Kleine haarige Geschichte 23

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Elenas Zoepfe

Elenas Zöpfe hingen nach unten. Sie berührten ihre Füße. Sie musste lächeln.

Nackt stand sie vor dem Spiegel, betrachte ihre langen Haare.

Sie hatte sehr dicke Zöpfe.

Sie öffnete ihre Haare. Sie umrahmten ihren ganzen Körper, bedeckten ihre Nacktheit. Dann begann sie Zöpfe zu flechten, insgesamt 12 an der Zahl.

Nun waren sie nicht mehr ganz so dick, aber manch einer wäre stolz darauf, nur einen einzigen dieser Zöpfe zu besitzen.

Doch nun, sie brauchte Geld. Sie wollte ihre Zöpfe verkaufen.

Sie zog sich an und verlies das Haus.

Nun stand sie vor dem Haarverkäufer in seinem Büro.

Er wollte die Haare wiegen. Sie nahm die Zöpfe einzeln in die Hände und legte sie auf die Waage. Richtig voll war sie.

"Mmmh. Dafür gebe ich dir 100 Euro?"

"100 Euro für so viel Haare?  Nein, das mache ich nicht"

"150 Euro. Das ist mein letztes Angebot."

Sie brauchte das Geld, auch wenn es ihr in der Seele weh tat.

"Nun gut, machen wir es."

Was hörte sie sich da nur sagen?

Er gab ihr die 150 Euro.

Schon hatte er eine Schere in der Hand. Nun würde es ganz schnell gehen.

"Bleib einfach so stehen. Ich schneide sie dir in Kinnhöhe ab."

Ihr wurde ganz heiß. Nein, diese Hitze ertrug sie nicht. Sie musste raus hier.

Er wollte sich einen der Zöpfe greifen, aber sie ging mehrere Schritte zurück. Noch waren die Zöpfe nicht getrennt von ihr, sie machten die Bewegung mit.

Er hinter seinem Tresen, nun waren sie außerhalb seiner Reichweite.

"Was machst du? Die Haare gehören mir, Geschäft ist Geschäft."

"Nein, sie legte das Geld auf einen Stuhl."

"Die Haare bleiben hier".

Er kam hinter seinem Tresen hervor.

"Nein. Ich will nicht. Bleiben sie mir vom Leibe."

"Ich werde mir jetzt holen, was mir gehört."

Ein fetter, dicker Kerl. Nicht sehr beweglich. Sie war recht sportlich. Er konnte sich nicht durchsetzten.

Nun saß er auf dem Fußboden, auf seinem Hintern. Ohne recht zu wissen, wie er dort hingekommen war.

Sie verlies den Laden.

Ja gut, Haare, ihr seid noch einmal gerettet. Ich mag euch ja auch so. Aber was soll ich tun. Wo bekomme ich das Geld her?
Aber für 150 Euro? Die waren schnell wieder verbraucht und dann, dann hatte sie nichts mehr. So fielen die Weihnachtsgeschenke für ihre Liebsten dieses Jahr aus. Das war sehr traurig, aber was sollte sie tun?

Vor dem Laden. Ein bisschen Ablenkung. Eine Frau, die Haare in einem Knoten zusammengebunden. Ein sehr dicker Knoten. Sie musste sehr lange Haare haben.

Sie war sehr schön. Wollte sie ihre Haare verkaufen?

Elena wollte sie gerade ansprechen. Bitte, bleiben sie doch draußen, wollte sie sagen.

Die Frau sprach sie an.

"Hallo, ich bin Arianne, du hast sehr schöne lange Haare und du hast sie wieder mit herausgebracht." Sie lächelte.
"Darf ich sie berühren."

"Ja, bitte"

Sie nahm einen der Zöpfe in die Hand, streichelte ihn sanft hielt ihn sich an die Wange. Dann küsste sie ihn.

Es war Elena irgendwie nicht peinlich, nein, es berührte sie. Elena, die junge Frau mit den superlangen Zöpfen.

