Arianne 94

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Weepy trauert um das Ende einer Zivilisation, die sehr viel Leid verbreitet hat.


Weepy

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Janine und ihre kleine Philosophin im Gespräch, weit draußen im Vakuum des Weltenraumes.
Gegenstand der Diskussion war ein riesiges Schlachtschiff, das in einer Entfernung von 4 Millionen Lichtjahren scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht war.

Der Urspung konnte nicht identifiziert werden. Das war schon sehr ungewöhnlich, ihr Zeitwesen kannte es auch nicht. Gab es somit keine Vergangenheit für das Raumschiff im Zeitstrom der Janine?

Ein Raumschiff, das zwischen verschiedenen Zeitströmen wechseln konnte? Darauf hatten in der Regel nur die unendlichen Wesen Zugriff, aber auch dafür gab es hier keine Identität.

Nun, vielleicht wusste Jasmin etwas genaueres. Bisher hatte Janine noch keine Gelegenheit gehabt, mit ihr darüber zu sprechen.

Die Wesen in dem Raumschiff. Sie nannten sich die Zeitmeister, na gut, vielleicht erklärte das so einiges.

Ph: "Die Zeitmeister haben uns entdeckt, glaube ich. Es gibt Koinzidenzen entfernter Ereignisse in dem Raumschiff mit unserer Umgebung. Aber wie ist das möglich? Das können doch keine unendlichen Wesen sein? Es fehlt einfach die Aura."

J: "Ja, ich wundere mich auch."

Die Philosophin hatte eine Reihe von technischen Geräten bei sich.

Ph: "Ich bemerke eine wellenförmige Struktur innerhalb des Vakuums. Die Quelle kann nur dieses Raumschiff sein. Sie scheinen mit deiner eigenen Wellenstruktur interferieren zu wollen. Destruktive Interferenz. Sie wollen dich zur Materialisation zwingen, an einem Ort, den sie selbst bestimmen."

J: "Ich spüre es. Ich ändere meine Frequenz."

Ph: "Sie folgen deiner Frequenzänderung. Sie müssen deine Wellenstruktur wahrnehmen können."

J: "Merkwürdig. Ich werde meine Frequenzänderungen in eine dynamische Schleife versetzen."

Ph: "Sie können dir folgen! Wie schnell änderst du deine Frequenz?"

J: "In der Regel mit einer Geschwindigkeit, die unterhalb der Lichtgeschwindigkeit des Vakuums liegt. Wenn ich es schneller mache, kann es mich in die Zukunft katapultieren. Bei negativen Freqenzen lande ich in der Vergangenheit. Natürlich alles nur auf die lokale Konzentration meines Bewusstseins bezogen, die du hier vor dir siehst. Als Welle umfasse ich ja alles."

Ph: "Sie erzeugen eine Art Kugelwelle um uns herum und bewirken Frequenzänderungen exakt mit Lichtgeschwindigkeit. Sie wollen dich fangen!!!"

Janine war einfach zu überrascht, um das zu verhindern. Sie materialisierte in dem fremden Schiff, in einer Art Gefängnis, in der alle möglichen elektromagnetischen Frequenzen absorbiert wurden.

Und ihre Philosophin? Diese Höllenhunde, sie mussten sie getötet haben.

Stachelartige Wesen näherten sich ihr. Sie sahen aus wie große Igel, nur mit spitzen, sehr scharfen Stacheln.

Sie selbst war als nacktes menschliches Wesen materialisiert. Die Stacheln würden sie zerfetzen.

Reflexartig sandte sie einen telekinetischen Impuls aus. Eines der Stachelwesen, das sie gerade aufspießen wollte, wurde gegen die anderen geschleudert und zerbarst.

Sie erschrak. Sie war eine Janine und sie hatte ein Intelligenzwesen getötet. Wie konnte das geschehen?

Ihr Unterbewusstes, es hatte schneller reagiert als sie denken konnte. Sie war ja auch mit so vielen Dingen beschäftigt, die ihren Zeitstrom betrafen.

Nun konzentrierte sie sich voll auf diese Situation hier. Das änderte die Kräfteverhältnisse schlagartig.

In der Kommandozentrale.

