Home-Mobil   Home-PC   nächste Seite

Hairflower 01

Hairflower auf Wolke 7 und unten in der Welt.


Folgeseiten: 02 03 04 05 06

Hairflower rettet eine Hexe vor dem Verbrennen

Ja, es war ein schönes weiches Bett, in dem sie nun lag. Die langen Haare um sie herum. Die Wolke war gerade groß genug,
um sie alle aufzunehmen. 30 Meter lange Haare.

Auf diese Länge hatte sie sich momentan festgelegt.

Neugierig spähte sie über den Rand der Wolke ...

Dort unten, was war denn das? Sie dachte nach. Dann fiel es ihr ein. Häuser, sie sah Häuser.
Und Menschen zwischen den Häusern.

Würde sie immer so lange brauchen, um Dinge zu verstehen? Und überhaupt, wer oder was war sie?
War sie mehr als ein Geist, leicht und luftig, gerade passend, um auf einer Wolke zu leben? Aber ... die Wolke löste sich langsam auf.

Plumps. Die Haare fielen nach unten. Na so was. Von unten war bestimmt nicht viel zu sehen,
2 Kilometer über Grund. Kilometer? Was ist ein Kilometer? Und was ist ein Grund?

Aber ... der da unten mit dem Fernglas ...

Sie blickte durch das Glas und sah lange Haare aus einer Wolke heraushängen.

Was nun? Ihr Geist konnte getrennt agieren. Ein Teil auf der Wolke, ein Teil war nach unten gehüpft.
Doch nun brauchte ihre Gesamtheit ein anderes Heim.

Der Mond? Nein, nein, der war zu weit weg. Obwohl, sie konnte sehr scharf sehen, wenn sie wollte.

Ein Teil ihres Ich war in eine Bibliothek gehüpft. "Meine lieben Teile! Es ist an der Zeit,
dass wir uns sammeln. Kommt bitte alle zu mir!"

So, nun waren sie alle zusammen. Bis auf ... ein Teil von ihr hatte die Gegenwart verlassen
und bewegte sich in einer Zeitepoche, die 300000 Jahre alt sein mochte. Eine Zeitreise.
Und ein anderer Teil befand sich in einer potentiellen Zukunft, mehr als 100000 Jahre weit weg ... Nein!
So viel Selbständigkeit wollte sie ihren Teilen nun doch nicht zugestehen ...

So, nun haben wir alle wieder zusammen gefunden und es gibt nur noch die Einheit, mein Selbst. Und ich heiße Hairflower. Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat ...

...

Das neue Heim. Ein Storchennest. Es war unbewohnt und sie nahm nun die Gestalt eines Storches an. Allmählich fühlte sie Schwere in sich. Materie. Der Beginn eines materiellen Seins? Viele Fragen. Aber eine der grundlegenden Fragen war immer noch nicht geklärt. Wer oder was war sie? Wo kam sie her?

Sie war einfach so hinein gehüpft, in ein etwas. Und vorher? Es gab keine Erinnerung an ein vorher. Ein Materialisation aus dem Nichts? Na so was. War sie vielleicht ein Elementarteilchen, das spontan entstand, um dann wieder zu verschwinden? Nein. Sie fühlte sich stabil. Nichts zerrte an ihr. Nichts? Kam sie aus dem Nichts?

...

Als Storch konnte sie fliegen. Sie drehte ihre Runden und beobachtete die Welt unter sich. Alles ein wenig chaotisch, wenig Ordnung, eigentlich war die Welt nur ein riesiges Durcheinander.

Was war denn das? Ein nackter Mensch an einen Pfahl gebunden. Eine Frau. Mit langen roten Haaren. Das machte sie doch sympathisch! Um sie herum aufgeschichtetes Stroh. Die wollten die Frau verbrennen! So ein Treiben, nein, das konnte sie nicht zulassen.
...

Henkersknecht Archibald der Dreizehnte entzündete die Fackel und setzte das Stroh in Brand. Aber ... was war denn das. Ein Storch, ein Storch direkt vor dem Feuer und ... er pustete es aus. Dann packte er die Fackel und flog davon.

