Kleine haarige Geschichte 19

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Ein langhaariger Junge soll zum Militär

Er saß in einem der Frisierstühle und schaute in den Spiegel. Von vorne sah er fast kurzhaarig aus, die Haare reichten hinten über die Stuhllehne bis auf den Boden. Volle dicke Haare, die den ganzen Stuhl bis zu den Lehnen bedeckten.

Blonde Haare mit natürlichen schwarzen Strähnen.

Von hinten sah er aus wie eine Frau mit sehr schönen langen Haaren. Von vorne? Na ja, er war ein bisschen feminin, ohne Bart, gerade mal 18 Jahre jung. Man wusste nicht so genau, welchem Geschlecht man ihn zuordnen sollte. Natürlich nur bei oberflächlicher Betrachtung.

Die Haare mussten ab. Morgen sollte er für 3 Monate zu einer militärischen Grundausbildung antreten, da waren lange Haare nicht erlaubt. Danach konnte er sie ja wieder wachsen lassen.

Als wenn das so schnell ginge. Seine knielangen Haare, bis sie wieder diese Länge erreicht hatten. Darüber würden Jahre vergehen, vielleicht hätte er sie mit 30 wieder, aber ob er sich dann noch lange Haare erlauben konnte?

Ganz kurz sollten die Haare werden, die Ohren frei, sie durften nicht über den Nacken ragen. Was blieb ihm anders übrig? Wenn er so einrückte, sie würden ihn an Ort und Stelle kahlscheren und sich darüber noch lustig machen.

Heute war viel los im Salon.

Alle Frisösinnen waren irgendwie beschäftigt.

Über den Spiegel konnte er sehen, was sich so tat.

Einer langhaarigen Frau wurden gerade die Zöpfe abgeschnitten. Nein, warum das denn? Sie sah doch so schön damit aus. Ihre Tochter in Warteposition, polange glatte Haare. Dann war die Tochter dran. Aua. Das tat so weh.

Modische Kurzhaarfirsuren, na ja, wem es gefällt. Mehr als einmal sah er eine dieser Transformationen und immer tat es ihm weh. So schöne lange natürliche Haare, warum nur?

Ihn schien man vergessen zu haben.

Auf dem Tresen sammelten sich abgeschnittene Zöpfe, Pferdeschänze, zusammengebundene Haare.

War denn heute der Tag des Abschneidens?

Sie mussten ihre Haare doch nicht abschneiden. Warum machten sie es freiwillig? Er musste innerlich weinen, wenn er daran dachte, dass er seine Haare verlieren würde.
Nur innerlich? Die Tränen standen ihm in den Augen. Er sah ja, was um ihn herum geschah.

Nach einer Stunde erinnerte man sich wieder an ihn.

"Oh, das tut mir leid, wir haben sie ein wenig vernachlässgit. Leider ist heute sehr viel zu tun. Sie wollen die Haare ganz kurz haben? Ich werde ihnen mal schnell mal im Vorübergehen die Haare in Kinnhöhe abschneiden. Die Feinheiten machen wir dann später."

Schnell mal im Vorübergehen? Als ob ihn seine Haare so schwer belasten würden.

Nein, das wollte er dann auch nicht.

Wortlos erhob sich aus seinem Sessel, zog seine Jacke an und verschwand wieder aus dem Salon.

Nun ja, dagewesen war er ja. Aber die Haare hatte er immer noch und er bereute es kein bisschen.

Aber was sollte er nun tun?

Nichts. Dinge, die er nicht beeinflussen konnte, er wollte sie nicht auch noch forcieren.

Am anderen Morgen, im Rekrutierungsbüro. Die Haare hatte er unter seiner Kleidung versteckt, zusammengehalten mit Bändern, die er um seinen Körper geschlungen hatte. So auf den ersten Blick sah er kurzhaarig aus. Kurzhaariger sogar als seine "Mitbewerber" um diesen Job. Einige wurden tatsächlich noch einmal zum Frisör geschickt.

Dann die Gesundheitsprüfung. Er musste sich nackt ausziehen und stand nun da in seiner Haarpracht.

Der Doktor richtete seine Brille. Ein Langhaarhasser schien er ja nicht zu sein.

"Die Haare sind sehr schön. Es wäre schade darum. Sagen sie mal, mit den Haaren, sie sehen aus wie ein Mädchen. Äußere männliche Geschlechtsorgane, aber sie haben auch eine Brust, nicht extrem ausgeprägt, aber doch vorhanden. Wir sollten doch tatsächlich einmal einen Gentest machen und eine gründliche medizinische Untersuchung."

...

Das dachte ich mir doch. Sie sind ein Zwitter. Hat das denn noch nie jemand festgestellt?

Ein Zwitter? Es gab so Andeutungen in der Familie, aber das hatte er auf sein gewolltes Äußeres zurückgeführt. Er hatte sich immer als Junge gefühlt und nie Identitätsprobleme damit gehabt, obwohl er den femininen Look sehr mochte, die langen Haare, sanfte, eher weiche passende Kleidung. Er mochte es auch, wenn er als Mädchen gesehen wurde. Nicht um das Geschlecht so wechseln, es waren einfach die femininen Ausdrucksformen, die er mochte. Und warum musste immer alles nur in eine Richtung gehen?

"Wollen sie sich ganz in eine Frau transformieren lassen? Ich kann einen Termin mit ihnen vereinbaren. Anschließend sind sie eine Frau. Dann wird man sie nicht mehr einziehen. So können sie ihre Haare behalten."

"Nein, ich möchte so bleiben, wie ich bin. Ich mag beide Geschlechter in mir, sie streiten sich auch nicht. Und das alles für die Haare, nein, sie sind mir sehr wichtig, aber das möchte ich nicht"

..

Die langen Haare, ob er sie nun behalten durfte?

"So, ein Zwitter sind sie. Dienen können sie trotzdem. Gehen sie erst einmal zum Frisör, dann sehen wir weiter."

"Nein, ich kann es nicht."

"Sie weigern sich, dann nehmen ich sie vorläufig fest."

So verbrachte er die Nacht in einer Arrestzelle. Wie er so dasaß, auf seinem Bett, mit seinen langen Haaren, er sah aus wie eine Märchenfee.

Besuch. Vom Frisör.

"Sie haben einen Befehl verweigert. Das können wir aber nachholen. Nachdem ich ihnen die Haare abgeschnitten habe, lassen wir sie erst einmal nach Hause gehen. Über das weitere Vorgehen werden sie dann informiert."

"Warum muss ich mir die Haare abschneiden?"

"Weil das alle tun müssen die eingezogen wurden."

"Nein, ich will nicht."

"Dann müssen sie hierbleiben."

Warum lies man ihn nicht einfach gehen?

Sechs Wochen musste er in der Arrestzelle absitzen. Zwischendurch gab es immer wieder Versuche, ihn zum Abschneiden der Haare zu überreden. Aber inzwischen war sein Fall in der lokalen Presse erschienen, mit Gewalt würde man ihm die Haare nicht mehr nehmen.

Dann durfte er wieder nach Hause, mit seinen langen Haaren. Es machte ihn sehr glücklich.

Und nicht nur ihn, er hatte einige Freunde und Freundinnen, die seine langen Haare mochten.

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