Arianne 82 - Teufel 03

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Annemalie, die kleine Hexe

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Eine kleine Hexe sollte verbrannt werden. Niemand war da, der ihr hätte beistehen können.
Wo waren all die höheren kosmischen Wesen? Keiner, der ihr helfen wollte?

Lag es daran, dass sie eine Hexe war? Hexen, angeblich Vertraute des Teufels, mit so etwas geben sich höhere kosmische Wesen nicht ab? Dabei waren Hexen doch auch nur lebende Wesen wie andere, vielleicht mit ein wenig paranormalen Fähigkeiten ausgestattet, manchmal auch nur ein bisschen weiser als die vorherrschende Klientel der angeblich Wissenden. Sie kannten Dinge, die sich mit der bekannten Wissenschaft nicht erklären ließen und was noch schlimmer war, Wissen, das aus den heiligen Schriften nicht abgeleitet werden konnte.  Der religiöse Mensch wusste dann Bescheid, es kam vom Teufel.

Ob Gott nicht auch paranormale Fähigkeiten haben konnte? Und ob er nicht auch mehr wusste als andere? Ob das Wissen nicht auch von ihm kommen konnte?

Warum stellte niemand diese Fragen?

Es geschah so oft, dass man Hexen einfach verbrannte. Gab es niemanden, der Anteil an ihrem Leiden hatte? Warum verhinderten es die höheren kosmischen Wesen nicht, sie hatten doch die Macht dazu.

Nein, Hexen waren nicht aus Asbest. Wenn man sie ins Feuer warf, verbrannten sie und sie leideten dabei wie andere Wesen auch.

Niemand war da, um ihr beizustehen. Niemand?

Doch, da war etwas, das man nicht genau sehen aber erahnen konnte.

Sie wurde beschuldigt mit dem Teufel im Bunde zu sein, mit ihm geschlafen zu haben. Die roten Haare, sie verrieten sie. Sie konnte ihren ganzen Körper darin einwickeln.

Was hatte sie denn getan? Hatte sie jemand dabei gesehen? Wussten sie überhaupt, wie der Teufel aussah?
Die roten Haare, der Barbier wollte sie haben. Und die Hochheiligkeit? Sie brauchte wieder einmal ein Opfer, um die Menge zufriedenzustellen. Diese Menge, die alles vernichten wollte, was nur ein wenig anders aussah, das sie nicht einordnen konnte.

Allein die Erotik, die sie mit ihren Haaren ausstrahlte, sie war des Teufels. Es verdrehte den Männern den Kopf und brachte sie ab vom geradlinigen Weg des Lebens, der bestand nun mal aus arbeiten und beten und nicht zu vergessen, der bedingungslosen Hingabe des eigenen Lebens an die auserwählten Wichtigen. Die würden dann schon für die Freude im Leben sorgen. Wo kam man denn hin, wenn dies auch unabhängig davon geschehen könnte.

Einsam in sich zusammengekauert saß sie im Kerker, als der Folterknecht und der Barbier in Begleitung dreier Hochheiliger eintrat. Die Haare umrahmten sie, als wenn sie sie schützen wollten.

Der Folterknecht würde ihr die Kleider vom Leib reißen, während die drei Hochheiligen sie dabei festhielten
Der Barbier würde ihr die Haare abschneiden.

Ja, vier starke Männer wurden gebraucht, um eine kleine schmächtige Frau nackt auszuziehen, auf die Folterliege zu spannen und ihr die Haare zu stehlen.

Was für eine Heldentat. Und das alles, damit Gott ihnen gnädig war?
Die Vorstellung von Gott, die sie hatten, war doch noch etwas seltsamer, als die vom Teufel.

Doch es kam anders. Der Folterknecht verbrannte sich die Finger. Kleine Flammen schlugen aus der Haut.

"AUUUooooohhhhhuuuu!!!!". Was für ein Geschrei. Entsetzen in den fünf Gesichtern. Sie wichen zurück. Die Hochheiligen hielten der Hexe ihre Gottessymbole entgegen. "Weiche, weiche ...."

Wer sollte denn weichen, da war doch niemand. Oder vielleicht doch?

Die kleine Frau saß zusammengesunken in einer Ecke, in die sie sich geflüchtet hatte.

War da nicht ein Schatten? Ein Stein in der Wand, der die 5 Männer böse angrinste.

Nein, nein, diese Hexe war wirklich gefährlich. So etwas hatte man noch nie erlebt. Angst schlich sich in das Bewusstsein der 5.

Die Dunkelheit schien zu tanzen. Sie spürten ihr verlangen, sie einfach zu schlucken.

Voller Panik flüchteten sie aus dem Kerker.

Man würde alles zuschütten mit Erde. Sollte die dort unten doch lebendig begraben werden, und die anderen Gefangenen gleich mit. Oder sollte man sie gleich an Ort und Stelle verbrennen? Brennbare Flüssigkeit dort hineingießen. Ja, das war es.

Sie rollten ein großes Fass vor den Eingang der Kerkertreppe und wollten die Flüssigkeit die Treppe hinuntergießen.

Das Fass explodierte. 5 brennende Fackeln rannten über den Platz. Keiner von ihnen überlebte.

Betroffenheit und Angst in der Menge, die sich gesammelt hatte.

