Kleine haarige Geschichte 35 <<Home>> nächste Seite =>

Marie

Ein 13 jähriges Mädchen mit knielangen Haaren. Sie liebte ihre Haare und war so stolz auf die Länge und das Volumen. Dann kam ein neuer Direktor mit neuen pädagogischen Richtlinien, oder auch Sendungsbewusstsein. Die Haare sollten kurz sein.

Das wurde noch am selben Tag nach seiner Ankunft in einem Rundschreiben vermerkt.

Viele der Mädchen waren entsetzt. Viele? Etwa 50 an der Zahl. Sie mochten doch ihre langen Haare. Den anderen 250 konnte es eigentlich egal sein, denn sie hatten sich die Haare bereits kurz schneiden lassen. Einfach, weil sie es so wollten. Aber dieser Erlaß, nein, das akzeptierten sie nicht.

Nur wo sollten sie so schnell die langen Haare wieder herbekommen?

So solidarisierten sie sich mit den langhaarigen Mädchen. Jedes der langhaarigen Mädchen bekam bis zu 5 kurzhaarige als Beschützerinnen, je nach Haarlänge.

Marie erhielt sogar 6.

Beschützerinnen, wovor?

Vor dem Direktor und den Lehrern, die seine Vorstellungen umsetzen wollten. Und auch vor einigen, die meinten, der Direktor habe sowieso recht und ihm zuvorkommen wollten.

Die meisten Langhaarigen hatten schulterlange bis polange Haare.

Aber unsere Marie war nicht allein mit ihrer Länge.

Noch ein anderes 13 jähriges Mädchen hatte mehr als knielange Haare. Sie nannte sich Janine. Merkwürdig war dabei, dass der Name für sie fast eine Berufung darstellte. "Ich bin eine Janine."

Beide zusammen nun beim Direktor des Erziehungsinternates. Nachdem alle anderen Versuche, Kurzhaarigkeit zu erzwingen, fehlgeschlagen waren.

Die 12 kurzhaarigen Beschützerinnen sah man nicht. Aber sie waren in der Nähe!
Dafür sah man den Direktor, eine Lehrerin und 2 Knechte in Bereitschaft stehen. Aha. Wollte man sie mit Gewalt zu einem Haarschnitt zwingen?

Direktor: "Eure Haare sind viel zu lang. Ihr gebt ein sehr schlechtes Beispiel für die anderen. Die langen Haare sind so unpraktisch und auch gefährlich. Ihr könntet überall damit hängenbleiben und euch verletzen. Dafür können wir keine Verantwortung mehr übernehmen. Wenn eure Haare kurz sind, werden auch die anderen Langhaarigen einwilligen."

Marie: "Dürfen Sie das überhaupt?"

Direktor: "Wir haben hier die Erziehungsgewalt, wir dürfen über euer äußeres Erscheinungsbild bestimmen. Ihr sollt euch nur die Haare kurz schneiden lassen. So dass ihr nicht mehr so aus dem Rahmen fallt. Seht, Frau Maddelinegundelgift ist Lehrerin und gelernte Frisöse, sie ist auch schon hier."

Wenn einer schon das Wort "Gift" im Nahmen hat. Mehr als 3 mm Haarlänge waren bei der nicht zu sehen.

Marie: "Nein, ich will das nicht."

Janine: "Ich auch nicht."

Direktor: "Doch, das wollt ihr. Ihr wisst es nur noch nicht."

Was für eine dumme Argumentation. Als wenn ein Mädchen nicht denken könnte. Die anwesende Madde Dingsda fasste Janine am Arm. Janine drehte sich zu ihr um und schaute sie an. Dieser Blick. Erschrocken wich Maddelinegundelgift zurück.

Direktor: "Nun fügt euch endlich freiwillig!!!"

Janine: "Sie wollen uns drohen? Mit Gewaltanwendung?"

