Kleine haarige Geschichte 38 <<Home>> nächste Seite =>

Elisalanghaar
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Elisa mit ihren mehr als körperlangen Haaren. Sie hatte die Haare in einen dicken Zopf eingeflochten. Er hatte einen Durchmesser von 10,81 cm.
So viele Haare in einem Zopf, dass dort alle Haare hineinpassten! Der Zopf war 3,57 m lang und an seinem untersten Ende immer noch 5,31 cm dick.

Eigentlich hieß sie ja Elisalanghaar, Elisa war nur die Kurzform ihres Namens. Ja, früher waren einmal alle ein wenig langhaarverrückt gewesen. Zur Zeit der Namensgebung bei ihrer
Geburt. Über die Zeit war sie nun die Einzige in der Familie, die diese Leidenschaft beibehalten hatte.

Gehörten die langen Haare nicht schon auf Grund des Namens zu ihr? Offenbar nicht für die Familie. Mit den Haaren würde wohl auch der Name kürzer werden.

Auf dem Weg zum Frisörsalon hatte sie den Zopf mehrfach um den Körper gewunden und Kleidung darüber gepackt. So konnte sie problemlos durch die Straßen laufen. Nur ein bisschen mollig
sah sie aus. Wen störte das schon?

Aber nun, nun lag der Zopf offen über den Rand des Stuhles, in dem sie nun saß. Eingehüllt war sie in ein weißes Tuch. Wie gern würde sie den Zopf unter das Tuch nehmen, damit ihn überhaupt niemand sah. Ihn beschützen, vor den Widernissen der Welt.

Wer anders als sie konnte das schon?

Sie schaute in den Spiegel.

Die Haare lagen hinter ihr, sie konnte sie gar nicht mehr sehen. Allein dieser Gedanke ließ eine kleine Träne herunterhollen.
...

Um sie herum hektische Betriebsamkeit. Hier wurden Haare geschnitten. Meistens ganz kurz, so wie es die gesellschaftliche Norm war. Die meisten Kunden kamen ja bereits mit kurzen Haaren
in den Salon und verließen ihn mit kurzen Haaren wieder. Wo war da sie Veränderung? Achja, die Geldbörse war etwas leichter geworden.

Nun ja, man hatte einen Schnitt, jeder konnte sehen, dass man einen Schnitt hatte. Und alle waren zufrieden. Alle?

Auf dem Boden, alles voller Haare. Manchmal schienen sie ein wenig länger gewesen zu sein.

Sie sah abgeschnittene Strähnen, die vielleicht 20 cm lang gewesen sein mussten.

Seufz.

An der Wand hingen Trophäen der Frisörmeister. Pferdeschwänze von einem halben Meter Länge und Zöpfe, bis zu einer Länge von einem Meter.

Nun ja, sie würde hier wohl den Weltrekord brechen. Ob ihre Haare dann auch an der Wand hängen würden? Eher nicht, die konnte man sicher für gutes Geld verkaufen.
Daran hatte sie noch gar nicht gedacht. Ob ihr der Frisör etwas davon abgeben würde? Sie hatte 50 Währungseinheiten für den Haarschnitt mitgebracht, einschließlich Aufschlag für die
Extralänge. Gesammelt von ihrer Verwandschaft, Vater, Großeltern. Sie alle wollten sie endlich mit kurzen Haaren sehen, so wie es heute modern war.

Ihre Mutter, sie mochte ihre langen Haare, irgendwie, auch wenn sie es nicht zugab. So war es dann auch eher eine heimliche Liebe. Aber Elisa spürte es.

Und die anderen? Man wollte doch niemanden zum Kinde, zur Nichte haben, der seine Zeit um Jahrhunderte verfehlt hatte.

Liebesentzug, wegen der langen Haare? Ja, das kam schon vor. Bisher konnte sie damit leben, aber nun? Die Schulzeit ging zu Ende, das Berufsleben drohte mit seinen eigenen Regeln und
Vorschriften. Kleiderordnungen, denen man sich kaum widersetzen konnte.

Am besten die Haare waren ganz kurz, dann passte sie fast überall hinein.

Diese Veränderung, man war schon ganz aufgeregt in der Familie. Nicht mehr dieser ganze Aufwand für die Haarpflege. Sie würde viel mehr Zeit haben, für die anderen, und diese
Selbstverliebtheit endlich aufgeben.

Ja, sie liebte ihre Haare. Wenn sie vor dem Spiegel stand, völlig nackt und doch vollkommen bedeckt von den Haaren. Die Gefühle dabei, sie waren so voller Zärtlichkieit und sie taten
ihr so gut.

Sie konnten stundenlang darin ruhen, in den Haaren, sie anschauen, streicheln, sie pflegen und sich freuen, wie schön sie geworden waren.

