Kleine haarige Geschichte 26

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Julius 02

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Julius hatte einen Entschluss gefasst. Die Haare müssen ab. Er wollte einen Kurzhaarschnitt, so wie seine Kollegen und Freunde. Langhaarigkeit hatte er lange genug ausgelebt.

Er flechtete sich einen langen Zopf. Der Zopf streichelte die Füße. Dann drehte er den Zopf mehrmals, bis er die ganzen Haare in einem Haarknoten unterbringen konnte.

So, jetzt waren sie schon einmal recht handlich. Den Haarknoten konnte er mit beiden Händen umfassen.

Er hatte eine Kurzhaarperücke, die er manchmal darüberzog. Eine Perücke mit etwas abstehenden Haaren, damit der Knoten verdeckt werden konnte.

Na ja, Kurzhaarperücke mit 15 cm langen Haaren.

Aber diesmal wollte er sie nicht benutzen. Die Haare sollten ab. Er wollte sie nicht mehr verstecken. So ging er dann mit seinem Dutt zum Frisör.

Julius im Salon.

"Wie hätten sie es denn gerne?"

J: "Bitte ganz kurz, die Ohren frei. Ein moderner modischer Kurzhaarschnitt für Männer, so wie man ihn oft sieht."

"Ah ja. Ich habe hier ein paar Bilder. Gefällt ihnen eine der dargestellten Frisuren?"

J: "Ja, bitte diese hier."

"Das ist recht kurz. Haarlänge maximal 2 cm. Nehmen sie bitte auf einem der Wartestühle Platz. Ich denke, so in 20 Minuten sind sie dran."

Dort saß er nun, beobachtete das Geschehen. Die meisten Kunden schienen nur zum Nachschneiden zu kommen. Aber dann, eine Frau mit hüftlangen Haaren, was hatte sie vor? Sollten die Spitzen geschnitten werden?

Nein, die Haare kamen radikal ab. Nun ja, eine peppige Kurzhaarfrisur, Ohren frei, rot gefärbt. Irgendwie konnte er sich nicht dafür begeistern. Die Vorher-Frisur, er hatte ihre langen Haare gemocht.

Die Haare lagen nun auf dem Boden herum. Man hatte sich nicht die Mühe gemacht, sie zusammenzubinden, um sie vielleicht noch einmal für Haarverlängerungen verwenden zu können. Es war auch sehr  oft darin rumgeschnitten worden. Irgendwie waren die Haare jetzt zerfetzt in lauter kleine Teile. Mit einem Besen wurden sie zusammengekehrt.

Ob sie jetzt irgendwo auf dem Müll landen würden?

Die langen Haare hätte sie doch verkaufen können. Das hätte bestimmt mehr Euro gebracht als sie hier lassen musste.

Seine eigenen Haare? Was hatte er mit ihnen vor? Würde er sie entwickeln, so blieb ein einziger langer Zopf übrig. Wahrscheinlich würden sie den im Nacken abschneiden und die Resthaare dann getrennt behandeln. Ob er den Zopf verkaufen sollte? Bei der Länge? Vielleicht hätte er besser zu einem Perückenhersteller gehen sollen, dort wo auch Magi's Gift landen würde. Er dachte an diese Geschichte.

Eine junge Frau betrat den Salon, sprach kurz mit der Frau an der Kasse und setzte sich dann neben ihn.
Sie hatte ihre Haare in mehrere lange Haarbündel aufgeteilt und diese in Kinnhöhe jeweils zusammengebunden.

Er zählte insgesamt 8 dieser Bündel. 4 trug sie hinten, 4 vorne, auf jeder Seite 2.

Sie reichten bis weit über ihre Knie.

Sehr schöne Haare.

Sie bedachte seinen Knoten mit einem flüchtigen Blick.

J: "Hallo, darf ich sie etwas fragen?" Sie nickte.

J: "Sie haben sehr schöne lange Haare. Wollen sie die Spitzen schneiden lassen?"