"Du hast sehr schöne lange Haare. Pass bitte gut auf sie auf."

"Bitte, darf ich deine Haare einmal offen sehen?"

"Ja"

Arianne öffnete ihren Haarknoten. Ein Flut von Haaren ergoss sich über ihren Körper.

Elena bekam ganz große Augen. So schöne Haare hatte sie noch nie gesehen. Das war eine Aphrodite, die sie vor sich sah. Ein haariges Märchen.

"Danke, darf ich sie  berühren?"

"Ja."

Elena umarmte Arianne und ihre Haare, umfasste sie mit ihren Armen. Sie vergrub ihr Gesicht in den Haaren.
So stand sie da, völlig verloren in einer Welt von Haaren.

Sie spürte dabei, wie Arianne sie streichelte.

So standen sie da, einige Minuten. Dann trennten sie sich wieder. Elena konnte vor lauter Tränen in den Augen nichts mehr sehen. So sehr berührte sie die Situation.

Arianne: "Ich gebe dir meine Telefonnummer. Wenn du Hilfe brauchst, bitte rufe mich an."

"Ja, das werde ich tun. Darf ich dich auch einfach so einmal anrufen?"

Arianne lächelte, gab ihr einen Kuss auf die Stirn.

Dann trennten sich die beiden wieder.

Elena bewegte sich in Richtung der Fußgängerzone.

Ein Fotograph sprach sie an. "Darf ich Bilder von dir machen?".

"Von mir oder von meinen Haaren?"

Ja , die Haare erregten viel Aufmerksamkeit und auch Bewunderung. Wenn sie genau hinschaute, viele schienen ihre langen Haare zu mögen. Ablehnende Blicke gab es gar nicht so oft.

Sie malte ein Schild. "Bitte eine kleine Spende, sonst muss ich meine Haare verkaufen. Sie dürfen Bilder von den Haaren machen. Vielen Dank"

Plopp. Da sammelte sich einiges. So viele Bilder waren lange nicht mehr von ihr gemacht worden. Manche spendeten gleich 50 Euro auf einmal. Einige wollten die Haare anfassen, streicheln. Grob wurde fast niemand. Es gab auch solche, die ihr die Haare abkaufen wollten, gleich an Ort und Stelle. Einmal sogar mit Kameramann. Dann wurde im Fernsehen und Radio  abgestimmt, soll sie oder soll sie nicht? Das Ergebnis war unentschieden. Viele betrachteten die langen Haare einfach als unpraktisch, aber sie bekam auch Zuspruch, der sie berührte.

Sie stand schon lange nicht mehr alleine in der Fußgängerzone. Um sie herum viele Bewunderer, Reporter, Kameraleute.

Sie bot dann auch etwas. Aufmachen der Zöpfe, einwickeln in die langen Haare, kunstvolle Frisuren, mit Anleitung zum Selbermachen. Am Ende klatschten die Leute um sie herum Beifall.

Eine Musikgruppe hatte sich eingefunden. So wurde das ganze ein kleines haariges Festival.

Viele halfen mit beim Sammeln. Auf der Straße, über das Radio, das Internet. Es war ja so leicht, Bilder ins Internet zu stellen.

Dann gab es eine Versteigerung im Fernsehen. Es wurden ihr 3000 Euro geboten, wenn sie die Haare vor laufender Kamera abschneiden würde.

Nein, nein, das wollte sie nicht.

Am Ende des Tages hatte sie fast 800 Euro eingenommen. Seufz, und sie hatte ihre geliebten Haare einfach weggeben wollen.
Ein Fernsehmoderator gab ihr noch 1000 Euro extra, der Lohn für eine Wette, "lässt sie sich nun die Haare abschneiden oder nicht?"

Ja, so konnte sie auch mit ihren langen Haaren Geld verdienen. Aber was viel wichtiger war, sie war so glücklich, dass sie ihre superlangen Haare noch hatte.

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