Das störte die anderen. Sie wäre egoistisch, nur auf sich selbst bezogen, sollte sich mehr um die anderen kümmern. Und es gäbe doch so viele Beispiele für schöne Haarschnitte in der
Familie.

War sie denn ein Model für Modeexperimente der Verwandtschaft?

Großmutter mit ihrem roten Pudelschopf? Es hatte sie nie gestört, aber nun, da die anderen an ihre Haare wollten?

Großvater mit seiner Glatze. Dafür konnte er nichts.

Vater mit seinem Militärhaarschnitt. Wenn er es so wollte? Es ging sie ja nichts an.
Nun war er kurz zu Besuch und wollte seine Vorstellungen von Kurzhaarigkeit in der Famile umsetzen, bei der einzigen Langhaarigen, die es dort noch gab. Mit allen möglichen
Argumenten. Aber ging es wirklich nur um die Inhalte dieser Argumente? Mögliche Probleme im Berufsleben, mit Freunden, Nachbarn, Kosten für Haarpflegemittel, Zeit für die Haarpflege,
anders sein wollen, Selbstverliebtheit u.s.w.

Heute Nachmittag würde er bereits wieder verschwinden. Vorher hatte er sie zum Frisör geschickt.

Wenn sie nicht gegangen wäre? Gewalt gab es in der Familie nicht. Irgendwie hätten sie sich damit abgefunden.

Aber eine Frage tauchte dann doch auf, suchten die ganzen Kurzhaarigen nicht eine Bestätigung bei ihr?

Mutter, ihre eigenen langen Haare hatte sie vor einigen Jahren abgeschnitten, weil sie Vater kurzhaarig besser gefiel. Bisher hatte sie darüber nie nachgedacht, aber nun? Sie spürte, was
es bedeutete, wenn andere eine Veränderung planten, die sie selbst gar nicht mitmachen wollte.

Seufz. Nun war sie hier. Was sollte sie tun? Zu ihrem 15. Geburtstag hatten sie 500 Währungseinheiten gesammelt, als Haarabschneideprämie. Wer da alles mitgespendet hatte? Warum
nur? Widerstand regte sich in ihr. Das waren doch ihre Haare, ihr Leben. Warum mussten sie ab?

Nachbarin Elsta mit ihrem Modetick. Ihre eigenen Haare hatte sie schon so weit ruiniert, dass sie nur noch mit Perücken glänzen konnte. Kurzhaarperücken natürlich. Sie hasste
Langhaarigkeit, und das gab sie auch offen zu. Aber war es nicht Sache der Langhaarigen, wie sie leben wollten?
...

Eine Frisöse stand nun hinter ihr. Nahm den Zopf in die Hand.

Eisiger Schreck durchfuhr sie. Nein, sie wollte ihre Haare nicht hergeben. Wenn sie sich nun gar nicht mehr bewegen konnte ...

Aber die Frisöse schien nur das Gewicht der Haare zu prüfen. Dann zeigte sie mit der Hand an, wo sie den Zopf abschneiden wollte.

"Ist es recht so?"

Direkt oberhalb des Nackens.

Die Frisöse legte ein Band um den Zopf, dort, wo sie die Haare abschneiden wollte.
Dann schob sie das Band in die Höhe, so weit es gerade ging.

Noch höher. Dann blieb ihr gar nichts mehr.

Zorn schlich sich in ihr Bewusstsein. Warum nur? Warum saß sie hier? Zorn auf sich selbst?

"Was zahlen sie für meine Haare?". Sie fragte die Frisöse direkt.

"Nichts. Der Haarschnitt kostet 50 WE. Du kannst die Haare anschließend wieder mitnehmen, wenn du willst."

Ja, und sie dann über das Bett hängen, zur Erinnerung. Oh, wie weh würde ihr das tun. Wenn sie morgens aufwachte und ihre geliebten Haare waren einfach nicht mehr da, kein Teil ihres
Körpers mehr.

"Und wenn ich sie verkaufen will?"

"Ich werde den Meister einmal fragen."

Etwas Zeit gewonnen.

...

Wir zahlen ihnen 300 WE. Und wir möchten ein Video machen, von dem Haarschnitt. An den Einnahmen werden wir dich beteiligen.
So wurde aus einfachen Haaren, die nur zum Abschneiden bereit gelegt werden sollten, plötzlich eine Einnahmequelle.

300 WE? Na ja, dann würde sie mit 250 WE wieder nach Hause gehen. Etwas gewonnen. Aber die Haare waren verloren, wahrscheinlich für immer. Sie wieder lang wachsen lassen wollen, das
würde jede Menge Konflikte heraufbeschwören.

Viel zu wenig. Wahrscheinlich würde sie in sozialen Netzwerken ein Vielfaches dafür herausholen können. Dass sie jetzt erst auf diesen Gedanken kam! Ja, und es würde sehr lange
dauern, bis das passende Angebot endlich stimmte.

