Kleine haarige Geschichte 09

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Juliane

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Juliane und ihre Freundinnen sollten sich die Haare abschneiden lassen. Ihr künftiger Arbeitgeber wollte es so. Nun saß sie als erste in diesem Frisierstuhl, schaute in den Spiegel, die beiden knielangen Zöpfe nach vorne gelegt.

Sie hielt sie in ihren Händen, schützte sie mit den Armen, drückte sie an den Körper. Man konnte ja nicht genau wissen, was hinten so alles geschah.

So wie sie da saß, man hatte nicht den Eindruck, dass sie die Zöpfe freiwillig her geben wollte.

Hinter ihr saßen die drei Freundinnnen, Sarah, Janine und Andrea. Noch hatten alle 4 ihre langen Haare.

Frisöse: "Wie möchtest du es denn gerne?"

"Ja, ich? Eigentlich möchte ich so bleiben wie ich bin, aber mein zukünftiger Chef meint, ich passe so nicht in seinen Betrieb. Ich soll mir eine flippige Kurzhaarfrisur schneiden lassen und das ganze knallrot färben, mit ein paar lila, gelben, blauen und grünen Strähnchen darin. Dann würde ich meinem Alter entsprechend aussehen und positiv auf seine junge Kundschaft wirken."

"Wenn ich dir einen Vorschlag machen darf. Schau, hier sind Beispielfrisuren. Diese Frisur dort würde dir sehr gut stehen"

Juliane schaute das Bild an und hatte plötzlich das ganz dringende Bedürfnis, eine Toilette aufsuchen zu müssen.

"Ja, vielleicht, bitte, ich muss mal ganz dringend auf Toilette."

"Wir haben hier aber keine Toilette."

"Da drüben, das Cafe hat eine" und schwupps, weg war sie.

Eine der anderen Stühle wurde gerade frei. Ein kurzhaarig rot gestyltes Mädchen verlies gerade den Salon. Auf dem Boden ein Haufen abgeschnittener Haare.

Den drei übriggebliebenen Mädchen wurde ganz warm ums Herz. Die geliebten Haare, so lose auf dem Fußboden liegend, nie wieder zum Streicheln in den Händen halten dürfen ... *schrecklich*

Wer war nun die Nächste.

"Wer möchte die Nächste sein?"

Keine Rückmeldung. Juliane schien auch nicht zurückkommen zu wollen.

"Ja, was machen wir jetzt? Komm du doch bitte nach vorne."

"Ich? *Panik". "Ich schau mal wo Juliane bleibt. Ich habe auch so ein dringendes Bedürfnis. Ja, wir gehen dann alle mal mit".

Alle 4 Mädchen drüben im Cafe auf der Toilette.

Sie schauten sich an.

Sarah mit ihren offenen langen Haaren, der ihren Po vollständig bedeckte, Janine mit hüftlangen, wunderschönen Locken und Andrea mit ihrer Hochsteckfrisur, die ihre körperlangen Haare versteckte.

Nein, Juliane öffnete die Haare von Andrea, nahm sie sanft in die Hände.

Andrea fasste vorsichtig nach den Zöpfen von Juliane, öffnete sie.

So standen sie nun da, mit ihren offenen Haaren, betrachteten sich gegenseitig, hielten jeweils die Haare einer Freundin in den Händen und streichelten sie sanft.

Nein, das wollten sie nicht hergeben.

Erst mal Kaffee trinken.

Die Bedienung hatte auch lange Haare. Alle 4 lächelten sie an und sie lächelte zurück.

Ach, Langhaarigkeit konnte so schön sein :-)))

Danach alle 4 wieder gemeinsam zurück. Sie mussten ihre Garderobe abholen, die sie dort gelassen hatten.

Die Stühle waren schon wieder besetzt. Die armen Delinquenten.

Ein Mädchen mit steißbeinlangen Haaren schaute sie an. So schöne lange Haare, und ihre eigenen sollten jetzt kurz geschnitten werden? Nein, sie wollte dazugehören, zu den Langhaarigen.

Schwupps, der Stuhl war leer.

"Darf ich eure Freundin sein, wenigstens, bis ich hier wieder raus bin?"

Wie heißt du denn?"

"Arianne"

"Komm, gehen wir gemeinsam."

Juliane zur Frisöse: "Wir haben uns anders entschieden. Tschuess."

Die Frisöse schaute ihnen hinterher und lächelte dabei. Ja, so sehr mochte sie das Haareabschneiden gar nicht.

Juliane zu Arianne: "Warum warst du denn hier?"

"Ich dachte ich muss mich verändern. Die Haare, so langweilig, einfach nur herunterhängend, aber dann habe ich euch gesehen. Es ist so schön, eure langen Haare zu sehen und ihr scheint sie auch sehr zu mögen."

Sarah: "Ja, wir mögen unsere Haare sehr. Schön, dass du dich anders entschieden ist. Deine Haare sind wunderschön, kein bisschen langweilig!"

Juliane: "Was machen wir jetzt? Den Job können wir wohl vergessen."

Andrea: "Wir verstecken unsere Haare. So schwierig ist das gar nicht. Ich habe ein Frisurenbuch zu Hause und es gibt Anleitungen im Internet, wie man das machen kann."

Andrea, Juliane, Sarah und Janine beim Haareverstecken. Arianne schaute ihnen zu.

Nach einiger Zeit war nicht mehr viel zu sehen, von den langen Haaren.

Arianne: "Wow, wie seht ihr denn jetzt aus? Wie schön, dass das alles nicht wahr ist."

Juliane: "Das soll nun alles rot gefärbt werden. Wie machen wir das?"

Arianne: "Nein, eure Haarfarben sind doch so schön"

"Sarah: "Die eigenen Haare rot färben, das möchte ich nicht. Diese Farbe werden wir vielleicht nie wieder richtig los."

Andrea: "Also Perücke?"

Juliane: "Seufz, was sollen wir sonst machen?"

Nun alle 4 mit roten Kurzhaarperücken und gelben, lila, blauen und grünen Strähnchen darin. Arianne begutachtete das Werk.

Ja, das wird wohl so gehen. Der Chef ist bestimmt zu blöd, um den Unterschied zu erkennen.

So sei es. Die 4 Freundinnen im Betrieb. Arianne war nicht mehr dabei. Sie musste noch zur Schule gehen.

Chef: "Ja. leider kann ich euch momentan nicht beschäftigen. Ihr wisst ja, die Wirtschaftskrise ..."

Die 4 Mädchen schauten sich an.

"Dafür haben wir nun unsere Haare geopfert?"

Chef: "So seht ihr wenigstens richtig jugendfrisch aus. Es wird schon irgendwo klappen. In einem halben Jahr kann das schon alles ganz anders aussehen."

So waren sie nun also entlassen, bevor man sie überhaupt eingestellt hatte.

"Weißt du Chef, so ganz jugendfrisch fühlen wir uns gar nicht mehr."

Juliane nahm ihre Perücke ab und setzte sie dem Chef auf seine Halbglatze.

"Siehst du Chef, mit dieser Perücke wird alles viel besser gehen."

Hoch erhobenen Hauptes verließen sie die Firma.

Nein, ihre Haare würden sie niemals hergeben wollen, sie waren doch etwas, das ihnen ganz allein gehörte.
Juliane


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