Diese Hexe war ein sehr heißes Eisen. Man würde einen großen heiligen Bogen um den Kerker ziehen. Niemand durfte diese Linie mehr überschreiten.

...

Die kleine Hexe nicht mehr ganz allein in ihrem Kerker. Der Teufel in menschlicher Gestalt, bedeckt von superlangen Haaren. Ja, in dieser Fantasie-Kosmologie haben alle unendlichen Wesen lange Haare.

Die Haare sind ihre Fühler in der Raum-Zeit, in der sie die Unendlichkeit erfassen können.

Sie schaute ihn an. Ein bisschen ängstlich aber auch ein wenig dankbar. Sie fühlte, dass er ihr geholfen hatte.

<< Ja, es ist so, dass ich dich mag. Ich, der Teufel. >>

"Der Teufel mag mich? Aber was bedeutet das für meine Seele? Ich möchte nicht in die ewige Verdammnis eingehen."

<< Keine Angst. Der spirituelle Teil deiner Existenz ergibt sich aus dem, was du in der Realität gemacht hast, aber bei dir ist kein Bezug zum diabolischen Netzwerk vorhanden. Dennoch bist du eine kleine Hexe. Dafür kannst du aber nichts, es sind Fluktuationen der Spiritualität, die dies bewirkt haben >>

"Was bedeutet es denn, eine Hexe zu sein?"

<< Du kannst ein wenig zaubern, du hast Zugriff zur paraphysischen Energie der Ebene und du bist weise, weiser als die altehrwürdigen Gelehrten dir zugestehen wollen. Das allein bedeutet noch keinen Bezug zu mir. Der wird nur von deiner Umgebung behauptet. Es ist aber bedeutungslos. Objektiv bist du weder ein Teil des diabolischen Netzwerkes noch gehörst du zu mir >>

"Warum interssierst du dich dann für mich?"

<< Ich mag dich. Es gibt so viele, die sind wie du und sie werden einfach nur vernichtet, weil ihre Umgebung damit nicht klar kommt. Auf sehr grausame Weise, bei lebendigem Leibe verbrannt. Es geschieht wirklich, milliardenfach in der Existenz. Bei dir will ich das nicht. Ich will dich erhalten, auch gerade deswegen, weil du keine Janine bist. Janines sind im eigentlichen Sinne auch Hexen, aber sie werden von hohen kosmischen Mächten beschützt. Hexen wie du sind ganz allein >>

"Danke, aber ich verstehe es nicht. Irgendetwas muss mich doch von den anderen Hexen unterscheiden?"

<< Du siehst den Teufel nicht als alleinigen Verantwortlichen für das Schlechte in der Welt, sondern die Verantwortung in den Individuen selbst. Du bist nicht moralisch sondern analytisch und resistent gegen die Verlockungen des Diabolischen. Das reizt mich natürlich auch ein wenig. Du bist aber viel zu schade für diesen Teil der Welt.

Die anderen sind noch nicht weit genug. Sie wollten dich vernichten, weil du nicht in ihre Vorstellung der Welt passt. Ich möchte dich dort aber nicht einfach herausholen, du bist auch sehr stark in der Welt verwurzelt. Daher diese Lösung, ich trete selbst in Erscheinung. Da sie über Angst gelenkt werden können, werden sie dich in Ruhe lassen.

Und wenn nicht, ich werde dir eine kleine Fairy als Beschützerin hier lassen. In den Augen der anderen ist sie ein Dämon oder eine diabolische Fairy. Aber keine Angst, sie ist nicht böse, sie ist ganz lieb, sie passt zu dir. In meinem Netzwerk ist sie genau so ein verlorenes Wesen wie du. Du siehst, es ist auch ein wenig mein eigenes Interesse, ich habe jemanden für sie gesucht. Sie ist ein Wesen, das zu mir gehört, damit steht sie auch unter meinem Schutz. Ich will nicht, dass sie in meiner Hölle verrottet, denn dort gehört sie nicht hin >>

Ein kleines geflügeltes Wesen saß plötzlich auf der Schulter des Teufels.

<< Hi Annemalie, ich will deine Beschützern sein, darf ich bei dir bleiben? Bitte *ganz große bittende Augen mach* >>

Annemalie streckte ihre Hände aus, das Wesen flog durch die Luft und setzte sich auf ihre Handflächen. Es schaute sie an, direkt in die Augen.

Annemalie: "Du bist sehr schön, ich mag dich."

<< Danke :-)>>

Teufel: << Ich werde jetzt wieder gehen. Es wird noch Ärger mit einem Wächter der Naturgesetze geben, aber ich habe die besseren Argumente. Es ist auch ein Ausgleich für Eingriffe der Liebe und noch nicht einmal im Sinne des diabolischen Netzwerkes. Somit bleibt es so, wie es geworden ist. Wenn ihr mich braucht, ruft nach mir >>

Und weg war er.

Annemalie und ihre kleine Fairy , würden sie sich in der Welt behaupten können?

...

Der Teufel. War da nicht ein Hauch von Ewigkeit, der ihn berührte?
Sollte Arianne ihn gestreift haben? Das wäre das erstemal seit unendlich langer Zeit. 
...

Fortsetzung => Arianne 114, Link: Teufel 04

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