Sie musste in sich hineinlächeln. Unendlich lange? Nein, aber ein paar Jahre konnte das schon dauern *grins*. Nun hatte sie einen Grund, warum ihre Haare lang geblieben waren.

Und Videos. Da gab es sicher auch andere Möglichkeiten.

Die Frisöse hatte sich nun ein Abschneidegerät besorgt und wollte es gerade ansetzen.
Die Berührung des Zopfes mit der Hand. Wieder durchfuhr sie ein eisiger Schreck. Wenn sie das nun lähmen würde, sie sich nicht mehr bewegen konnte ...

"Nein, das dürft ihr nicht."

Elisa erkannte die Stimme ihrer Freundin Anastasi. Ja, Anastasi, sie mochte ihre langen Haare. Es war so schön mit ihr zusammen mit den Haaren zu spielen.
Die Haare waren ein richtiges kleines Haus, es reichte für beide.

Anastasi hatte selbst knöchellange Haare und die verteidigte sie mit allem, was ihr zur Verfügung stand. Es war manchmal sehr schwierig, die Haare zu retten, aber sie setzte sich
durch.

Die Frisöse lies die Hand mit dem Schneidegerät sinken.

"Es ist doch ihre Entscheidung."

"Nein, das ist es nicht. Sie haben 500 Währungseinheiten gesammelt, nur damit sie ihre Haare abschneiden lässt."

Frisöse: "Sie hat sich bereits entschieden. Nun störe mich bitte nicht weiter"

Elisa spürte ihren Körper nun sehr intensiv. Sie war voll drin, in allem. Ein wahnsinnig intensives Gefühl. Und sie konnte reden.

"Nein, ich habe mich anders entschieden. Ich möchte den Haarschnitt nicht."

Nun, gegen den Willen der Kunden, das war nicht professionell.

"Und wenn ich den Zopf weiter unten abschneide, so dass du anschließend noch lange Haare hast?"

Sie schob das Band nun nach unten.

"Noch weiter runter, bitte."

Nun war es bereits den halben Zopf hinuntergerutscht. Aber wenn sie dann noch 1,80m lange Haare hatte, warum nicht auch 3,57m?

"Bitte, lassen sie die Haare so, wie sie sind."

Nun gut, da war nichts zu machen. Elisa wurde aus dem Frisörstuhl entlassen.

Der mit dem Video im Hintergrund, er ging nun wohl leer aus.
Nein, nicht unbedingt.

Anastasi ging auf sie zu, umarmte sie. Dann öffnete sie Elisa's Zopf.
Elisa lies es geschehen. Nach ein paar Minuten stand sie da, in ihrer vollen Haarpracht.

Vorsichtig griff sie nun nach den Haaren von Anastasi. Sie öffnete den mehrfach ineinander gewundenen Pferdeschwanz. Lange Haare fielen wie ein Wasserfall nach unten bis weit über die
Knie.

So standen sie nun beide da, in ihrer vollen Haarpracht.

"Wenn sie das Video veröffentlichen wollen, wir haben die Rechte darauf."

"Wir werden uns schon einig werden."

Beide lächelten sich an.
Dann versteckten sie die Haare unter der Kleidung und verließen den Salon wieder.

...

Elisa wieder zu Hause.

Vater Eurasius sah sie hereinkommen und die langen Haare, die sah er nicht mehr. Dass sie unter der Kleidung versteckt waren, das sah er nicht.

In ein paar Minuten würde er wieder abreisen, für Monate, vielleicht Jahre. Es war nur dieser Augenblick, der ihm blieb, und in dem er glaubte etwas bewirken zu müssen.

"Die Haare sind ab, oh wie sehr freue ich mich."

Elisa sagte nichts, verabschiedete sich nur und weg war er.

Mutter Aria war nicht ganz so euphorisch. "Schade, dass die Haare ab sind, ich werde sie vermissen. Aber diese ständig nervenden Großeltern ... und dein Vater ..."

"Nein, die Haare sind nicht ab. Ich habe ein Langhaarvideo machen lassen, das uns ein wenig Geld bescheren wird."

Aria: "Aha. Einerseits freue ich mich ja, aber ... Nun, damit werden wir fertig. Aber was ist nun mit dem gesammelten Geld?"

"Ich will es nicht. Gib es ihnen zurück. Ich möchte mit den Haaren leben, nicht ohne sie."

Die Familie würde sich damit abfinden. Wegen der Haare, nein, darüber würde man sich nicht hoffnungslos zerstreiten. Denn dann ging es doch nur noch darum, eine Meinung durchzusetzen.
mit Gewalt, über die Meinung eines anderen. Und das Berufsleben? Es ging ja auch um Inhalte dabei. Nicht alles war nur Repräsentation für kurzhaarige Klientel. Manchmal war auch der gelebte Individualismus wichtig.
...

Elisalanghaar



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