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Hairflower 27

Janina und Anastasia, gestrandet auf einer fremden Welt.

Anastasia und Janina

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Janina und Anastasia

"Anastasia und Janina sind nicht angekommen!"

Sie waren jetzt schon drei Stunden überfällig. Silka schaute ganz besorgt drein. Sie wollten durch die verborgenen Dimensionen fliegen. Wenn sie sich in den Tunneln verirrt haben?

Dort gab es Geister, die man besser nicht kennen lernen sollte.

Hairflower: "Keine Panik, ihnen ist nichts Schlimmes widerfahren."

"Wenn Du das sagst ... Aber, wo sind sie?"

Hairflower sah etwas geistesabwesend aus.

"Sie sind in einer Parallelwelt gestrandet. Weit außerhalb des eigenen Universums. Irgendetwas hat ihren Flug beeinflusst ... wahrscheinlich einer der Fressgeister."

"Fressgeister?"

"Sie ernähren sich von den Ängsten der Lebewesen, und ein schwarzer Tunnel kann zu einem Alptraum werden, wenn das Licht ausgeht. Janina hat ihn wohl deswegen verlassen."
...

"Janina, wo sind wir hier?"

Alles wirkte ein wenig entrückt, virtuell, wie in einem LSD-Rausch? Was, wenn die Gottheit hinter allem Drogen nahm?

"Ist Hairflower ein Junkie ???"

Keine Antwort. Ist das nicht auch eine Antwort? Nein, Janina war nur in Gedanken vertieft und nahm die Außenwelt nicht mehr so richtig wahr.

Eine farbige Welt hatte sich ihnen offenbart. Die Wolken leuchteten in Pink Farben mit gelben und grünen Streifen und es gab so etwas wie Sonnenblumen-Schnee, der sich auf Regenbogenrasen ausbreitete ...

Da fehlten nur noch die Osterhasen!

"Eine Welt ... nein, das ist nicht Wolke 7. Wir haben die Tunnel verlassen und sind irgendwo wieder herausgekommen. Ich hoffe nur, in unserem Universum. An die eigene Galaxis denke ich schon gar nicht mehr ... weil, mein, mein Handy funktioniert nicht mehr. Und das bei einer Reichweite von 200 Millionen Lichtjahren."

"Es ist schön hier, alles voller Farben. Sieh, meine Haarfarben scheinen mit der Umgebung zu interferieren."

"Interferieren, woher kennst Du mit Deinen 14 Jahren so ein kompliziertes Wort?"

"Nun, ich bin ein wenig belesen. Wenn die anderen nicht so genau hin geschaut haben ... und dieser Boris will mit einer großen Bibliothek glänzen, mit Wissen und Intelligenz, alles Dinge, die bei ihm nicht vorhanden sind ..."

So hat jeder seine Träume.

"Du bist etwas Besonderes, Anastasia. Nicht nur wegen Deiner Haare."

"Die könnte man auch abschneiden. Aber bin ich dann immer noch ich?"

"Deine Persönlichkeit, will sie denn die Haare als Teil Deines Ichs?"

"Ich ... ich weiß es nicht. Hast Du denn eine Schere dabei? Die anderen wollten sie immer nur an sehen und verboten mir, sie abzuschneiden. Ich habe sie manchmal wirklich gehasst, weil sie mich zu einem behinderten Wesen gemacht haben."

So sind die beiden nun in einer fremden Welt gestrandet und unterhalten sich, über Haare.
...

"Hier ist sie, meine Schere. Willst Du wirklich?"

"Vielleicht, sie sind so lang, so einen halben Meter? Um mal zu sehen, wie so ein Trim sich auswirkt."

Janina griff nach Anastasias Haaren.

"Die Haare sind so dick, sie passen gar nicht in eine Faust rein. Aber die Schere ist scharf, sehr scharf."

Nun lagen die Haare zwischen den Schneideblättern. Ein halber Meter superlanger Haare.

"Ich muss nur noch zudrücken. Soll ich?"

Anastasia wurde ganz rot im Gesicht, dann kreidebleich.

"Deine Gefühle, was wollen sie mir sagen?"

"Die Haare, ich ich ich ... "

"Nein. Ich will sie nicht abschneiden. Nicht jetzt. Verschieben wir das ganze.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Komm, ich wickele Dich so in die Haare ein, dass sie bei der Bewegung nicht stören, und dass Dich ihr Gewicht nicht so sehr belastet. Es sind mehr als 6 kg Haare, die Du mit Dir herum trägst. Ein ständiges Gewicht, das auf Deinem Körper lastet."

"Deswegen liege ich auch so gerne. Völlig nackt und eingewickelt in die Haare, sie sind so wunderschön warm und streicheln die Haut. Und Deine Haare? Die müssen ja 5 mal so schwer sein."

"Sie sind voller paranormaler Energie und damit auch eine beinahe eigenständige Lebensform. Aber nicht wirklich, sonst wäre ich schizophren. Sie sind in mein Bewusstsein integriert. Aber wenn sie sich von mir lösen sollten, dann wären sie wirklich eigenständig. Sie wollen es nicht und ich will es nicht. Wir lieben uns gegenseitig."

"Deine Haare lieben Dich und Du liebst Deine Haare?"

"Ja, und es ist schön so."

"Puh. Meine sind nur totes Material außerhalb meines lebendigen Körpers. Aber ... trotzdem liebe ich sie ... wenn ich sie nicht gerade hasse."

"Willst Du sie lebendig haben?"

"Geht das denn?"

"Ich gebe Dir etwas ab, von meiner Energie. Meine paranormale Energie hat Lebensenergie in sich drin. Deine Haare könnten dafür ein Gefäß sein, wie z.B. ein Zellaktivator in einer bekannten Science Fiction Serie."

"Zellaktivator. Du redest von Perry Rhodan? Hat das keine Seiteneffekte?"

"Ja, nur so ein bisschen ewiges Leben."
...

"Janina, dann lebe ich ewig als 14-jährige?"

"Das kann schon sein."

"Aber, ich möchte es doch erleben, 15, 16, 17 Jahre alt zu sein. Das schönste Teenageralter mit all den Gefühlen und Liebe lernen, erfahren wollen ... "

"Mmmh. Die paranormale Energie ist intelligent. Aber da sie es ist, weiß ich nicht so genau, wie sich die Dinge entwickeln werden. Du musst mit ihr kommunizieren, in Worten oder über Dein Gefühl. Sie will sich ja in Dein Ich integrieren ... Du kannst so viel durch sie gewinnen. Aber wenn Du nicht willst ..."

"Ich will."
...

"Oh, nun kann ich Deine Gedanken lesen, Anastasia!"

Es wurde dunkel auf der Welt der Farben. Beide wurden müde und es war an der Zeit, sich schlafen zu legen. Die Haare waren so schön sanft und weich, sie konnten sich darin einwickeln und fühlten sich darin so wunderbar geborgen. Wie in einem Bett des Himmels.

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