(1): "Sie hat paranormale Energie in sich drin. Wir wissen die Stärke nicht. Lasst uns die Messgeräte einschalten, zunächst einmal im Leerlauf. Beginnen wir dann mit ganz kleinen Werten."

Alle paranormalen Messgeräte in der Zentrale explodierten mit einem Schlag. Auch diejenigen, die gar nicht eingeschaltet gewesen waren. Die ganze Zentrale sah aus wie ein einziger Trümmerhaufen.

Das hatte auch einige der Stachelwesen zerrissen.

(1): "Was war das? Wie stark ist die Energie in ihr drin?"

(5): "Stärker, als unsere Messgeräte verarbeiten können. Bemerkst du dieses dumpfe Dröhnen in unseren Bewusstseinen? Und das, obwohl wir paranormal gar nicht beeinflussbar sind. Wir haben keine Sensoren dafür."

(2): "Ihre Kraft ist nicht messbar, sie übersteigt jeden messbaren Rahmen. Vielleicht ist sie unendlich stark!!!"

(1): Unendlich? Das gibt es nicht. Alles ist begrenzt."

(2): "Das mag sein. Wir aber haben ihr nichts entgegenzusetzen."

...

Das Zeitwesen meldete sich.

"Ich habe deine Philosophin gerettet."

J: "freu :-)))"

Ph: "Hallo Janine, hier bin ich wieder :-))."

Z: "Die Stachelwesen, seit 2 Milliarden Jahre arbeiten sie an einer Möglichkeit, dich zu fangen. 4 Milliarden Jahre existieren sie schon, als kosmische Zivilisation. Ein sehr geduldiges Volk und versteckt in der Zeit. Aber gut sind sie nicht. Sie haben ganze Zivilisationen ausgerottet. Es sind Parasiten, die die Lebensenergie anderer in sich aufsagen. Dabei machen sie auch vor Intelligenzwesen nicht halt. Ich sehe sie tatsächlich zum ersten mal, seitdem du dich auf sie konzentrierst. Du hast Spuren hinterlassen, in der Zeit, dort haben sie sich drangehängt"

Das Gefängnis löste sich auf. Die Stachelwesen hatten wohl ein Einsehen, wo ihre Grenzen lagen. Alle technischen Geräte wurden abgeschaltet, mit Ausnahme der Lebenserhaltungssysteme des Raumschiffes.

Eine riesige Halle tat sich auf.

Die Stachelwesen bildeten einen Halbkreis, etwa 200 an der Zahl. Janine im Mittelpunkt des Halbkreises.
Sie schauten sich an.

Ihre ganze Existenz hatten sie diesem Augenblick gewidmet. Und nun? Sie sahen, dass Janine unerreichbar für sie war. Immerhin hatten sie sie fangen können, für einen Moment, aber was bedeutete das schon?

...

Janine, was sollte sie jetzt machen, mit den Stachelwesen? Sie hatten sehr viel Leid über den Zeitstrom gebracht, unerkannt von ihr, versteckt in der Zeit. Jetzt, wo sich Janine darauf konzentrierte, wurde alles offengelegt.

Sie war kein Richter. Sie würde es weitergeben an Jasmin. Ob Arianne davon gewusst hatte? Ja, Arianne war ja allwissend, was Vorgänge in der Existenz angingen. Wenn sie nicht eingegriffen hatte, sie musste ihre Gründe haben. Aber nun? Janine konnte das nicht weiter tolerieren. Eine Entscheidung der höheren kosmischen Wesen musste getroffen werden.

...

Ein spirituelle Aura durchflutete die Halle. Was war das? Ein höheres kosmisches Wesen? Die Aura erinnerte an Sensity und war doch ganz anders. Eine Mischung aus Schmerz und Trauer, unendliche Weite, Spiritualität, Wahrhaftigkeit. Wer konnte das sein?

Ein Wesen materialisierte. Sie sah aus wie eine junge Menschenfrau, aber total verheult. Die Augen wund, Tränen im Gesicht.

Ph: "Janine, wer ist das?"

J: "Das kann nur Weepy sein, die Legende vom Wesen des Schmerzes. Niemals zuvor trat sie in Erscheinung, solange ich existiere, und das ist bereits eine unendlich lange Zeit. Dass es sie wirklich gibt ..."

