Arianne 77

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Alexa und das Feuerwesen

Link: Das Feuerwesen

Alexa auf Harms Planet.

Die Militärdikatatur hatte sich etabliert. Es gab aber einige Ungereimtheiten. Unerklärbare Phänomene.

Ja, wenn sie die Dinge genauer betrachtete, es gab eine Parasphäre um den Planeten herum. Schon etwas ungewöhnlich, normalerweise gab es so etwas nicht. Und es gab Übergänge, zwischen der Para-Realität und dem wahren Leben.

Na ja, das wahre Leben. Welcher Traum für diese Wirklichkeit verantwortlich war, so genau wusste sie das gar nicht.
Das ganze System erschien ihr etwas singulär, im Vergleich mit Ariannes Existenz.

Vielleicht auch imaginär, ja, das konnte der Grund sein. Es gab eine imaginäre Größe in dieser Welt.

Imaginäre Welten, kein Bestandteil der ersten vier Stufen der Unendlichkeit.

Es war schon richtig, dass sie die Sache untersuchte. Jasmin wäre vielleicht auf unüberwindbare Schwierigkeiten gestoßen.

...

Was ist imaginär in Bezug auf Realität?

Das Bildhafte, Vorstellbare, Gedanken, Fantasien, ob sie nun realisiert worden sind oder nicht.

Alexa tauchte ein in die Parasphäre um den Planeten.

Und sie fand das Feuerwesen.

Alexa sah es und der Begriff Feuerwesen bildete sich in ihrem Bewusstsein. Implizites Wissen der Existenz. Also gehörte das Wesen zur Existenz? Vielleicht nicht unbedingt, aber zur Ebene, zur Umgebung der Arianne. Wissen reicht ja immer ein wenig über das Unmittelbare hinaus. Sonst hätte sie das Wesen nicht identifizieren können.

Lange wallende rote Haare umrahmten das Feuerwesen. Sie leuchteten in der Dunkelheit. Ja, sie bewegten sich wie Feuer.

Das Feuerwesen. Etwas, das jede Form von Feuer erfasste?

Aber wie weit reichten die Wechselwirkungen der imaginären Welten mit der Realität?

Nun, Alexa umfasste alle Stufen der Unendlichkeit, auch die Imaginären. Nur, sie lebte nicht in den imaginären Welten. Dennoch konnte sie damit umgehen.

Die Schwierigkeit bestand nun daran, eine Basis für Kommunikation zu finden. Irgendeine Art verständlicher Austausch, der von beiden Teilen verstanden wurde. Das Feuerwesen war immerhin ein Wesen, etwas, dem sie Gedanken und Gefühle zuordnen konnte.

Ein wenig probierte sie herum. Telepathischer Kontakt war dann möglich. Die Übersetzung der Gedanken und Gefühle war nicht notwendig, Alexa umfasste ja den imaginären Bereich. Als implizites Wissen, wie sie nun wusste.

Alexa: << Was tust du hier? Willst du die Naturgesetze der Existenz zerbröckeln? Imaginäre Wesen sollten keine Schnittstelle mit der Real-Existenz haben >>

Feuerwesen: << Wer bist? >>

Alexa: << Alexa >>

Feuerwesen: << Alexa? Ein Wesen aus der kosmischen Hierarchie der Existenz? >>

Alexa: << Du kennst mich nicht? >>

Feuerwesen: << Wie sollte ich. Existenz ist etwas fürchterlich unflexibles. Überall gibt es Gesetze, die einen Status festhalten wollen. Schrecklich. Materie, die träge ist, sie wehrt sich ja schon gegen Veränderungen ihres Bewegungszustandes. Ich kenne die Existenz nicht, ich flüchte vor ihr. Wenn ich einmal mein Wesen verlieren sollte, werde ich bestimmt in die Existenz hineinfallen. Ein schrecklicher Gedanke >>

Alexa: << Nun, so schrecklich ist die Existenz nicht. Sie bietet auch etwas, Dinge, die du gar nicht kennst, das Leben, Gefühle, die Substanz haben, nicht immer nur fluktuieren wollen. Sie ist nicht so flüchtig wie deine Welt, bietet Momente der Ruhe, die du gar nicht kennst. Einsichten, die in deiner Welt gar nicht entstehen können. Aber deine Welt berührt meine Welt. Das führt zu Ungereimtheiten in der Existenz. Wesen verschwinden einfach, Fantasiegebilde wie Werwölfe und Vampire entstehen scheinbar aus dem Nichts. Mächtige Wesen, die sich kaum bekämpfen lassen. Aber was sollen sie dort? Sie behindern nur die Entwicklung der anderen Lebensformen >>

