Kleine haarige Geschichte 11

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Elisa

Sie spielte mit ihren Haaren und sie war so glücklich dabei. Die langen Haare umrahmten ihren Körper, streichelten ihn.
Sie schmuste mit den Haaren, küsste sie ganz sanft. Er war ein so herrliches Gefühl.

Sie musste lächeln.

Ja die Haare, ein richtiges kleines Paradies.

Es klopfte an der Tür. Ihre Mutter.

"Elisa, machst du dich fertig. Wir müssen noch einmal in die Stadt."

Elisa: "In die Stadt?" Ach ja, morgen war ihr Geburtstag, sie wurde 14. "Müssen wir noch Besorgungen machen?"

Mutter: "Nein, es geht zum Frisör. Du weißt ja, die strenge Verwandtschaft und mit 14, da ist die Kindheit vorbei."

Zum  Frisör? Daran hatte sie überhaupt nicht gedacht. Ihre Spitzen hatte sie doch erst vor 3 Wochen schneiden lassen.

Elisa: "Die Spitzen sind doch okay"

Mutter lachte. "Nein, nicht die Spitzen. Die Haare kommen ab. Du sollst richtig adrett aussehen, wie das heute bei modernen jungen Mädchen so ist. Beeil dich, wir haben einen Termin"

Elisa erschrak. Nein, das wollte sie nicht. Sie wusste zwar, dass es bestimmte Traditionen gab, die seit Generationen eingehalten wurden, nur hatte sie sich selbst nie davon betroffen gefühlt.

Mutter: "Elisa!!"

Sie hatte gar keine Zeit, darüber nachzudenken. Schnappte sich ihre Jacke, versteckte die Haare unter der Kleidung.

Mutter verblüfft. "Hast du die Haare schon selbst abgeschnitten? Ach nein, ich sehe schon, sie sind nur unter der Kleidung. Na ja, ich wollte dir vorher schon mal einen halben Meter abschneiden, dann ist es nicht so peinlich, beim Frisör. Aber dazu ist es jetzt zu spät."

Elisa: "Nein!!!! Ich will meine Haare nicht abschneiden lassen."

Es brach aus ihr heraus, ganz impulsiv.

Mutter: "Was ist denn mit dir los? Es sind doch nur Haare. Später kannst du sie ja wieder wachsen lassen, nur für den morgigen Tag, alle 14 jährigen Mädchen unserer Gemeinschaft haben an diesem Geburtstag kurze Haare."

Elisa: "Ich liebe die Haare so sehr. Sie bedeuten mir so viel. Weißt du, ich kann stundenlang in ihnen ruhen, glücklich sein. Muss man denn so etwas schönes kaputt machen?"

Mutter: "Das ist doch Unsinn. Das ganze Leben liegt noch vor dir. Die Haare, willst du dich außerhalb unserer Gemeinschaft stellen? Stell dir vor, was die Verwandtschaft sagen wird."

Elisa: "Nein, ich empfinde so. Mit kurzen Haaren, die Vorstellung ist so schrecklich für mich, so grausam. Nein, bitte nicht."

Mutter: "Nein, das geht nicht. Komm, wir müssen los."

Der Salon.

Da sie einen Termin hatten, kam sie auch gleich dran.

Frisöse: "Hallo, ich habe hier ein Bilderalbum, da kannst du dir eine passende Frisur aussuchen."

Elisa nahm das Buch in die Hand und erschrak. "Nein, das will ich nicht."

"Aber deine Mutter hat dich doch angemeldet."

"Und wenn schon. Kann ich das nicht selbst entscheiden, bin ich nicht alt genug dazu? Wenn ihr mir die Haare gegen meinen Willen abschneidet, werde ich davonlaufen, dann habt ihr mich verloren."

Mutter: "Das ist aber eine harte Drohung. Weißt du überhaupt, was du da sagst?"

Elisa: "Wollt ihr mich gleich verstoßen? Aber meine Haare nehme ich mit. Nicht eingepackt in Plastiktüten, sie bleiben da, wo sie sind."

Mutter: "Das ist ja doch schwieriger als ich dachte. So energisch hast du dich noch nie vertreten."

Frisöse: "Ach, diese langen Haare machen doch nur viel Arbeit. So eine poppige jugendliche Frisur, und das Leben sieht gleich viel freundlicher aus."

Elsia: "Nein, ich will nicht. Ich liebe meine Haare. Wenn ihr sie haben wollt, müsst ihr sie mit Gewalt nehmen. Dann gehe ich zur Polizei."

Mutter: "Hmmm, du scheinst ja wirklich ernsthaft Widerstand leisten zu wollen. Damit habe ich gar nicht gerechnet. Okay, erst mal wieder nach Hause. Notfalls kann ich sie auch selbst abschneiden, ohne dieses öffentliche Theater."

Eine etwas ältere Dame mit sehr gepflegtem Äußeren hörte die ganze Zeit zu.

"Darf ich etwas dazu sagen?"

"Ja bitte"

"Ich würde die Haare gerne einmal sehen, sie sind ja immer noch unter der Kleidung"

Elisa zog die Jacke aus. Die Haare waren um sie herum festgebunden. Sie löste die Bänder."

Ein Flut von Haaren ergoß sich ihren Körper hinunter.

"Das ist aber schön. So schöne Haare habe ich noch nie gesehen."

An die Mutter gewandt. "Bitte, lassen sie ihr doch die Haare. Es gibt so viele Menschen, die kurze Haare vorziehen, aber sie ist ein Langhaar im Geiste, die Haare sind doch auch ein bisschen ihre Bestimmung."

"Ja, da können wir nur zustimmen." Es waren weitere Gäste, die nun nach vorne kamen und Elisas Haare staunend anschauten.

Ein älteres Muttchen: "Die Haare sind richtig schön, Traumhaare für viele Menschen. Lasst ihr doch ihren Traum, das Leben ist hart genug."

Und ein ganz junges Mädchen: "Wow, solche Haare, nun ich will meine eigenen auch wachsen lassen."

Elisa musste weinen, so sehr hatte sie sich nach Verständnis gesehnt.

Es war so rührselig, selbst die Frisöse musste ein Taschentuch zupfen.

Mutter gab auf. "Wenn du so viel Zuspruch bekommst. Na ja, die Verwandtschaft wird zwar etwas dumm gucken, aber das ist man ja gewohnt.

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