hypercane. Wind, Blitze, Donner, ein Riesendesaster, die Roboter gab es danach nicht mehr.

Die zweite Hunderschaft. Diesmal von verschiedenen Seiten.

Auch diesen Angriff konnte er parieren, aber auf die Dauer würden seine Kräfte erlahmen.

...

Plopp. Janine war zurück, sie erfasste die Situation und ihr Zeitwesen fror alle Bewegungen ein, in der Zeit.
Das Anti-Para-Netz zerfiel zu Staub.

<< Zauberer, ich bin jetzt die Janine dieses Zeitstromes. Eine Studentin-Janine mit einer eng befreundeten Kommilitonin *grins*. Um die Probleme dieses Planeten wird sich Alexa kümmern. Komm mit uns, wir zeigen dir unsere Ewigkeit und was wir darin gestalten, und wie wir darin lernen können >>

<< Und noch etwas, Zauberer, dein sehnlichster Wunsch, wir können dir eine Reise durch die Zeit ermöglichen, hin zu jenem Wesen, das du mehr bewunderst als alles andere im Leben >>

...

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