Arianne 86

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Der Endknall

Der relativistische Flug.

Er hatte den ultimativen Antrieb gefunden. Von der Konzeption her gar nicht so schwierig, er nutzte die Nullpunktsenergie des Vakuums. Damit konnte er permanent beschleunigen und damit relativistische Geschwindigkeiten erzielen.

Um jeden Bereich zu sprengen, ließ er sich einfrieren. Die Zeit bis zum Auftauen konnte im Prinzip Jahrtausende umfassen. Wenn besondere Ereignisse auftraten, wollte er die Reise unterbrechen. Er stellte die Reisezeit auf 22 Jahre ein.

Bei einer permanenten Beschleunigung von 9.81 m im Sekundenquadrat würde er für 2 Milliarden Lichtjahre etwa 21,5 Jahre benötigen. Gemessen in seiner Eigenzeit.

Link: relativistischer Flug

Eine automatische Steuerung sollte Gravitationsfallen ausweichen und großräumige Massenansammlungen für höhere Beschleunigung benutzen.

Er durfte nur nicht mit einem Himmelsobjekt kollidieren. Das war das Risiko. Aber vielleicht reichte seine Geschwindigkeit aus, um einfach hindurchzustoßen. Wenn man schnell genug war ...

Die Zeituhr versagte. Er wurde nach 22 Jahren nicht aufgetaut. Die Jahrhunderte vergingen ...

Seine kinetische Energie nahm gigantische Ausmaße an und wirkte damit auch gravitativ. Für außenstehende Beobachter verschwand seine Masse hinter einem Ereignishorizont. Seine Geschwindigkeit war so nahe an der Lichtgeschwindigkeit, dass man den Unterschied gar nicht mehr messen konnte.

Aber natürlich blieb er dabei immer noch unterhalb der Lichtgeschwindigkeit. Für einen außenstehenden Beobachter.

Und die Masse des umgebenden Universums? Nun ja, deren kinetische Energie war für ihn nur virtuell. Er beschleunigte ja schließlich, nicht die Massen um sich herum.

Aber seine Ruhe-Masse einschließlich der kinetischen Energie war reell, für die Umgebung mutierte er zu einem massiven schwarzen Loch, das sich mit (fast) Lichtgeschwindigkeit bewegte, und das immer massiver wurde.

Was würde ein Beobachter in einem anderen Raumschiff sehen,  das ihn infolge größerer Beschleunigung einholen würde?

Die kinetische Energie verschwindet. Verschwindet damit auch die Krümmung der Raun-Zeit?

Das wäre schon etwas merkwürdig.

Die Existenz dieses Schwarzen Loches würde dann vom Standpunkt eines Beobachters abhängen, da es auf gravitativer kinetischer Energie beruht.

Nun ja, denken wir später einmal darüber nach. Aus der Sichtweise der Fantasie bleibt die Raum-Zeit-Krümmung erst einmal bestehen.

Die Wirkung für die Umgebung, gegen die er sich mit  fast Lichtgeschwindigkeit bewegt, wäre katastrophal. Einfach auf Grund seiner großen Masse, die gravitativ wirkt.

Nach einiger Zeit raste die Masse eines kompakten Universums mit (fast) Lichtgeschwindigkeit durch den Zeitstrom. Der Ereignishorizont umfasste bereits Lichtjahre. Alles was davon erfasst wurde, wurde mitgerissen. So entwickelte er sich zu einem riesigen kosmischen Staubsauger.

Dann wurde er zu einer ernsthaften Bedrohung. Bei einem Ereignishorizont von 1 Milliarde Lichtjahre riss er die umgebenden Universen auseinander.

Der Endknall.

Ja, das war seine Wirkung.

...

"Janine, wir müssen ihn stoppen. Er wird den Zeitstrom zerstören"

"Ja, so geht das nicht weiter. Aber wie?" Gut, ich werde hineinteleportieren in das Raumschiff und den Antrieb umpolen. Wir können die Bremsbeschleunigung um ein Vielfaches vergrößern, wenn wir keine Rücksicht auf die Beschaffenheit des Raumschiffes nehmen müssen. Dazu bringe ich ihn dort heraus. Der Rest wird dann zu Staub, eingebettet in eine Bremsblase."

So geschah es dann.

Bei einer Bremsbeschleunigung von 1000 Milliarden km pro Sekundenquadrat konnte das ganze Gebilde nach relativ kurzer Zeit zum Stillstand gebracht werden.

Nur die Krümmung der Raum-Zeit blieb bestehen. So entstand auf diese Weise ein fast leeres geschlossenes, kugelförmiges Universum, mit einem Durchmesser von 1 Milliarde Lichtjahren.

Schon erstaunlich, was kleine endliche Wesen bewirken können, wenn sie nur ein bisschen Zugang zu kosmischen Energien bekommen.

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