Weepy blickte die versammelten Stachelwesen an. Tränen liefen ihr über das Gesicht, sie weinte.

Die Stachelwesen krampften sich zusammen. Sie starben völlig lautlos.

J: "Weepy hat ihnen das Leid gezeigt, das sie bewirkt haben. Sie konnten es nicht ertragen. Die Wahrheit, wenn sie verständlich wird, sie kann tödlich sein. Wenn Weepy ein Wesen anschaut und weint, dann muss es sterben. Sie weint um das Wesen und um das Leid, das es bewirkt hat. Weepy ist ein transzendentes Wesen, sie existiert, weil es so viel Leid gibt."

Ph: "Janine, ich habe Angst um dich. Wenn sie nun um dich weint?"

J: "Dann muss ich sterben. Sie ist ein sehr viel höheres kosmisches Wesen als ich."

Ph: "Nein, Janine, bitte nicht. Ich liebe dich doch so und all die Wesen in deinem Zeitstrom, sie wollen ohne dich nicht sein. Bitte, ruf nach Arianne."

Weepy drehte sich in die Richtung von Janine. Schaute sie an. Sie war völlig verheult, aber sie weinte nicht mehr. Ein forschender Blick. Janine spürte die spirituelle Aura, die sie durchflutete. Es war fantastisch und schön, unendlich schön. Noch nie hatte sich Janine so glücklich gefühlt. Nein, Weepy würde sie nicht töten. Sie streichelte ihre Seele geradezu.

Dann sah sie die Stachelwesen, die durch ihren telekinetischen Schlag und durch die Explosion der Messgeräte umgekommen waren. Weepy weinte um sie. Es berührte Janine im Innersten ihrer Seele. Weepy spürte die Erregung von Janine, streichelte sie sanft, beruhigte sie. Ein Gedanke materialisierte in Janines Bewusstsein.

<< Dein Unterbewusstsein, Reflexe, für die du nichts kannst.

Bitte, pass auf dich auf, du siehst was alles an Gefahren auf dich lauern kann. Du bist eine Gejagte, du armes Wesen, aber du hast auch mächtige Beschützer. Du siehst sie nur nicht, ich kann sie sehen, um dich herum.

Du bist nicht allein, auch hier nicht. Nein, ich tue dir nichts, ich mag dein Wesen, ich werde nicht um dich weinen. Die Stachelwesen, nie hat ein endliches Volk länger existiert, ihre Urspünge liegen bereits in vergangenen Universen. Aber sie haben es nicht geschafft, kosmische Größe zu erreichen. Sie konnten ihre Trivialität nicht überwinden, die Dunkelheit im erwachenden Geist. Nun ist ihr Weg zu Ende, ich weine um sie >>

...

Die Wesen um sie herum? Janine konnte nichts wahrnehmen. Wer konnte das sein?
Eine Gestalt offenbarte sich, winkte ihr zu. Black Dog, ja, es war Black Dog. Der Vertraute oder Liebhaber von Arianne in den Negativwelten. Wer wusste das schon so genau.
Janine lächelte und winkte zurück.

Black Dog wurde transparent und verschwand wieder aus ihrem Blickfeld.

Weepy. Sie stand immer noch dort. Die Stachelwesen lagen tot auf dem Boden. Ein spiritueller Gesang durchdröhnte die Halle, drang in die Komunikationskanäle des Schlachtschiffes ein und suchte seinen Weg. Die Zivilisation der Stachelwesen, so versteckt sie auch sein mochten, es erreichte jeden einzelnen von ihnen. Ein letztes mal.

Weepy weinte um sie. Der Boden um sie herum wurde feucht.

Dann wandte sie sich wieder Janine zu.

<< Janine, ich verlasse dich jetzt wieder. Es war schön dich zu sehen, ich bewundere dich. Geh deinen Weg. Das Leid deines Zeitstromes, es ruht  in mir >>

Dann verschwand sie.

...


Weepy

weepy
Weepy, ein Wesen der 4. Stufe der Unendlichkeit. Das Wesen des Schmerzes und der Trauer. Ohne sie würde Arianne das Leid der Existenz nicht ertragen können. Weepy nimmt ihr sehr viel davon ab. Ein unendliches Wesen, das den Schmerz in sich aufnimmt.

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