Aber das war nicht alles. Er kam zurück, zerbiss die Fesseln und ... und er nahm die Frau gleich mit.

Das geht doch gar nicht! Die war doch nackt!

Sie ritt auf dem Storch!

Was für ein Storch. Das konnte doch kein gewöhnlicher Storch sein. So viel Kraft hatten die in der Regel nicht. Und ein Storch war kein Pferd! Und so groß wie ein Pferd schon gar nicht!

"Schießt ihn ab."

Pfeile flogen durch die Luft ... und wurden zu Todeis, das unmittelbar danach zerschmolz. Todeis?

Wie kam nur dieser Begriff her? Hier war doch kein Gletscher ... Was für eine merkwürdige Welt. Oder gab es mehrere davon?
Die reale Welt als Interferenz von multiplen wahrscheinlichen Welten? Oder waren es magische Welten? Es gab da so Geschichten ... Diese Gedankenwelten ... die irgendwo einen Gegenpart haben mussten. Oder auch nicht. Schließlich hatte sie ja selbst auch keinen Gegenpart.

Aber sie war eine Kraft. Sie konnte Materie in dieser Welt bewegen, von einem Ort A nach einem Ort B. Gab es dafür keine Gegenkraft?

Wie in einem Traum ... auch dort konnten Dinge bewegt werden ...

War sie vielleicht in eine Gedankenwelt hinein gesprungen? Das beantwortete die Frage nicht, wo sie eigentlich her kam.
Oder, nein, sie war ein Ursprung. Der brauchte kein davor. Sollten sich doch die Welten um sie herum drehen.

...

Sie setzte die Frau in ihrem Storchennest ab. Nein, das war kein passender Ort. Aber, man kann ja erst einmal miteinander reden.

"Hallo Du, ich bin ein Storch."

"Das sehe ich. Danke, für die Rettung. Ich bin Redflower."

"Redflower ... ich habe auch einen Namen ... Hairflower. Das kommt wohl von den langen Haaren ... ach ja, die siehst Du jetzt gar nicht. Ich ... ändere mal wieder meine Gestalt. So, jetzt siehst Du mich als Mensch mit 30 Meter langen Haaren."

...

"Hairflower ... bist Du ... ein Gott?"

"Wohl eher eine Göttin. Ich weiß es nicht so genau. Noch nicht. Ich habe keine Vergangenheit, nur ein spontanes Hiersein. Wie ein Elementarteilchen aus dem Nichts ..."

"Aber Du kannst Deine Gestalt ändern. Und Du kannst zaubern, Pfeile in Todeis verwandeln ..."

"Todeis ... ja, ich kann alles in Todeis verwandeln, und es schmilzt dann unmittelbar danach."

"Und was wird daraus?"

"So etwas wie seltsame Materie, eher seltsame Neutrinos, die nicht mit der Umgebung wechselwirken."

"Dann geht es der Welt verloren?"

"Ich weiß es noch nicht. Materie kann sich verändern."

...

Für eine Gottheit wusste sie eigentlich recht wenig. Sie war einfach nur da. Ob sie sich selbst geschaffen hatte? Aber das ganze drum herum, das konnte doch nicht von ihr kommen?

Dinge flossen ihr zu, als wäre das ganze Universum ihr Gedächtnis. So verstand sie die Welt immer besser. Und sie konnte Dinge in Todeis verwandeln. Das war es dann auch schon?

...

"Warum wollten sie dich verbrennen?"

"Ich ... wurde als Hexe angeklagt. Und als schuldig befunden. Aber ich bin doch keine Hexe, ich kann gar nicht zaubern."

"Mmmh. Ich kann es. Aber dafür gibt es keine Gegenkraft. Ob du vielleicht dafür bereit stehen musstest? Es ist kompliziert. Wenn das wirklich so ist, gibt es irgendwo ein irgendetwas, dass genau diesen Ausgleich fordert. Und es kommt nicht darauf an, ob du schuldig bist oder nicht. Es muss einfach nur geschehen."