F: "Heute nicht, die Haare sollen ab. Dort wo ich sie zusammengebunden habe."

Das versetzte Julius einen Stich.

J: "Darf ich ihre Haare in die Hand nehmen?"

Sie gab ihm eine der Strähnen.

J. "Sie fühlen sich so weich an. Der Haarzustand ist einfach perfekt. Darf ich fragen, warum sie die Haare abschneiden lassen wollen?"

F: "Ach, ich möchte mich verändern. Mein Studium ist zu Ende und mit so langen Haaren will ich mich im Berufsleben nicht mehr herumplagen. Dort kann ich sie ohnehin nur in einem Dutt tragen. Aber sagen sie mal, was verbirgt sich bei ihnen in ihrem Haarknoten? Es sieht ziemlich massiv aus."

J: "Die Haare sind körperlang. So ist es praktischer."

F: "Und die wollen sie abschneiden lassen? Warum denn nur?"

J: "Ja, ich will mich verändern" *grins*

Frisöse: "Es ist gerade ein Stuhl frei geworden, kommen sie bitte."

J: *seufz*. "Gleich werden sie die Haare sehen, in ihrer vollen Länge."

Die Frau flüsterte: "Nein, bitte nicht, bitte bleiben sie hier."

J: "Können sie jemand anderen drannehmen, ich möchte gerne noch etwas besprechen."

Und schon saß jemand anders auf dem Stuhl, dort, wo er nun eigentlich sitzen sollte.

Auch ein Mann mit langen glatten Haaren, die bis zur Hüfte reichten.

Nun konnte er sehen, was mit seinen Haaren hätte geschehen sollen.

Er wandte sich der Frau zu.

J: "Ich bleibe gerne hier. Gibt es denn eine Möglichkeit, ihre Einstellung zu ändern?"

F: "Wenn sie ihre ändern würden, vielleicht." Sie lächelte ihn an.

Julius dachte nach. Ja, das wäre nicht das Problem. Er mochte ihre langen Haare und seine eigenen doch eigentlich auch.

J: "Ich behalte meine langen Haare, versprochen. Nun sind sie dran."

F: "Och, das war ja eine schnelle Entscheidung. Darf ihren Knoten aufmachen?"

Nach kurzer Zeit hatte sie einen fast 2 Meter langen Zopf in den Händen. Fassungslos schaute sie Julius an.

Julius lächelte. "Darf ihre Haare offen sehen? Ich möchte sie gerne so sehen, der Frisör wird ja nur ihre Strähnen nacheinander abschneiden."

Sie nickte.

Vorsichtig löste er die Fixierung der einzelnen Strähnen und dann sah er sie, in ihrer vollen Haarpracht.

J: "Das wollen sie aufgeben???? Es ist doch so schön."

F: "Darf ich ihren Zopf aufmachen?"

Julius nickte und nach kurzer Zeit waren seine Haare offen. Beide schauten sich an, lächelten sich an.

Frisöse: "Würden sie jetzt bitte kommen? Warum haben sie die Haare aufgemacht? Ich werde sie ihnen wieder zusammenbinden und dann oberhalb der Haargummis abschneiden."

J: "Nein, ich möchte nicht mehr."

F: "Ich auch nicht."

J: "Darf ich sie zu einer Tasse Kaffee einladen?"

Mit langen wallenden Haaren gingen beide Richtung Tür. Ein Blickfang für alle im Salon. Ups, eine langhaarige Frau kam ihnen von außen entgegen. Lange glatte knielange Haare. Ihre Augen leuchteten, als sie die beiden sah.

J: "Hallo, haben sie Lust eine Tasse Kaffee mit uns zu trinken?"

Sie nickte nur. Sagte nichts. Die andere Frau lächelte verständnisvoll. So waren sie jetzt zu dritt, in ihrer Langhaarigkeit. Was wäre geschehen, wenn sie sich nicht getroffen hätten?

...

Julius




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