Kleine haarige Geschichte 29

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Thorasius und Thora

Thorasius vor dem Frisörsalon. Seine langen Haare hatte er unter der Kleidung versteckt, so sah er schon fast kurzhaarig aus. Er schaute sein Spiegelbild an und seufzte. Ja, es musste wohl sein. Dann betrat er den Salon.

"Hallo, ich möchte die Haare geschnitten haben."

"Wie hätten sie es denn gerne?"

"Ganz kurz, so richtig militärisch kurz, auf weniger als 1 cm Haarlänge gestutzt."

"Das macht 20 Dollar. Nehmen sie doch bitte erst einmal Platz. Momentan sind alle Stühle besetzt."

Thorasius zog seine Jacke aus. Nun konnte man seine Haare in ihrer vollen Länge sehen. Sie reichten bis über die Knie. Nein, das stimmte gar nicht. Sie waren unten nach innen gebogen.

Er löste das Band, das die Haare zusammenhielt.

Lose fielen sie auf den Boden.

Er setzte sich auf einen freien Stuhl und legte die Haare rechts neben sich. Sie reichten bis auf den Boden und bildeten dort einen Knäuel von Haaren. Wie lang waren sie nun wirklich?

Die junge Frau auf dem Stuhl neben ihm schaute sprachlos auf die Haare.

"Hallo, darf ich ihre Haare anfassen? Ich möchte gerne wissen wie lang sie sind?"

Eine hübsche junge Frau mit knielangen, blonden, total glatten langen Haaren. Thorasius schaute sie an. So schöne Haare hatte er noch nie gesehen, spontan verliebte er sich in sie.

In die Haare oder in die Frau *grins*

Wohl in beide, sie hatte so schöne große Augen. Unergründliche Tiefe, Weisheit und ... Liebe. Ja, wenn er in ihre Augen schaute, es war als würden sie leuchten.

"Ja, bitte, machen sie nur."

Sie griff nach den Haaren und zog sie langsam auseinander.

"Das sind ja mehr als 3 Meter lange Haare und sie sehen so schön aus."

"Danke :-)"

"Was haben sie mit den Haaren vor. Wollen sie die abschneiden lassen *ganz entsetzt guckt*. Nein, bitte bitte nicht."

Thorasius lächelte sie an.

"Der Nächste bitte."

Wer denn nun? Die junge Frau war vor ihm dagewesen.

"Ich bin jetzt dran. Jetzt fallen meine Haare"

Th: "Aber warum denn? Ihre Haare sind doch so schön."

"Finden sie? Aber ... ja, ich finde es ist Zeit für eine Veränderung. Ja, ich will sie ganz kurz haben."

Th: "Sie wollen doch, dass meine Haare lang bleiben. Darf ich einen Wunsch äußern?"

Sie schaute ihn an. Er lächelte sie an. Sie zögerte zunächst, denn sie wusste ganz genau, was jetzt kommen würde, aber dann musste sie einfach zurücklächeln.

Der Stylist wartete schon am Stuhl.

Sie zögerte, wollte zum Stylisten gehen, dann doch wieder nicht. Was wollte sie nun? Die eigenen Haare, sie hatte so sehr mit sich gerungen, nun da sie endlich ab kommen sollten ...
Sie sah den jungen Mann an, nein, so ein Traum von Haaren und sie selbst dann ganz kurzhaarig? Anschließend würde sie mit ansehen müssen, wie seine Haare abgeschnitten wurden. Musste sie das mit ansehen? Konnte sie nicht einfach hinauslaufen? Nein, sie mochte ihn, seine ganze Art, wie er redete, sich bewegte. Wenn sie beide ganz kurzhaarig waren, ob er dann mit ihr eine Tasse Kaffee trinken gehen würde? Ja, sie würde ihn fragen. Gemeinsam abgeschnittene Haare, das musste doch irgendwie verbinden. Aber dann, so schöne Haare und so lang. Sollte man nicht versuchen, sie zu erhalten?

Sie schaute in den Spiegel, sah sich selbst mit ihren langen glatten Haaren. Schön sah es aus, ja wirklich, aber sie wollte Veränderung. Sie packte ihre Haare in den Nacken, hielt sie hinten fest, schaute ihr Spiegelbild an. So würde sie aussehen, mit kurzen Haaren. Dann schaute sie ihn an. *seufz*. Nein, sie wollte nicht, dass seine Haare abkamen und ihre wollte sie auch nicht abhaben. Auch wenn damit alles hinfällig wurde, was sie in den letzten Wochen gedacht und diskutiert hatte.