"Dann sollte ich als Hexe verbrannt werden, weil du gezaubert hast?"

"Ja, so sehe ich es."

...

"Doch du hast mich gerettet."

"Schon wieder ein Zauber, zumindest von außen kann es so gesehen werden. Ein normaler Storch ist viel zu klein, um dich auf ihn reiten zu lassen."

"Und ... der Ausgleich dafür?"

"Ja, ich weiß nicht alles ... obwohl ... eigentlich sollte ich ja allwissend sein."

"Dann gibt es vielleicht höhere Wesen?"

"Die meine Eingriffe in die Welt nicht dulden. Mich kriegen sie nicht zu fassen, aber sie nehmen einfach andere dafür."

...

Ein Rauschen. Was war das? Es schien sich ein Wirbel bilden zu wollen und der zielte auf diese arme Frau, die gerade gerettet worden war. Nein, das wollte Hairflower nicht zulassen.

"Hab keine Angst, ich werde eine Kugel um dich herum entstehen lassen, die jede Form von Gesetzmäßigkeit zurückweist. Und dazu gehören auch die Naturgesetze und jede Form von Magie, die nach dir greifen sollte."

Nun war die Frau drin, in der Kugel. Immer noch nackt. So auf die Dauer ging das nicht. Es wurde Kleidung gebraucht ... aber schon wieder ein Zauber? ... Nein, nicht so lange sie die Konsequenzen nicht einschätzen und verändern konnte. Nun, so lange die Kleidung nicht da war, genügten doch die Haare. Ob sie das Haarwachstum ein wenig anstoßen sollte ...

"Ich ... kann dir momentan keine Kleidung geben. Aber Deine Haare, siehst, du wie lang sie nun sind? Du bist sehr schön in deiner Natürlichkeit. Wickele Dich bitte ein in die Haare, sie schützen Dich vor Kälte und vor einigen anderen Dingen. Und wie geht es dir?"

"Ich sehen eine Kugel um mich herum, alles ist voller Haare und ich friere nicht. Es geht mir gut. So viele Haare und so dick ... warst Du das? Ich mag sie."

"Die Kugel schützt sich. Und die Haare, sie werden die Kugel ersetzen. Niemand kann dich angreifen und verletzen, die Haare schützen Dich. Nu wollen wir mal sehen, was als nächstes kommt."

...

Eine Schallexplosion. "So ein Blödsinn. Weil ich mit ihr geredet habe, denkt da jemand, die Kugel sei schalldurchlässig. Und der Schall soll Dich jetzt umbringen. Allmählich werde ich böse. Wie kann nur jemand so erpicht darauf sein, Dich töten zu wollen?"

<< Nun, ich muss einfach ein wenig mehr sehen, als ich als Mensch sehen kann. >>

Hairflower transformierte sich in eine Wolke aus reiner Energie ... und expandierte. Dabei füllte sie jeden Punkt des Kontinuums aus. Dann sah sie ihn.

Ein Skelett. Ach, das muss der Tod sein. Eine Eingebung, damit ich diese Situation einschätzen kann.

Hairflower entzog dem Tod die Verankerung mit der unsichtbaren Welt und beide materialisierten in der realen Welt. Nun stand sie direkt vor ihm.

"Lass diese Frau in Ruhe, sie ist mein."

...

"Wie kannst du es wagen, meinen Willen zu stören?"

"Ich will es und ich tue es."

Der Tod griff nach ihr ... und ins Leere.

"Ja, das unterscheidet uns beide. Ich kann dir einen Tritt in den Arsch versetzen und du nicht."

So etwas hatte der Tod noch nicht erlebt. Ein Etwas, das eine Wirkung erzielen konnte und das für ihn nicht greifbar war.

"Es ist genug für heute. Verschwinde, sonst zerblase ich dich."

...

So, den Tod hatte sie vertrieben. Ob sich sonst noch jemand einmischen wollte?

Valid HTML
          4.01 Transitional


nächste Seite