Feuerwesen: << Das sind doch nur Fantasien eurer eigenen Lebensformen. Sie nehmen Gestalt an. Wechselwirkung meines Wesens mit den Vorstellungen deiner Lebensformen. Imaginär trifft imaginär und das Resultat sind Para-Wesen der Realität. Ich will deine Welt gar nicht berühren, nein, ich flüchte vor ihr. Sie will mich doch nur vernichten, denn sie hat sich bereits entschieden, was sie sein will. Ich bin nur mit ihr zusammengestoßen, sehr dumm, in der Unendlichkeit ist doch so viel Platz >>

Alexa: << Meine Welt will dich vernichten? Meinst du die Ebene, oder Arianne? Nein, Arianne will dich nicht vernichten und die Ebene? Arianne ist das Bewusstsein der Ebene, vielleicht hat die Ebene so eine Art Immunsystem entwickelt, die Ariannes Existenz schützt >>

Feuerwesen: << Die Ebene. Ich bewege mich in einer Schicht, die die Oberfläche umfasst und ein wenig ins Innere reicht.. Arianne kenne ich nicht. Ich habe aber eine Vorstellung von ihr, sie repräsentiert das, vor dem ich flüchten muss >>

Alexa: << Die Oberfläche umfasst? Reicht deine  Welt über die Oberfläche hinaus? >>

Feuerwesen: << Ja, nicht sehr weit, bloß eine kleine Unendlichkeit *grins* >>

Alexa: << Aber dann ist die Oberfläche keine Grenze der Ebene? >>

Feuerwesen: << Nein, für mich ist sie es nicht. Es gibt keine klare Grenze. Die Schicht wir immer dünner, bis sie irgendwann nicht mehr wahrnehmbar ist, für mich. Ich muss wirklich aufpassen, dass ich nicht darüber hinausstoße *Angst* Die imaginären Welten reichen über die Ebene hinaus. Sie sind aber für die Existenz nicht sichtbar. Leider bin ich beim Wechsel von Außen nach Innen mit der Oberfläche zusammengestoßen und hänge nun an diesem Planeten fest >>

Alexa: << Das Imaginäre umfasst Teile, die in der Existenz nicht sichtbar sind? Sehr interessant. Ich dachte ich umfasse alles, was die Ebene betrifft. Was Arianne wohl dazu sagt>? Nun, es ist schon etwas anders, ob man selbst im Imaginären steckt oder es nur von außen betrachtet >>

Feuerwesen: << Ja, es gibt eine Aura, die die Oberfläche umfasst. Die Existenz selbst ist ja nur eine Realisierung von unendlich vielen möglichen Vorstellungen. Nur, wir imaginären Wesen möchten die Vorstellungen nicht aufgeben, uns nicht für eine Form der Existenz entscheiden >>

Alexa: << Was können wir tun? Wir möchten unsere Existenz nicht aufgeben, und dich vernichten, das möchten wir auch nicht. Du bist auf eine fantastische Weise sehr schön. >>

Feuerwesen: << Danke :-). Ihr wollt mich nicht vernichten? *freu* , aber ich bin doch so total anders, kein bisschen festgelegt, völlig unberechenbar, immer in Opposition zu allen Gesetzen, die mich einengen wollen >>

Alexa: << Du bist ein Wesen, du kannst doch empfinden, denken. Du musst aber auch bereit sein, uns existieren zu lassen. Dann tun wir uns gegenseitig nicht weh. Die Unendlichkeit ist doch so groß, man muss nicht die Überschneidungen suchen >>

Feuerwesen: << Die Unendlichkeit, ja, groß ist sie. Alexa, ich kann mich nicht von diesem Planeten lösen. Kannst du mir helfen? >>

Alexa: << Ja, du bist Verbindungen eingegangen. Die Para-Wesen halten dich fest. Ohne dich sind sie nicht existenzfähig. Okay, ich helfe dir. >>

Feuerwesen: << Du musst ein sehr mächtiges Wesen sein >>

Alexa: << Ja, das bin ich. Und dennoch wusste ich nicht von dir. Nun bist du wieder frei >>

Feuerwesen: << Danke, Alexa >>

Und es verschwand wieder in seiner unbestimmten Unendlichkeit.

...

Das Feuerwesen


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