Das alles lief in ihr ab, in weniger als 30 Sekunden.

Schließlich wandte sich an den Stylisten.

"Bitte, nehmen sie zunächst jemand anderen dran. Ich möchte vorher noch etwas besprechen."

Der Kunde neben ihr, nun war es an ihm sich in den Stuhl zu setzen. Er hatte bereits kurze Haare, die sollten wohl nachgeschnitten werden.

Beide schauten andächtig zu, wie seine Haare geschnitten wurden.
Langsam segelten die abgeschnittenen Teile nach unten, lagen auf dem Boden.

Dann wandten sie sich wieder einander zu.

"Darf ich mich vorstellen, ich heiße Thora."

"Es ist schön, dass ich dich kennenlernen darf, Thora, ich heiße Thorasius."

Thora: "Das passt ja irgendwie :-))"

Thorasius: "Wollen wir einen Deal machen" *grins*

Thora: "Ich habe solange mit mir gerungen und nun überall angekündigt, dass die Haare abkommen. Ich traue mich so gar nicht mehr zurück."

Thorasius: "Ach Thora, gehen wir beide zusammen. Ja, bitte. Dann sehen sie alle, wieviel Haare du hinzugewonnen hast *grins".

Thora: "Das klingt ja so, als hätte ich dich überzeugt" *freu*

Thorasius: "Ja, ich möchte dass deine Haare lang bleiben und meine, ich mag sie ja auch, nur, ein neuer Lebensabschnitt, sehr viel Arbeit, wenig Zeit für Haarpflege, ich wollte auch nicht mehr so aus dem Rahmen fallen, zeigen, dass ich ein Teil des ganzen sein will. Die anderen haben alle sehr kurze Haare."

Thora: "Mir geht es doch ähnlich. Ich war so viele Jahre langhaarig und alle meine Bekannten und Freunde haben kurze Haare."

Thorasius: "Jetzt nicht mehr :-)"

Thora schaute ihn ganz liebevoll an.

"Du gefällst mir. Ja, ich mag dich."

Thorasius wurde ganz verlegen. Dann naherte er seine Hände ganz langsam und vorsichtig ihrem Gesicht, streichelte sanft ihre Wangen.
Sie schaute ihn an. Irgendwie eine Mischung aus Staunen, Freundlichkeit und ein wenig Distanz. Sie wehrte sich nicht.

Dann griff sie seine Hände. Führte sie langsam an ihren Mund, küsste sie.

Die beiden. Sie schienen sich zu mögen. Es war eine Lovestory. Dass der ganze Rest des Salons sie anguckte, sie schienen es nicht zu bemerken.

Sie schauten sich an, ganz tief in die Augen. Dann umarmten sie sich, sie konnten sich einfach nicht mehr auf Distanz halten.
Überall die Haare um sie herum. Es war ein wunderschöner Anblick. Keiner der nicht Beteiligten wagte etwas zu sagen.

Sie trennten sich wieder.

"Der Nächste bitte. Nein, es sind zwei Stühle frei geworden, wir können euch beide gleichzeitig drannehmen."

Sie wussten nun, dass sie zusammenkommen wollten. Ein Neubeginn mit kurzen Haaren? Nein, sie hatten sie Haare gespürt, während der Umarmung, und es war so ein schönes Gefühl gewesen.

Thora: "Ein simultaner Haarschnitt sozusagen?"

Stylist: "Wir sollten ein Video davon machen. Wir beteiligen euch an den Einnahmen. Ein paar hundert Dollar müssten dabei herausspringen. Der Haarschnitt ist dann kostenlos. Die Haare, sie bringen auch einen guten Preis."

Thorasius. "Nein, es hat sich erübrigt. Wir wollen langhaarig bleiben."

Stylist: "Aber die Spitzen, die sollten geschnitten werden."

Thorasius: "Nein, jetzt nicht, ich muss auch erst einmal umdenken."

Thora: "Nein, heute nicht."

"Nun gut, dann, der nächste bitte."

Aber es wollte keiner mehr. Was war denn jetzt passiert?
...

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