Direktor: "In diesem Internat haben wir die Erziehungsgewalt und wir bestimmen, wie ihr auszusehen habt, also fügt euch."

Janine schaute ihn nur an. Er geriet ins Schwitzen, hatte plötzlich Atemnot. Wie konnte eine kleine freche Göre ihn nur so anschauen.

"Schau mich nicht so an. Setzt euch und lasst euch die Haare schneiden. Sofort!"

Also doch mit physischer Gewalt?

Beide Mädchen standen da und rührten sich nicht, umrahmt von ihren langen Haaren.
Der Direktor? Ein unverbesserlicher "es geschieht was ich will."

Er näherte sich Marie, winkte seine Knechte hinzu, sie alle zusammen fassten sie an den Armen und zwangen sie, sich auf einen der Stühle zu setzen.

Nun wagte sich auch die Frisöse wieder nach vorne. Sie griff nach den Haaren von Marie, hatte eine Strang in der einen Hand, die Schere in der anderen Hand. Sie wollte ihr die Haare direkt in Kinnhöhe abschneiden, ohne sie vorher zu kämmen.

Janine: "Ihr wendet Gewalt an, gegen zwei Jugendliche, die in euren Augen schwächer sind?"

Direktor: "Du bist die Nächste. Erst werden wir Marie einmal versorgen."

Versorgen? Wenn jetzt nichts geschah würden sie ihr die Haare in Kinnhöhe absäbeln, einfach so. Marie wehrte sich nicht, sie weinte nur. Niemand, den sie damit erweichen konnte?

Krachend flog die Tür auf.

Äpfel, Birnen und Eier flogen durch den Raum, klatschen an Arme und Oberkörper des Direktors und der Frisöse. Ein Apfel traf sie am Kopf.

Sie fiel um.

"Aua".

Der Direktor sah ganz zermatscht aus. Auch die Knechte hatte es böse erwischt.

"Waaaaas erlaubt ihr euch!!!"

12 Mädchen standen plötzlich im Raum, allesamt kurzhaarig. Sie gingen zu den Langhaarigen, fassten sie bei der Hand, umringten sie.

"Wir sind ihre Beschützerinnen. Und wenn ihr noch mehr Gewalt anwenden wollt, wir sind nicht die Einzigen."

Ja, das war wohl so. Draußen hatten sich noch 40 weitere von den Kurzhaarigen eingefunden.

Direktor: "Eine Revolution? Was denkt ihr euch eigentlich. Ich werde die Ordnungskräfte rufen. Wo gibt es denn so etwas. Autoriät muss sein und sie wird sich durchsetzen."

Er ging an Telefon.

Keine Verbindung.

Sprachlos schaute er sich um.

"Vielleicht, vielleicht später einmal. Aber nicht jetzt. Wir nehmen die beiden mit, die ihr kahlscheren wolltet. Morgen sehen wir dann weiter. Auch sie werden sich rechtfertigen müssen. Vor der Öffentlichkeit."

Janine: "Ihr wolltet Gewalt anwenden. Einfach so, weil euch danach war. Und weil ihr glaubtet, Schwächere vor euch zu haben."

Der Direktor wusste nichts mehr zu sagen. Seine Frisöse erholte sich wieder und rannte schreiend aus dem Zimmer.
Die Knechte gingen einfach davon.

Der Direktor konnte es immer noch nicht glauben, aber die Fakten sprachen für sich. Langsam ging er rückwärts Richtung Tür und folgte dann seiner Frisöse.

Man hörte ein Auto anspringen und weg war er.

Janine: "Er wird zurückkommen und das nicht alleine."

"Aber wir alle stehen zu euch. Alle kurzhaarigen Mädchen werden euch beschützen, nicht eine davon wird es zulassen, dass sie euch die Haare wegnehmen."

Janine: "Es ist so schön, das hier erleben zu können. Habt keine Angst, sie wissen noch nicht, was sie sich mit mir eingefangen haben."

...

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